Die Mär vom rasenden Fortschritt

Wenn man sich in den Medien rumhört, könnte man meinen jede Woche werde sich zukünftig die Welt umkrempeln und neue Technologien und Geschäftsmodelle werden alles bisherige ablösen.

Aber ist das wirklich so? Das deutsche Technology Review Magazin hat den Sachverhalt untersucht und ist zu interessanten Ergebnissen gekommen.

Als Beispiel wird oft die Verbreitungsgeschwindigkeit von Technologien gemessen (bis 50% der Haushalte im Besitze dieser sind). Mobiltelefone brauchten 15 Jahre bis diese etabliert waren, Computer gar 17 Jahre. Fernseher hingegen braucht 9 Jahre, das Radio gar nur 8 Jahre. Der Artikel zeigt anhand von vielen anderen Belegen und Beispielen gut auf, dass der Fortschritt schon immer rasant war, früher oft sogar noch schneller. Die Wahrnehmung war jedoch eine andere als heute. Oft ist es auch so – heute nicht anders – dass neue Technologien sich lange schon angekündet haben und verfügbar waren, jedoch erst relativ spät den Durchbruch geschafft haben.

Ich bin überzeugt, dass ein wesentlicher Teil welcher verantwortlich ist dass wir heute Fortschritt anders wahrnehmen primär auf die breiter vorhandene Medienlandschaft und den veränderten Medienkonsum zurück zu führen ist.

Jedoch beleuchtet der Artikel aus meiner Sicht auch etwas einseitig. Es gibt durchaus Beispiele welche auch aufzeigen, dass Technologien heute sehr rasant den Weg in den Alltag von Menschen finden – man denke nur an Smartphone oder Social Media welche ziemlich schnell eine hohe Durchdringung geschafft haben. Die Wahrheit wird wohl irgendwo in der Mitte liegen.

Ich empfehle den Artikeln unbedingt zu lesen. Man sieht danach die Medienberichterstattung & Co. mit anderen Augen.

Quelle: Die Mär vom rasenden Fortschritt | Technology Review

Wann und wie der Schweizer online einkauft

Digitec Galaxus – seineszeichen der grösste Schweizer Onlinehändler – hat eine Kurzstudie publiziert, welche aufzeigt wann und wie die Schweizer online einkaufen.

Sehr interessant ist, dass der Grossteil der Einkäufe auf die Zeiträume entfällt wenn Herr und Frau Schweizer eigentlich am Arbeiten ist. Das Wochenende hingegegen wird eher weniger dafür genutzt. Zeitlich sind vor allem die Randstunden kurz vor Mittag und Arbeitsschluss beliebt (11-12 Uhr un 16-17 Uhr). Das überrascht mich. Ich wäre davon ausgegangen, dass im Zeitraum kurz nach Mittag (12-14 Uhr) am meisten eingekauft wird, sowie am Sonntag.

Ebenfalls interessant ist, dass bereits 20 % der Einkäufe über mobile Geräte gemacht werden.

Die gesamte Medienmitteilung findet man hier:

Digitec Galaxus AG: Online-Shopping statt Kaffeepause

Weltrekord – 1069 tanzende Roboter

Hier noch etwas lustiges zum Wochenende.

Beim folgenden Video hat die chinesische Firma WLtoys ganze 1069 Roboter versammelt fürs gemeinsame Tanzen.

Natürlich handelt es sich hier eher um „dumme“ Roboter welche einfach ihr vordefiniertes Programm abspielen. Jedoch gibt es bereits Roboter welche auch eine Schwarmintelligenz besitzen und gegenseitig kommunizieren.

Einen etwas älteren aber trotzdem interessanten Artikel zum Thema findet bei Spiegel Online.

Wenn Computer selber programmieren

Die digitale Transformation schreitet unweigerlich voran. Es gibt Experten welche voraussagen dass es nicht mehr lange dauern dürfte, bis Roboter die Menschen mehr oder weniger ablösen (es gibt aber auch viele die das Gegenteil behaupten…). Aus der ersten Denkperspektive ist es daher nichts als konsequent, wenn irgendwann der Zeitpunkt kommen muss, wenn Computer auch (sich) selber programmieren und dadurch Software-Entwickler überflüssig machen.

Die ETH Zürich um Professor Martin Vechev forscht in diesem Feld und hat erste Gehversuche entwickelt. Er sieht in der Anfangsphase die Anwendungsfälle aber nicht in der Ablösung der Software-Entwickler, sondern in deren Unterstützung (z.B. durch eine Art Qualitätskontrolle). So könnten auch Programmieranfänger hochwertigen Programmcode schreiben und die Lernkurve wäre entsprechend hoch. Das ganze funktioniert durch die Anwendung von Machine Learning und dem Rückgriff auf bereits existierenden Software-Code (z.B. Open-Source Anwendungen und Programmier-Communities).

Details zu den Forschungsarbeiten findet man im folgenden Artikel welcher aus der ETH Hauszeitschrift „Globe“ stammt.

