Wie Schweizer digitale Dienstleistungen nutzen

Ti&m – ein IT Dienstleister – hat eine Umfrage beim Marktforschungsunternehmen GFK Switzerland in Auftrag gegeben, die behandelt welche Dienstleistungen rund um Finanzen und Geld Schweizer digital nutzen.

Interessant ist hierbei, dass rund 90% der Schweizer Online-Banking nutzen. Das ist doch eine recht hohe Zahl – korreliert aber mit der Studie des IFZ (Insitut für Finanzdienstleistungen in Zug). Mobile Banking steht aber noch auf verlorenem Posten (37%).

Zur ausführlichen Vorstellung: Wie Schweizer digitale Dienstleistungen nutzen | Netzwoche

Privacy Paradox

Das Thema Datenschutz ist aktueller denn je. Kaum eine Woche vergeht ohne dass nicht eine Nachricht die Runde macht wo ein Datenklau/-missbrauch stattgefunden hat. Aber was ist die Lösung für das Problem? Es gibt verschiedene Ansätze.

Ganz radikal ist der Ansatz von Michal Kosinski, Professor an der Stanford University. Er sagt “the End of Privacy” voraus und ist überzeugt, dass der Datenschutz an sich ausgedient hat. Er hat die Studie begründet bei welcher nur 75 Likes auf einer sozialen Plattform wie Facebook & Co. reichen, um ein umfassendes psychologisches Profil zu erstellen. Ich habe in diesem Blog auch schon darüber geschrieben.

Andere Ansätze gehen eine andere Richtung. So beispielsweise das neue EU-Recht “GDPR” (General Data Protection Regulation). Diese neue Datenschutzverordnung zwingt den im EU-Raum tätigen Unternehmen harte Vorgaben rund um den Datenschutz auf und bestraft drakonisch bei Zuwiderhandlung (Bussen bis zu 20 Mio EUR oder 4% des weltweiten Umsatzes). Die Netzwoche hat ein gutes Dossier darüber zusammengestellt. Für viele Unternehmen gehen die Vorgaben aber zu weit und sind auch kaum praktikabel umsetzbar. Rechtsexperten gehen davon aus, dass vor allem erste Rechtsurteile den Umfang von GDPR klarer definieren werden. Für Unternehmen natürlich eine schwierige Ausgangslage.

Hinzu kommt das sogenannte Privacy Paradox. Wenn man auf der Strasse Leute fragen würden, ob sie einem Fremden Zugriff auf all ihre Daten (z.B. Kalender, Emails etc.) geben würden, würde wohl jeder dies verneinen. Anderseits stellt es für viele kein Problem dar, Google, Facebook & Co. kompletten Zugriff auf ihr digitales Leben zu geben. Sind denn diese Leute alle naiv?

Nein, sind sie nicht. Florent Thouvenin – Rechtsprofessor an der Uni Zürich – forscht in diesem Bereich und im UZH Magazin 01/18 hat es einen sehr interessanten Artikel zum Thema.

Privat im Netz  (PDF)

Moderne Technologien sind gefährlich, muss das Individuum deshalb vor ihnen
möglichst lückenlos geschützt werden? UZH­ Rechtsprofessor Florent Thouvenin
hält diesen Ansatz des heutigen Datenschutzes für verfehlt.

Eine seiner Grundthesen besagt, dass Personen keine Probleme damit haben wenn fremde Personen welche sie nicht kennen auf ihre Daten Zugriff haben. Sobald aber jedoch potentiell ihnen bekannte Personen Zugriff haben könnten, dann greift das Thema Privatsphäre. Ebenfalls wird aufgeführt, dass solange transparent ist was mit den Daten passiert und dies für einen Benutzer selber nachvollziehbar ist, das Thema ganz anders eingeordnet wird. Der Artikel ist sehr interessant und empfehle ich allen. Florent Thouvenin beschreibt auch Ansätze wie man das Problem lösen könnte.

Google’s new AI algorithm predicts heart disease by looking at your eyes – The Verge

Die Themen Big Data in Kombination mit Machine Learning werden in den nächsten Jahren einen grossen Einfluss auf unser Leben übernehmen. Es erstaunt mich immer wieder, was für neue Möglichkeiten sich durch eine geschickte Anwendung dieser Technologien sich ergeben.

Google hat nun einen Algorithmus auf Basis von künstlicher Intelligenz entwickelt, welcher verspricht dass durch ein Scan der Augen eine Vorhersage über die Risikoanfälligkeit auf Herzerkrankungen abgegeben werden kann. Dies wird gemacht indem durch den Scan des Auges analysiert wird wie alt jemand ist, was für ein Blutdruck vorhanden ist sowie ob die Person raucht. Durch diese drei Parameter soll es möglich sein, eine verlässliche Prognose abzugeben.

