Mobile Payment ist in vielen Ländern zwar möglich, aber der Durchbruch ist bei weitem noch nicht da. Vielmehr handelt es sich um Randerscheinungen. Kredit- und Debitkarten beherrschen nach wie vor das bargeldlose Zahlen.

Dass es aber auch anders geht beweist die Lösung M-Pesa in Kenia. M-Pesa des Telekomanbieters Safaricom ist das erfolgreichste Mobile-Payment System der Welt. Rund 43% (!) des kenianischen BIP flossen 2013 durch die App. Diese Zahl dürfte sich in der Zwischenzeit noch erhöht haben.

Der Artikel rund um M-Pesa des Management Circle erklärt wie es dazu kam, wie und warum es funktioniert sowie die weiteren Pläne von Safaricom.

Management Circle: M-Pesa: So wurde Kenia zum internationalen Vorreiter beim Mobile Payment – Management Circle Blog (ca. 10 Minuten Lesezeit)

 

Kurzzusammenfassung:

  • Kenia ist sehr ländlich und die Bevölkerung (auch über Familien hinweg) lebt sehr verteilt
  • Bankfilialen gibt es praktisch keine, nur 13% der Haushalte sind ans öffentliche Stromnetz angeschlossen
  • Grosse Teile der Bevölkerung besitzen ein Mobiltelefon (nicht mal zwingend Smartphones)
  • Im 2002 fand Safaricom & das britische Department for International Development heraus, dass die Bewohner „Airtime“ welches eine Art Handy-Prepaid ist, oft genutzt wurde um Geld an Verwandte und Bekannte zu senden. Diesem Benutzerverhalten hat man Rechnung getragen und ein entsprechendes Produkt „M-Pesa“ lanciert.
  • M-Pesa bedeutet auf Swahili „Bargeld“
  • Das Geld, das über M-Pesa fliesst liegt nicht bei Safaricom, sondern bei Geschäftsbanken welche reguliert sind
  • Überall im Land kann man an Kiosks Guthaben aufladen und mit M-Pesa bezahlen
  • Man geht davon aus, dass dank M-Pesa die Armenrate in Kenya wesentlich verringert werden konnte (Studie des MIT)
  • 19 Millionen Personen nutzen den Dienst in Kenya. Im Jahr 2013 wurden 237 Millionen Transaktionen abgewickelt. Weltweit nutzen 30 Millionen Nutzer M-Pesa.
  • Safaricom hat M-Pesa in andere Entwicklungsländer expandiert (Tansania, Bangladesch, Pakistan, Afghanistan). Ein Pilotversuch in Rumänien läuft ebenfalls.