Webinar “Big Data und künstliche Intelligenz”

Anfang Mai fand im VZ ein Webinar zum Thema “Big Data & künstliche Intelligenz” statt.

Inhaltlich ging es um folgende Themen:

  • Was versteht man unter Big Data & künstliche Intelligenz
  • Was haben die beiden Themen miteinander zu tun
  • Beispiele welche heute bereits im Einsatz sind – generell und dediziert in der Finanzbranche
  • Ausblick und Einschätzung wohin die Reise mit den beiden Themen gehen wird

Bei Fragen zum Webinar können diese hier im Kommentarfeld hinterlassen werden, oder direkt auf Youtube.

Übersicht deutsche Fintech

Die deutsche Webseite “Paymentbanking.com” bringt jährlich eine Übersicht der Fin- und Insurtech Szene Deutschland.

Die aktuelle Version wurde nun letzte Woche veröffentlicht. Die Zahl der Fintech ist doch sehr beeindruckend, jedoch sagt das noch nichts über die Qualität aus. Insbesondere der Bereich “Savings” scheint regelrecht zu explodieren. Dort sind aber auch ein paar der Etablierten Fintechs drunter (z.B. Weltsparen, Zinspilot, Scalable Capital).

Wem also mal langweilig ist, der findet eine schöne Grundlage um in die Welt der Fintechs einzutauchen.

Quelle: German FinTech Overview and Map 2018 | Fintech Schweiz Digital Finance News – FintechNewsCH

Firmengründung via Blockchain – auch das VZ war dabei!

Die Standort-Initiative “Digital Switzerland” hat sich auf die Fahne geschrieben die (digitale) Innnovation in der Schweiz zu fördern. Ein Mittel dabei ist, dass sie regelmässig sogenannte “Challenges” ausruft und Mitglieder der Initiative versuchen Anwendungsfälle mit digitalen Mitteln besser, einfacher und schneller zu lösen. Bei “Digital Switzerland” handelt es sich um eine “branchenübergreifende Zusammenarbeit mit gemischten Teams aus Grossfirmen, Startups und Wissenschaft”. Dazu gehören Unternehmen wie die SBB, Ringier, ABB und diverse andere. Mehr Informationen zur Initiative “Digital Switzerland” findet man auf dieser Webseite: https://digitalswitzerland.com/

Firmengründungen sind eine zähe Sache und bedingen je nach Land oft viele (schriftliche) Formalitäten und dauern entsprechend. In der Schweiz dauert dieser Prozess im Schnitt bis zu sechs Wochen

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Eine dieser Challenges von “Digital Switzerland” beinhaltete darum die Firmengründung innerhalb von 48h über eine Blockchain zu lösen. Dieses Vorhaben konnte nun erfolgreich umgesetzt werden. Neben dem VZ Vermögenszentrum waren eine Reihe von anderen Unternehmen/Institutionen beteiligt – dabei handelt es sich um Proxeus (Blockchain Startup), IBM, Swisscom, Stadt Zug sowie mehrere Anwaltskanzleien.

Eine tolle Sache und beweist einmal mehr, dass mit der sinnvollen Anwendung von innovativen und digitalen Technologien viel möglich ist.

Auch in den Medien war der Case ein Thema.

 

 

 

E-Estonia

In vielen Ländern gibt es Initiativen und Programme um ihr Land “digitaler” zu machen. Was das genau bedeutet ist dann meist eine andere Sache. In einzelnen Ländern bedeutet es dass man zum Beispiel den Stand des Wasserzähler online melden kann….

Eine Vorreiter-Rolle in der Digitalisierung der öffentlichen Infrastruktur spielt Estland und gilt als das digitalste Land der Welt. Jeder Mensch besitzt dort bereits eine Digitale Identität (man kommt mit dieser auf die Welt), die ganzen Behördenprozesse sind digitalisiert (inkl. Abstimmung) und viele privatrechtliche Vorgänge sind an der digitalen Infrastruktur aufgehängt. So muss man sich bei der Eröffnung eines Bankkontos beispielsweise nur über die digitale Identität ausweisen. Keine Ausweiskopie, Adressen und weiterführende Infos sind notwendig, da diese alle hinter der digitalen Identität hinterlegt sind. Die digitale Identität wird übrigens von einer Schweizer Firma bereitgestellt (Trüb in Aarau).

