Revolut – Beyond Banking

02.Wie angekündigt werde ich in diesem Blog regelmässig auch spannende Lösungen und Startups aus dem Fintech Bereich vorstellen.

Eine davon ist Revolut. Ihr Slogan lautet schlicht und einfach „Beyond Banking“ und wurde 2015 lanciert. Zielgruppe dahinter sind Leute welche urban und international unterwegs sind. Der USP von Revolut ist, dass alles über digital & mobile verfügbar ist sowie dass mit einer Prepaidkreditkarte verschiedene Währungen verwaltet und genutzt werden können. Die Umrechnungskurse sollen ebenfalls günstiger als bei der Banken-Konkurrenz sein. Das Verschieben von Geld zwischen den Währungen passiert in Echtzeit, ebenfalls sind Überweisungen an Dritte wesentlich schneller.

Revolut wurde von zwei Ex-Bankern gegründet (Credit Suisse & Deutsche Bank) und  hat rund 750’000 Kunden. In diesen Tagen haben sie eine zweite Finanzierungsrunde durchlaufen und 66 Million Dollar an Zusatzkapital erhalten.

Mittlerweile gibt es neben dem kostenlosten Standardangebot auch ein Premiumangebot sowie ein Angebot für Business Kunden. Das Premiumangebot enthält schnelleren Support, eine exklusivere Mastercard und weniger Einschränkungen/Kosten bei Geldbezügen. Revolut kann auch aus der Schweiz genutzt werden.

We’re building a 21st century banking alternative designed for your global lifestyle. It’s like having a local bank account wherever you are.

Quelle: Revolut – Beyond Banking

USA: Kryptowährungen sollen bei Einreise kontrolliert werden | BTC-ECHO

Ich habe spasseshalber immer gesagt, dass mit es mit Cryptocurrencies am einfachsten ist zum Geld schmugglen. USB Stick rein, Wallet übertragen, über Grenze und gut ist. Witz am ganzen ist jedoch, dass es bei den Cryptocurrencies im Endeffekt eigentlich keine Grenzen mehr gibt.

Eine Gruppe von US-Abgeordnete verlangt nun aber nach einer Regelung, dass bei der Einreise Bitcoin-Bestände über USD 10’000 deklariert werden müssen. Macht zwar in einer „alten“ Denkweise Sinn, jedoch kann ich mir keinen realistischen Weg vorstellen wie man das kontrollieren und durchsetzen will.

Quelle: USA: Kryptowährungen sollen bei Einreise kontrolliert werden | BTC-ECHO

Grundbuchamt über Blockchain – Schweden macht es vor!

 

Die Blockchain Technologie bietet viele Möglichkeiten und Potential. Aus meiner Sicht gilt es zu unterscheiden zwischen den Ansätzen welche disruptiven Charakter haben (z.B. Bitcoin) und dadurch Bestehendes umkrempeln und durch etwas Neuartiges ersetzen. Anderseits kann man mit der Blockchain auch bestehende Systeme effizienter machen und dadurch Kosten sparen. Nachvollziehbar ist, dass die zweite Kategorie sehr viel rascher sich durchsetzen und durch etablierte Branchen übernommen wird.

Die Grundbuchämter in Schweden gehen nun diesen Schritt und digitalisieren das Grundbuchamt durch eine Blockchain. Seit 2016 wurde bereits geforscht; Ende Mai wurde nun die letzte Testphase abgeschlossen.

Spannend ist, dass in der Testphase auch zwei Banken involviert waren. Denkbar ist es natürlich, dass auch Banken und ihre Prozesse sich mittelfristig in die Blockchain der Grundbuchämter integrieren. Die Effizienzgewinne und dadurch Aufwandreduktionen dürften relativ gross sein.

Quelle: Schweden nutzt jetzt offiziell die Blockchain für Grundbucheintragungen | BTC-ECHO

Innovative technologieorientierte digitale Video-Bankfiliale

In Vietnam eröffnet die TPBank neue Art von Filialen. Ist dem Pop-Up Store sehr ähnlich und macht auf mich den Eindruck eines „pimped up“ Bancomaten.

Technologieorientierte, digitale Video-Bankfilialen ermöglichen Finanzgeschäfte rund um die Uhr mit hoher Customer Experience

Quelle: Innovative technologieorientierte digitale Video-Bankfiliale

Danke @Christian für den Tipp.

Wenn Computer selbständig programmieren

Heute ist es ja so, dass alle Programme und Algorithmen von einem Entwickler aus Fleisch und Blut geschrieben werden muss. Mit den laufenden Fortschritten im Bereich der künstlichen Intelligenz, wäre es aber auch denkbar, dass Computer selber programmieren.

