PSD2 und die Schweiz

Bei PSD2 handelt es sich um eine neue Richtlinie im EU-Raum welche die Banken zwingt ihre Kontodaten zu öffnen und Dritten zur Verfügung zu stellen. Ich habe in diesem Blog schon mehrfach darüber geschrieben (siehe z.B. hier: EU öffnet Bankkonti mit der Brechstange). Aktuell gibt es noch keine öffentlich Aussage von Finma & Co. ob diese Richtlinie in dieser oder ähnlicher Art auch in die Schweiz kommen soll.

Die Schweizerische Bankiervereinigung hat sich nun aber in einem Positionspapier schon mal vorsorglich gemeldet und ihre Überlegungen dargelegt. Kurz zusammengefasst lehnt die Bankiervereinigung eine Öffnung im Stile der PSD2 Regulierung ab. Ihre Argumente sind, dass es solche Schnittstellen schon heute gibt (“wenn dies in im beidseitigen Interesse von Bank und Kunde ist”) und weil in der Schweiz “der Wettbewerb funktioniert und Banken schon heute (unabhängig von PSD2) zahlreiche innovative Lösungen anbieten”. Ebenso werden die Sicherheit der Kundendaten sowie die zusätzlichen Aufwände und Kosten thematisiert. Das Positionspapier kann man hier einsehen: http://www.swissbanking.org/de/themen/aktuell/20170707-5000-all-positionspapier-psd2.pdf.

In der Schweiz gibt es einzelne Institute welche einer Öffnung aber positiv gesinnt sind und auch schon erste Initiativen ergriffen haben (z.B. Postfinance & Hypi Lenzburg). Finews.ch hat dem Thema einen ausführlichen Bericht gewidmet.

Persönlich sehe ich die Argumente der Bankiervereinigung etwas kritisch. Die Schweizer Finanzindustrie im digitalen Kontext als innovativ anzuschauen finde ich doch eher spannend (es werden exemplarisch E-Banking und E-Rechnungen als Beispiele genannt….). Und ja, es gibt heute schon solche Schnittstellen, aber als Drittanbieter wie auch Kunde ist man immer auf das Wohlwollen der Bank angewiesen. Als Privatkunde hat man da kein Mitspracherecht – und genau das machen solche offenen Schnittstellen aber spannend. Ich halte es für gefährlich sich dem Fortschritt (und ja, Open API Schnittstellen sind in anderen Branchen schon lange gang und gäbe…) zu verweigern. Am Schluss des Tages könnte es auch kontraproduktiv sein, wenn dann nämlich die Politik eine “jetzt-erst-recht” Meinung fasst wenn sie merkt, dass es rein um Machterhaltung geht.

Disclaimer: Diese – wie auch die restlichen – Sichtweisen auf diesem Blog – sind persönlicher Natur und müssen nicht notwendigerweise die Sicht der VZ Gruppe und deren Entscheidungsträger repräsentieren.

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