Estland geht sogar so weit und bietet mittlerweile eine “E-Staatsbürgerschaft” an. Das bedeutet, dass jedermann (aus der ganzen Welt) auf dem digitalen Weg Staatsbürger von Estland werden kann. Warum es dafür eine Nachfrage gibt? Estland gehört zur EU und mit einer Staatsbürgeschaft erhält man Zugriff auf den EU-Markt.

Sehr spannend finde ich auch einzelne Grundsätze welche sie ihren Initiativen vorangestellt haben

  • Rechtlich gilt, wenn ein schriftliches Dokument und ein digitales Dokument verschiedene Aussagen treffen, so gilt das digitale Dokument (!)
  • Keinerlei Daten einer Person dürfen innerhalb der Behörden doppelt gespeichert werden. Beim Aufsetzen einer neuen Dienstleistung & Co. muss geprüft werden ob Daten (oder Teile davon) schon bei einer anderen Behörde vorhanden sind. Wenn ja, müssen diese genutzt werden. Der Benutzer muss diese Nutzung auch aktiv bestätigen und freigeben.
  • Jegliche Lese- und Schreibvorgänge an den Daten einer Person werden protokolliert und ich als Privatperson kann diese nachvollziehen.

Auch in der Ausbildung der Kinder und Jugendlichen ist Estland im digitalen Bereich führend. Schon kleine Kinder werden an die Digitalisierung herangeführt. Das ist übrigens nicht gleichbedeutend wie programmieren.

Das Thema in einem Blogeintrag zu erschlagen wäre etwas vermessen. Ich habe darum ein paar spannende Artikel und Videos zusammengetragen.

  • Die offizielle Seite von Estland zum Thema “E-Estonia”: https://e-estonia.com/ (insbesondere die “Sucess Stories” welche nach einmaligem Scrollen folgen sind interessant)
  • Ein ausführlicher Bericht zu Estland in der NZZ: https://www.nzz.ch/international/europa/zu-besuch-in-der-zukunft-1.18491451
  • Eine Zusammenfassung von DW.com (inkl. Video): http://www.dw.com/de/e-estonia-europas-digitaler-vorreiter/a-40735765
  • Ein TED-Video von Kristjan Kuurme (Botschafter Estland in den USA) über das E-Residency Program: https://www.youtube.com/watch?v=QY_BArNLASY
  • Eine ausführliche Präsentation (30 Minuten) von Aet Rahe zum Thema E-Estonia. Die Qualität des Videos ist leider etwas schlecht, der Inhalt aber sehr gut. Habe diese Präsentation schon live gesehen und war sehr beeindruckt. https://youtu.be/qYsrbgRnaH0

VZ Innovation Lab – Monatsbericht April 2018

Der neuste Monatsbericht des VZ Innovation Lab ist veröffentlicht. Folgende Themen sind drin:

  • Nennenswerte Marktentwicklungen
    • BLKB, Basler Versicherungen und Anivo kooperieren für Versicherungslösungen bei Hypothekarkunden
    • Generali, Allianz, Swiss Re und Zürich Versicherungen gründen Blockchain-Startup
    • Creditgate lanciert Konsumkredite mit Minuszinsen
    • Migros integriert Twint
    • Microsoft bringt die Cloud in die Schweiz
    • N26 erhält gewaltige Finanzspritze
    • Finnova & GLKB entwickeln Kreditberatungslösung
  • Spannende Lösungen
    • Swiss Crypto Franc
    • Interaktive Chats bei Schadenmeldung bei Baloise
  • Ausbildungsthema des Monats – Serverless Computing
  • Gadgets des Monats – E-Sport

Den vollständigen Bericht (inkl. PDF Downloadmöglichkeit) findet man hier:  https://vzilab.ch/monatsbericht-vz-innovation-lab-april-2018/

Künstliche Intelligenz erschafft neuen Einstein

Die Technologien rund um künstliche Intelligenz respektive Machine Learning machen aktuell riesige Fortschritte. Als “Normalsterblicher” hat man fast keine Chance hier Schritt zu halten.