Genau dies erforschen Wissenschaftler der ETH Zürich. Aber auch hier gilt, dass ein Umschalten von 0 auf 100 nicht realistisch ist. In der ersten Phase ihrer Forschungsarbeiten ist daher nicht das Ziel, dass Computer vollkommen selbständig entwicklen, sondern dass sie Entwickler helfen besser zu werden (z.B. mit Empfehlungen und Assistenten). In dieser ersten Unterstützungsphase können die Algorithmen aber nicht nur helfend wirken, sondern lernen gleichzeitg auch dazu und optimieren sich. Mittelfristig dürfte es dann Folge sein, dass Computer selbständig programmieren. ETH-Professor Martin Vechev prophezeit „In zehn Jahren wird die Automatisierung so weit fortgeschritten sein, dass Computer autonom kurze Programme schreiben können

Quelle: Vom Computer programmiert | ETH Zürich

M-Pesa: So wurde Kenia zum internationalen Vorreiter beim Mobile Payment

Mobile Payment ist in vielen Ländern zwar möglich, aber der Durchbruch ist bei weitem noch nicht da. Vielmehr handelt es sich um Randerscheinungen. Kredit- und Debitkarten beherrschen nach wie vor das bargeldlose Zahlen.

Dass es aber auch anders geht beweist die Lösung M-Pesa in Kenia. M-Pesa des Telekomanbieters Safaricom ist das erfolgreichste Mobile-Payment System der Welt. Rund 43% (!) des kenianischen BIP flossen 2013 durch die App. Diese Zahl dürfte sich in der Zwischenzeit noch erhöht haben.

Der Artikel rund um M-Pesa des Management Circle erklärt wie es dazu kam, wie und warum es funktioniert sowie die weiteren Pläne von Safaricom.

Management Circle: M-Pesa: So wurde Kenia zum internationalen Vorreiter beim Mobile Payment – Management Circle Blog (ca. 10 Minuten Lesezeit)

 

Kurzzusammenfassung:

  • Kenia ist sehr ländlich und die Bevölkerung (auch über Familien hinweg) lebt sehr verteilt
  • Bankfilialen gibt es praktisch keine, nur 13% der Haushalte sind ans öffentliche Stromnetz angeschlossen
  • Grosse Teile der Bevölkerung besitzen ein Mobiltelefon (nicht mal zwingend Smartphones)
  • Im 2002 fand Safaricom & das britische Department for International Development heraus, dass die Bewohner „Airtime“ welches eine Art Handy-Prepaid ist, oft genutzt wurde um Geld an Verwandte und Bekannte zu senden. Diesem Benutzerverhalten hat man Rechnung getragen und ein entsprechendes Produkt „M-Pesa“ lanciert.
  • M-Pesa bedeutet auf Swahili „Bargeld“
  • Das Geld, das über M-Pesa fliesst liegt nicht bei Safaricom, sondern bei Geschäftsbanken welche reguliert sind
  • Überall im Land kann man an Kiosks Guthaben aufladen und mit M-Pesa bezahlen
  • Man geht davon aus, dass dank M-Pesa die Armenrate in Kenya wesentlich verringert werden konnte (Studie des MIT)
  • 19 Millionen Personen nutzen den Dienst in Kenya. Im Jahr 2013 wurden 237 Millionen Transaktionen abgewickelt. Weltweit nutzen 30 Millionen Nutzer M-Pesa.
  • Safaricom hat M-Pesa in andere Entwicklungsländer expandiert (Tansania, Bangladesch, Pakistan, Afghanistan). Ein Pilotversuch in Rumänien läuft ebenfalls.

Ergebnisse aus der Umfrage

Mitte Juni wurde auf diesem Blog eine Umfrage zu den Themen und deren Relevanz durchgeführt. Ich möchte hier kurz ein paar Erkenntnisse ausführen:

  • Die aktuellen Themenkategorien und deren Gewichtung stimmen mehrheitlich mit den Interessen der Leser überein. Einzige Ausnahme bildet die Kategorie „Lösungen aus der Finanzindustrie“ welche heute noch untervertreten ist. Ich werde deshalb zukünftig vermehrt Beispiele von innovativen und spannenden Lösungen/Produkten/Startups aus der Finanzindustrie hier präsentieren.
  • Nur für ca. die Hälfte der Leser bringt der Blog einen Mehrwert im geschäftlichen Alltag. Diese tiefe Zahl ist teilweise erklärbar, da viele Themen sehr stark auch auf die Zukunft ausgerichtet sind und heute noch keinen direkten Impact haben. Ziel müsste es aber schon sein, dass dieser Wert mittelfristig höher ist.
  • Rund 40% der Leser konsumieren den Blog über den Newsletter. Ebenfalls ca. 40 % über den RSS Feed in Outlook. Spannend hierbei ist, dass dies nicht der Realität entspricht. Meine Statistiken zeigen, dass der RSS Feed durch eine wesentlich höhere Zahl von Personen genutzt wird. Interpretieren kann man die Umfrageergebnisse aber insofern, dass die Email-Leser im Schnit ein höheres Engagement an den Tag legten beim Ausfüllen der Umfrage.
  • Sehr positiv ist, dass etwas mehr als 90% der Teilnehmer den Blog weiterempfehlen würden.
  • Erwähnt wurde, dass bei längeren Texten welche ich verlinke eine kurze Zusammenfassung nützlich wäre. Ich werde dies situativ wo sinnvoll zukünftig machen.

Wenn ihr Wünsche, Anmerkungen oder Vorschläge zum Blog habt. Dann meldet euch doch bei mir, oder hinterlasst einen Kommentar.