Vom Computer programmiert | ETH Zürich

 

 

WeChat – die unbekannte Social Media Macht

–Update 23.08.2017– Das Magazin Technology Review hat noch einen spannenden Artikel zum Thema veröffentlicht.

Wenn wir in unseren Breitengraden von Messenger Plattformen reden, dann ist meist von Facebook und Whatsapp die Rede.

Was viele aber nicht wissen, im asiatischen Raum – primär China – gibt es eine Messenger-Plattform welche bezüglich Nutzerzahlen und Möglichkeiten in einer Liga wie die beiden obgenannten spielt respektive diese sogar übertrumpft.

Die Messenger-Plattform „WeChat“ hat knapp 1 Milliarde (!) Benutzer und ist die primäre soziale Plattform in Asien. WeChat ist nicht einfach nur ein Messenger wie Whatsapp, sondern bietet noch viel mehr Möglichkeiten. So ist es möglich darüber Käufe zu bezahlen, Geld an andere zu überweisen, Tickets für Flüge & Co. zu bestellen und noch vieles mehr. Natürlich können auch einfache Nachrichten versendet werden :-).

Wenn man mit Personen aus dem asiatischen Raum spricht, so merkt man wie ein integraler Bestandteil des Lebens WeChat ist. Jeder nutzt es und macht praktisch alles darüber. Ob WeChat in Europa und den USA irgendwann auch eine grosse Verbreitung findet, bezweifle ich. Ich bin jedoch überzeugt, dass die Möglichkeiten und Funktionen von WeChat (Dinge kaufen, Geld überweisen etc.) auch bald in den bei uns gebräulichen Messengern auftauchen werden. Hingegen wird schon jetzt angestrebt, dass asiatische Touristen in Europa und den USA mit WeChat bezahlen können. Erste Kooperationen in Deutschland laufen.

Für eine gute Übersicht zu WeChat generell und dem Bezahlsystem empfehle ich die folgenden Artikel aus dem Innvationsblog der DZ Bank in Deutschland.

Eine App für alles – das Ökosystem von WeChat

WeChat mit Bezahlsystem auf weltweite Expansionskurs

Social Media Landkarte 2017

Soziale Medien/Netzwerke gehören im 2017 zum Alltag. Waren es anfangs noch eine überschaubare Zahl, so hat sich diese in der Zwischenzeit stark verändert. Heute gibt es wohl keinen Lebensbereich mehr ohne entsprechendes soziales Netzwerk. Natürlich gibt es ein paar wenige wie welche über allen thronen – namentlich Facebook.

Das Internet-Magazin Mashable hat eine spannende Infografik zu diesem Thema erstellt, welche jährlich aktualisiert wird. Es werden die einzelnen Lebensbereiche zusammen mit den relevanten sozialen Netwerken aufgezeigt. Ich denke da drauf gibt es auch einzelne Netzwerke welche auch Social Media Vielnutzern noch nicht bekannt sind.

Quelle: 2017’s social media landscape in one stunning infographic

Yes, Bitcoin Has No Intrinsic Value. Neither Does a $1 Bill | WIRED

In den letzten Tagen hat sich das Thema Bitcoin weiter aufgeheizt. Heftige Kursavancen haben dazu geführt, dass mittlerweile auch in der Boulevard Presse über das Phänomen berichtet wird (z.B. hier im Blick). Oft ein gutes Indiz dass eine Blase kurz bevorsteht.

Bitcoin ist jedoch etwas völlig neues und noch nie dagewesenes. Aus meiner Sicht können daher hier die klassischen Geldmarkttheorien nicht eins zu eins angewendet werden. Ich sage damit aber nicht, dass Bitcoin eine nachhaltige Daseinsberechtigung hat. Zumindest sollte man aber das Phänomen auch nicht vorschnell als reinen Hype und Betrugsmasche abtun.

Wie gesagt gehen die Meinungen auseinander. Es ist schwierig sich in diesem erhitzten Umfeld eine fundierte Meinung zu bilden. Für mich stechen hier aber zwei Artikel aus der Masse heraus welche ich allen empfehle welche sich mit Bitcoin auseinandersetzen wollen.

Einerseits die Cash-Kolumne von Werner Vontobel auf Cash.ch
Bitcoin das Ende ist nah: https://www.cash.ch/news/politik/kryptowaehrungen-bitcoin-das-ende-ist-nah-1092681

Er beleuchtet die Probleme von Bitcoin auch aus einer praktischen Betrachtung, nämlich dem Stromverbrauch.

Anderseits das Wired-Magazin welches der oft geäusserten Aussage dass hinter Bitcoin kein realer Gegenwert stehe
Yes, Bitcoin Has No Intrinsic Value. Neither Does a $1 Bill: https://www.wired.com/story/bitcoin-has-no-intrinsic-value-neither-does-a-dollar1-bill

Hier wird beleuchtet was den der reale Gegenwert von einer Dollarnote oder Gold überhaupt ist. Physisch betrachtet nämlich genauso wenig. Gold und die Dollarnote hat für uns Menschen nur darum einen Wert weil wir an diesen glauben. Gold könnte genauso als einen Klumpen Stein betrachtet werden.