Details dazu findet man im Artikel “Google’s new AI algorithm predicts heart disease by looking at your eyes” des Verge Online Magazin.

Google’s new AI algorithm predicts heart disease by looking at your eyes – The Verge

VZ Innovation Lab – Monatsbericht März 2018

Der neuste Monatsbericht des VZ Innovation Lab ist veröffentlicht. Folgende Themen sind drin:

  • Nennenswerte Marktentwicklungen
    • Finma bessert bei Video & Online-Identifizierung nach
    • Veröffentlichung von Richtlinien für ICO durch Finma & BaFin
    • MoneyPark übernimmt Fintech Finovo
    • Robo-Advisor Investify erhält Finanzspritze
    • Axa beteiligt sich an Sobrado
    • Valiant beteiligt sich an AgentSelly
    • Rocket Internet verkauft Lendico
    • Amazon plant Bankdienstleistungen
    • N26 und Revolut mit starkem Wachstum
  • Spannende Lösungen
    • Swiss21 – kostenlose Bürosoftware für KMU aus der Cloud
    • Virtueller IT-Support Agent bei Credit Suisse
    • Hypi Lenzburg und Regiodeal.ch
  • Ausbildungsthema des Monats – Design Thinking

Den vollständigen Bericht (inkl. PDF Downloadmöglichkeit) findet man hier:  https://vzilab.ch/monatsbericht-vz-innovation-lab-maerz-2018/

Buchempfehlung: Das Digital

Die Digitalisierung hat schon vieles in unserem Alltag verändert. Es wird in Zukunft aber noch einiges mehr verändert werden. Auch grundlegende Wirtschaftsmechanismen dürften tangiert werden. Die Autoren Viktor Mayer-Schönberger und Thomas Ramge haben dazu ein sehr lesenswertes Buch geschrieben.

Ein Auszug aus der Buchbeschreibung:

Wie entsteht ökonomischer Mehrwert im Kapitalismus? Und wie sollte er umverteilt werden? Das waren die zentralen Fragen, die Karl Marx am Übergang zum Industrie-Kapitalismus in „Das Kapital“ auf radikale Weise beantwortete. Viktor Mayer-Schönberger und Thomas Ramge beantworten die gleichen Fragen am Übergang zum globalen Datenkapitalismus neu.

Wir können mit Daten den Markt neu erfinden – und Wohlstand für alle schaffen. Dazu müssen Big Data, Automatisierung und Künstliche Intelligenz ihr Potenzial voll entfalten können. Den Effizienzgewinn dürfen nicht allein die großen Datenmonopolisten einstreichen. Nur wenn dieser allen zugute kommt, schaffen wir eine digitale soziale Marktwirtschaft. In der aber werden Geld und Banken eine untergeordnete Rolle spielen. Ein Meilenstein der Wirtschaftsliteratur.

Der deutschsprachige Titel ist aus meiner Sicht schlecht gewählt. Der englischsprachige “Reinventing Capitalism in the Age of Big Data” trifft es viel besser auf den Punkt. Grundaussage des Buch ist es, dass wir uns aktuell an einem Übergang von geldbasierten zu datenbasierten Märkten befinden. Bis heute spielt der Preis die Hauptrolle bei Transaktionen. In Zukunft wird der Preis nur noch ein Faktor under anderen sein. Andere Eigenschaften werden eine höhere Wichtigkeit erhalten. Durch neue Mechanismen (z.B. Big Data und Machine Learning) welche durch die Digitalisierung erstmals überhaut möglich sind, werden sich das Prinzip von Angebot und Nachfrage über den Preis hinaus bewegen. Diese neuen Marktmöglichkeiten werden zu einer höheren Transparenz und besserer Effizienz von Märkten führen.

Das Buch liest sich sehr flüssig und anhand von vielen Beispielen werden die Überlegungen praktisch erläutert. Ich empfehle das Buch ungeschränkt.

Buchseite bei Ullstein Verlag
Ullstein Buchverlage: Buch Detailansicht

GetAbstract Zusammenfassung
https://www.getabstract.com/de/zusammenfassung/wirtschaft-und-politik/das-digital/30230

Wie funktionieren Kryptowährungen – sehr einfach erklärt durch BBC

Die BBC hat immer mal wieder gute Videos welche Technologien und Themen auf sehr einfache und verständliche Art und Weise erklären.

Ein neues Video nimmt sich dem Thema Kryptowährungen an. Nach Schauen des Videos sollte auch der Letzte das Prinzip von Kryptowährungen (und schlussendlich dem Potential dahinter) verstanden habe. Die grundlegende Funktionsweise welche im Video erklärt wird, kann man übrigens mehr oder weniger eins-zu-eins auf die Blockchain übertragen.

Source: Bitcoin explained: How do crypto-currencies work? – BBC News

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