Auch in diesem Blog habe ich schon über diverse, spannende Anwendungen geschrieben welche ungeahnte Möglichkeiten eröffnen (z.B. Schmerzerkennung bei Schafen oder
Google’s new AI algorithm predicts heart disease by looking at your eyes).

Beängstigend und gleichzeitig beeindruckend für mich sind aber nun neue Methoden in der künstliche Erschaffung von digitalen Inhalten mittels KI. So hat die Filmakademie Baden-Württemberg Albert Einstein wieder zum Leben erweckt.

Das gesamte Video ist täuschend echt – zumindest ich kann nicht feststellen dass es künstlich erstellt worden ist. Erstellt wurde es mittels Algorithmen aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz. Dies wurde gemacht indem die die Algorithmen alte Aufnahmen von Bildern und Videos sowie Ton von Albert Einstein analysiert haben und die künstliche Intelligenz damit trainiert wurde. Mehr Hintergrundinfos gibt es hier: https://animationsinstitut.de/de/forschung-rd/projects/digital-actors-in-documentary/digital-actors-in-documentary/

Man kann sich vorstellen, dass man mit der Anwendung solcher Technologien auch Böses tun kann. Fake News wird damit eine völlig neue Bedeutung erhalten. Der Artikel “Fake Porn: KI-generierte Pornos werden ein Riesenproblem” bei MobileGeeks nimmt das Thema auf und zeigt Beispiele.

Für mich aber noch viel bedrohlicher ist dieses Video der University of Washington welches anschaulich zeigt, was heute schon möglich ist. Man stelle sich vor, ein so täuschend echtes Video wird benutzt um Kriege oder ähnliches zu verkünden. Auch wenn es sich schon bald als Fake herausstellt, in solchen Situationen reagieren sehr schnell Panik und unüberlegte Reaktionen.

Wie verbreitet sich Fake News?

US-Forscher haben in einer umfangreichen Studie erforscht, wie sich Fake News verbreitet auf sozialen Medien. Für die Untersuchung haben sie rund 100’000 Tweets auf Twitter auf Wahrheitsgehalt geprüft und deren Verbreitung verfolgt.

Besorgniserregend ist, dass Fake News fast 10-100 mal mehr Leser gefunden hat. Laut der Studie ist die Wahrscheinlichkeit im Schnitt 70% höher, dass jemand Fake News weiterverbreitet als korrekte News. Ebenfalls hat die Studie aufgezeigt, dass entgegen vielen Vermutungen nicht primär Bots für die Verbreitung zuständig waren, sondern Menschen.

Details gibt es in den folgenden Artikeln:

SRF – Neue Studie zu Twitter – Unsere Neugierde fördert Fake News – Kultur – SRF

Indystar.com – Bots alone spread fake news? False! says Science mag study

 

Wie Schweizer digitale Dienstleistungen nutzen

Ti&m – ein IT Dienstleister – hat eine Umfrage beim Marktforschungsunternehmen GFK Switzerland in Auftrag gegeben, die behandelt welche Dienstleistungen rund um Finanzen und Geld Schweizer digital nutzen.

Interessant ist hierbei, dass rund 90% der Schweizer Online-Banking nutzen. Das ist doch eine recht hohe Zahl – korreliert aber mit der Studie des IFZ (Insitut für Finanzdienstleistungen in Zug). Mobile Banking steht aber noch auf verlorenem Posten (37%).

Zur ausführlichen Vorstellung: Wie Schweizer digitale Dienstleistungen nutzen | Netzwoche

Privacy Paradox

Das Thema Datenschutz ist aktueller denn je. Kaum eine Woche vergeht ohne dass nicht eine Nachricht die Runde macht wo ein Datenklau/-missbrauch stattgefunden hat. Aber was ist die Lösung für das Problem? Es gibt verschiedene Ansätze.

