Ich werde digital: School’s out forever….oder so ähnlich

In früheren Zeiten machte man eine Grundausbildung, danach folgten vielleicht noch ein paar Weiterbildungen – und damit hatte es sich. Diese Situation hat sich schon seit längerem stark verändert. Heute gehörte lebenslanges Lernen zur Normalität. Dies wird auch in den Medien immer wieder prominent diskutiert wo aktuell auch intensiv über eine zweite Lehre mit 50ig berichtet wird.

Doch was bedeutet lebenlanges Lernen? Aus meiner Sicht hat sich auch das Lernen selber in den letzten Jahren fundamental verändert. Früher besuchte man einen Kurs/Ausbildung bei einem Ausbildungsinstitut und erhielt danach noch einen Beweis bei erfolgreichem Abschluss (Prüfung etc.). Das ändert sich momentan stark. Nicht in dem Sinne das die bestehenden Ausbildungsangebote obsolet werden, sondern dass sich eine völlig neue Art von Lernangeboten im digitalen Raum etabliert hat. So sind Kurzausbildungen auf Videostreaming Basis sehr stark am Wachsen.

Einerseits öffnen viele bekannte Institute (z.B. MIT) ihre Ausbildungsangebote für die Öffentlichkeit. Dies unter dem Schlagwort MOOC (Massive Open Online Courses). Anderseits gibt es neue Plattformen welche jedermann erlauben Lehrer zu sein und Wissen weiterzugeben. Nachfolgend möchte ich ein paar interessante Angebote vorstellen. Einzelne davon nutze ich auch für mich selber – und dies sehr erfolgreich.

MIT Open Courseware

Das MIT aus den USA bietet mittlerweile einen grossen Teil seiner Lehrgänge online und kostenlos an. Die Kurse sind sehr technisch orientiert – was naheliegend ist beim MIT. Die Qualität ist sehr hoch und auch sehr fordernd. Es handelt sich um komplette Lehrgänge. Die Inhalte sind allesamt in Englisch.


Udacity

Udacity wurde von Sebastian Thrun einem ehemaligen hochrangigen Google Mitarbeiter und Professor in Stanford gegründet. Thrun war Pionier bezüglich MOOC und hat sein Lehrgang an der Standford University “Einführung in die künstliche Intelligenz” kostenlos online angeboten. Über 160’000 Studenten haben bereits teilgenommen, 23’000 davon mit erfolgreichem Abschluss (inkl. Prüfung). Interessant war auch dass die erfolgreichsten Studenten des Lehrganges Online-Teilnehmer waren. Dieser Erfolg mit dem Lehrgang hat Thrun dazu bewogen eine eigene Plattform zu gründen.

Auf Udacity gibt es hochkarätige Lehrgänge welche auch mit einem anerkannten Diplom – einem sogenannten Nanodegree – abgeschlossen werden. Es wird sehr offensiv geworben mit dem Versprechen, dass wer nicht innerhalb von 6 Monaten nach Abschluss eines Nanodegrees keine Stelle im Ausbildungsbereich gefunden habe, die Kurskosten zurückerstattet erhält.

Udacity kooperiert mit vielen Firmen im Silicon Valley (Facebook, Google, Salesforce) um Ausbildungen anzubieten. Die Idee ist auch, dass mit geeigneten und niederschwelligen Inhalten die Verfügbarkeit von Fachkräften vergrössert werden kann. Mittlerweile sind viele Kurse auch in deutscher Sprache verfügbar. Die Inhalte sind eher digital und technisch orientiert. Es finden sich neben klassisschen Programmierthemen aber auch Themen wie Machine Learning, Digital Marketing, Projektmanagement und Business Analyst.


Coursera 

Coursera ist ein Gemeinschaftsprojekt von vielen Top Universitäten weltweit. Unter anderem beteiligen sich auch die Uni Zürich, Genf und das EPFL daran. Ähnlich wie das MIT werden ausgewählte Lehrgänge auf der Plattform angeboten. Das Spektrum ist sehr breit und bietet zu vielen Fachgebieten etwas. Im Zentrum stehen auch hier Informatik und Wirtschaftsthemen. Die Lehrgänge sind meist englisch.


Udemy (mein persönlicher Favorit)

Auf Udemy kann jeder und jede selber Kurse anbieten. Das Spektrum ist darum sehr, sehr breit. Von Programmierkursen, über Persönlichkeitsentwicklung bis zu Fotografie und Gärtnern. Man findet zu allem etwas. Natürlich ist die Qualität dadurch auch sehr durchgezogen. Aber im Gegensatz zu anderen Plattformen herrscht hier der Socialgedanke. So kann man Kurse bewerten und sieht transparent wie viele Teilnehmer die Kurse haben. Dies hilft sehr um qualitativ gute Kurse zu finden. Und gute Kurse existieren aus eigener Erfahrung in Hülle und Fülle.

Ebenfalls handelt sich sich nicht um monatelange Lehrgänge, sondern um zeitlich überschaubare. So gibt es beispielsweise Kurse zum Thema Design Thinking welche innerhalb von 2-3 Stunden absolviert sind, aber auch längere welche bis zu 30-40 Stunden dauern. Die Kosten sind sehr fair. So zahlt man in der Regel um die 10-20$ für Kurse (Achtung, oft werden die Kurse um ein vielfaches ausgeschrieben, jedoch sind etwa alle 2-3 Wochen wieder Aktionswochen). Auch viele deutsche Inhalte sind vorhanden. Wer sich beispielsweise in Excel weiterbilden will, mal ausprobieren möchte zu programmieren oder die (Business-)Konzepte von künstlicher Intelligenz, Big Data & Co. aneignen möchte wird hier sofort fündig. Ich habe mir schon diverse Kurse zu Gemüte geführt und bin sehr überzeugt.


Neben den bereits genannten Seiten gibt es noch eine Hülle und Fülle von weiteren Anbietern. Erwähnenswert finde ich Video2Brain  welche ein sehr breites Spektrum an Anwendungskurse zu Office & Co. haben. Nicht vergessen darf man Youtube. Dort findet man so ziemlich zu jedem Thema irgendein Howto-Video. Die Qualität ist aber teilweise sehr schlecht.

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