Frontalangriff von Amazon im Offline Payment

Amazon hat in den USA einen Frontalangriff im stationären „Point of Payment“ lanciert. Neu ist es möglich, in verschiedenen Geschäften (z.B. TGI Fridays Restaurants) mit den in Amazon hinterlegten Zahlungsinformationen zu bezahlen. Ablaufen tut dies über die Amazon App welche eine entsprechende Erweiterung erhalten hat.

Interessant ist, dass in den USA 75% der Smartphone Benutzer die Amazon App installiert haben. Dies ist eine eindrückliche Zahl – insbesondere wenn man weiss, dass die App in den offiziellen Stores (Google Play & Apple AppStore) nicht erhältlich ist, sondern über eine Umweg installiert werden muss.

Ein interessanter Artikel zu diesem Thema findet ma bei Forbes.

Amazon Pay Places Will Fundamentally Change Retail

Künstliche Intelligenz – echt jetzt?

In aller Munde und Medien ist aktuell die Rede von künstlicher Intelligenz und wie diese in Kürze alles übernehmen wird und überspitzt gesagt die Menschheit so mehr oder weniger überflüssig macht. Bereits gibt es auch erste Warner wie Elon Musk von Tesla welche sagen, dass die Entwicklung von künstlicher Intelligenz eines der grössen Risiken der Menscheit darstellt und man diese regulieren müsse (lesenswerter Artikel dazu hier: https://www.theverge.com/2017/7/17/15980954/elon-musk-ai-regulation-existential-threat ).

Aber was ist überhaupt künstliche Intelligenz? Ist diese gleichwertig wie die Menschliche? Ich denke es ist wichtig, dass man in diesem Kontext genauer betrachtet und zwei Dinge auseinander hält. Die Anwendungen welche heute unter dem Schlagwort künstliche Intelligenz laufen, haben genau betrachtet ziemlich gar nichts mit Intelligenz zu tun. Der Begriff „Machine Learning“ ist hier eher korrekt und aussagekräftig. Das was die AGFA’s (Apple, Google, Facebook, Amazon) heute machen ist nichts anderes als mit statistischen Werkzeugen und immensen Datenbeständen Muster und Vorhersagen zu errechnen. Die Datenbestände bilden natürlich historische Aktionen und Entscheidungen von Menschen ab, was wiederum dazu führt dass die Muster und Vorhersagen des Machine Learning intelligent und menschlich erscheinen (sollten…). Das Ganze hat aber nichts mit einer richtigen Intelligenz zu tun.

Seanbatty / Pixabay

Ein Vorreiter dieses Thema und der Wissenschaft um die „richtige“ künstliche Intelligenz ist der Schweizer Neurowissenschaftler Pascal Kaufmann. Er ist weltweit einer der Vorreiter dieses Forschungsgebiets und hat nebenbei auch eine Firma in der Schweiz gegründet wo er Erkenntnisse aus seiner Forschung in eine Software für’s Wissensmanagement einfliessen lässt.

Auf der IT-Branchenplattform ZDNet.com ist ein lesenswerter Artikel über Kaufmann und das obige Missverständnis erschienen welche ich allen empfehle.

True AI cannot be developed until the ‚brain code‘ has been cracked: Starmind | ZDNet

Wer sich weiter fürs Thema interessiert, dem empfehle ich ein Artikel auf der Webseite Netzwoche wo noch näher aufs Thema eingegangen wird.

http://www.netzwoche.ch/news/2017-03-15/warum-kuenstliche-intelligenz-nicht-intelligent-ist

Wie Drohnen die Wirtschaft erobern 

Viele wissen es kaum. Die Schweiz gehört in der Forschung und Nutzung von Drohnentechnologe weltweit zu den führenden Nationen. Insbesondere die ETH und EPFL sind ganz vorne dabei in diesen Gebieten und diverse Spinoffs sind bereits aus diesen Forschungsarbeiten resultiert.

Die Netzwoche hat einen sehr guten Artikel zum Thema welche einem eine Übersicht über die Technologie gibt, potentielle Anwendungszwecke und die Rolle der Schweiz.

Ich empfehle den Artikel allen. Die Lesezeit beträgt ungefährt 10 Minuten. Könnte auch sein, dass die eine oder andere Firma mittelfristig als Investitionsmöglichkeit gentutz werden könnte.

Der Markt für kommerzielle Drohnen floriert. Hiesige Hersteller und Entwickler bringen die fliegenden Helfer weltweit zum Abheben. Sie machen den Standort Schweiz zum Vorreiter auf dem Gebiet der Drohnentechnologien.

Quelle: Wie Drohnen die Wirtschaft erobern | Netzwoche

© 2017 VZ Holding AG und/oder mit ihr verbundene Unternehmen. Alle Rechte vorbehalten.