Ganz radikal ist der Ansatz von Michal Kosinski, Professor an der Stanford University. Er sagt “the End of Privacy” voraus und ist überzeugt, dass der Datenschutz an sich ausgedient hat. Er hat die Studie begründet bei welcher nur 75 Likes auf einer sozialen Plattform wie Facebook & Co. reichen, um ein umfassendes psychologisches Profil zu erstellen. Ich habe in diesem Blog auch schon darüber geschrieben.

Andere Ansätze gehen eine andere Richtung. So beispielsweise das neue EU-Recht “GDPR” (General Data Protection Regulation). Diese neue Datenschutzverordnung zwingt den im EU-Raum tätigen Unternehmen harte Vorgaben rund um den Datenschutz auf und bestraft drakonisch bei Zuwiderhandlung (Bussen bis zu 20 Mio EUR oder 4% des weltweiten Umsatzes). Die Netzwoche hat ein gutes Dossier darüber zusammengestellt. Für viele Unternehmen gehen die Vorgaben aber zu weit und sind auch kaum praktikabel umsetzbar. Rechtsexperten gehen davon aus, dass vor allem erste Rechtsurteile den Umfang von GDPR klarer definieren werden. Für Unternehmen natürlich eine schwierige Ausgangslage.

Hinzu kommt das sogenannte Privacy Paradox. Wenn man auf der Strasse Leute fragen würden, ob sie einem Fremden Zugriff auf all ihre Daten (z.B. Kalender, Emails etc.) geben würden, würde wohl jeder dies verneinen. Anderseits stellt es für viele kein Problem dar, Google, Facebook & Co. kompletten Zugriff auf ihr digitales Leben zu geben. Sind denn diese Leute alle naiv?

Nein, sind sie nicht. Florent Thouvenin – Rechtsprofessor an der Uni Zürich – forscht in diesem Bereich und im UZH Magazin 01/18 hat es einen sehr interessanten Artikel zum Thema.

Privat im Netz  (PDF)

Moderne Technologien sind gefährlich, muss das Individuum deshalb vor ihnen
möglichst lückenlos geschützt werden? UZH­ Rechtsprofessor Florent Thouvenin
hält diesen Ansatz des heutigen Datenschutzes für verfehlt.

Eine seiner Grundthesen besagt, dass Personen keine Probleme damit haben wenn fremde Personen welche sie nicht kennen auf ihre Daten Zugriff haben. Sobald aber jedoch potentiell ihnen bekannte Personen Zugriff haben könnten, dann greift das Thema Privatsphäre. Ebenfalls wird aufgeführt, dass solange transparent ist was mit den Daten passiert und dies für einen Benutzer selber nachvollziehbar ist, das Thema ganz anders eingeordnet wird. Der Artikel ist sehr interessant und empfehle ich allen. Florent Thouvenin beschreibt auch Ansätze wie man das Problem lösen könnte.

Google’s new AI algorithm predicts heart disease by looking at your eyes – The Verge

Die Themen Big Data in Kombination mit Machine Learning werden in den nächsten Jahren einen grossen Einfluss auf unser Leben übernehmen. Es erstaunt mich immer wieder, was für neue Möglichkeiten sich durch eine geschickte Anwendung dieser Technologien sich ergeben.

Google hat nun einen Algorithmus auf Basis von künstlicher Intelligenz entwickelt, welcher verspricht dass durch ein Scan der Augen eine Vorhersage über die Risikoanfälligkeit auf Herzerkrankungen abgegeben werden kann. Dies wird gemacht indem durch den Scan des Auges analysiert wird wie alt jemand ist, was für ein Blutdruck vorhanden ist sowie ob die Person raucht. Durch diese drei Parameter soll es möglich sein, eine verlässliche Prognose abzugeben.

Details dazu findet man im Artikel “Google’s new AI algorithm predicts heart disease by looking at your eyes” des Verge Online Magazin.

Google’s new AI algorithm predicts heart disease by looking at your eyes – The Verge

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