Neue Fintech-Regeln in der Schweiz

Es war bereits länger absehbar – nun ist es definitiv. Die Schweiz respektive der Bundesrat hat neue Regeln rund um Fintechs erlassen. Diese treten durch eine Änderung der Bankenverordnung per 1. August 2017 in Kraft. Wichtig ist aber, dass diese Regeländerungen nicht nur für Fintechs gelten sondern genauso für etablierte Finanzdienstleister.

Folgende Änderungen sind Bestandteil:

  • Die Frist zur Entgegennahme von Geldern welche zu reinen Abwicklungszwecken entgegen genommen werden, wurde von 7 auf 60 Tage erweitert.
  • Bis zu einem Volumen von 1 Million CHF an Publikumseinlagen gilt dies nicht mehr als gewerbsmässig und es braucht keine Bewilligung mehr der Finma. Die Unternehmen sind aber verpflichtet ihre Kunden darauf hinzuweisen, dass die Einlagen nicht mehr der Einlagensicherung unterstehen.
  • Geplant wird eine neue „Bankenkategorie“ welche bei Publikumseinlagen bis 100 Millionen CHF ein erleichterte Bewilligungs- und Betriebsvoraussetzungen mit sich bringt. Dies tritt aber noch nicht per 1.8. in Kraft, sondern muss im Herbst noch im Nationalrat debattiert werden.

Ich denke diese neuen Regeln (insbesondere die neuen Bankenkategorie) dürften in der Schweiz dem Fintech Bereich einen Schub geben. Bisher standen Fintechs ziemlich schnell vor riesigen Hürden im regulatorischen Bereich. Dies dürfte sich entschärfen und die Fintechs können sich auf ihr eigentliches Vorhaben – die Innovation fokussieren. Spannend dürfte auch sein wie sich etablierte Finanzinstitute die neuen Regeln zu nutzen machen.

Quelle: Medienmitteilung des Bundesrates

Stimmenanalyse verrät das psychologische Profil

Im Beitrag „The End of Privacy – Dr. Michael Kosinski“ habe ich von einer Studie berichtet, welche aufgezeigt hat dass mit wenigen Datenpunkten (70 Facebook Likes) von einer Person ein psychologisches Profil erstellt werden kann. Die Firma „Precire“ aus Deutschland geht hier noch einen Schritt weiter. Die Software von Precire „nutzt Sprache und Text um ein valides Bild von Mitarbeitern, Kunden, Bewerbern und weiteren Gesprächspartnern zu zeichen“ und weiter „die in gesprochener und geschriebener Sprache mit künstlicher Intelligenz Muster identifiziert und daraus linguistische, psychologische und kommunikationsbezogene Merkmale ableitet“.

Die Einsatzzwecke so einer Software ist natürlich beinahe unbegrenzt und kann überall dort wo Kommunikation – schriftlich wie mündlich – stattfinden eingesetzt werden. Bereits gibt es erste Unternehmungen welche potentielle Kandidaten für Stellen ein Gespräch mit einem Computer vorgängig durchführen lassen. Dieser Artikel im Bund gibt Hintergrundinfos. Wenn man dies aber zu Ende denkt, so ergeben sich auch unheimlich Szenarien wie dieser Artikel des Beobachter aufzeigt.

Ich denke unsere Gesellschaft wird mittelfristig nicht drum herum kommen, dass Regeln rund um solche Analysewerkzeuge (sei es Facebook Likes, Stimmanalyse, whatever) aufgestellt werden müssen. Eine anderes Szenario ist, dass sich irgendwann herausstellt, dass diese Analysewerkzeuge – welche rein auf statistischen Grundlagen basieren – nicht korrekt funktionieren und Stereotypen Vorschub leisten. Oder wie Hernani Marques vom Chaos Computer Club im obigen Artikel des Beobachters zitiert wird: „Das ist Hokuspokus mit fatalen Folgen. Eine Software kann nicht in die Gefühlswelt eindringen.“.

VZ Innovation Lab – Monatsbericht Juli 2017

Der zweite Monatsbericht des VZ Innovation Lab ist veröffentlicht worden. Folgende Themen sind drin:

  • Open Banking – der neue Standard?
  • Ökosysteme als Vorstufe zur Plattform-Strategie
  • Nennenswerte Marktentwicklungen
    • Entwicklungen beim Online Boarding
    • Knip schliesst sich mit niederländischem Unternehmen Komparu zusammen
    • N26 bietet Versicherungsverwaltung in Kooperation mit Clark an
    • Klarna erhält Bankzulassung
    • Start von Robo-Advisor Werthstein
  • Spannende Lösungen
    • InsureX – die erste Blockchain basierte Versicherungsplattform
    • Fuze Card – das ganze Portemonnaie in einer Karte vereint
  • Weiterbildungsvideo des Monats
  • Gadget des Monats

Den Bericht findet man hier: https://vzilab.ch/monatsbericht-vz-innovation-lab-juli-2017/

Der nächste Bericht wird zeitlich verzögert erst Mitte August erscheinen.

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