Geografische Verteilung der Messenger-Plattformen

Die Messenger-Plattformen wurden in den letzten Jahren zu den dominanten Kommunikationsplattformen. Mittlerweile geht man davon aus, dass Email mengenmässig als zentrale digitale Kommunikationskanal durch Messenger abgelöst wurde.

In unseren Breitengraden ist hierbei vor allem Whatsapp die Nummer eins. Weltweit sieht das jedoch anders aus wie folgende Grafik zeigt.

So ist der Facebook Messenger v.a. in Nordamerika die dominante Plattform. Wenn wir den asiatischen Raum betrachten ist es die hierzulande kaum bekannte Plattform Wechat. Insbesondere Wechat hat mittlerweile ein umfangreiches Ökosystem in seine Plattform integriert (siehe dazu auch diesen Blogeintrag) und zeigt gut auf, wohin die Reise mit den Messenger-Plattformen gehen wird.

Ich bin überzeugt, dass mittelfristig viele alltägliche Dinge (Geld überweisen, einfache Dienstleistungen bestellen etc.) über Whatsapp & Co. gemacht werden. So hat Whatsapp (respektive Facebook) bereits angekündigt, dass es in Kürze für Unternehmen möglich sein wird, auf ihrer Plattform als Unternehmen erreichbar zu sein.

Quelle: Who is Winning the Global Instant Messaging Battle? – comScore, Inc

PSD2 und die Schweiz

Bei PSD2 handelt es sich um eine neue Richtlinie im EU-Raum welche die Banken zwingt ihre Kontodaten zu öffnen und Dritten zur Verfügung zu stellen. Ich habe in diesem Blog schon mehrfach darüber geschrieben (siehe z.B. hier: EU öffnet Bankkonti mit der Brechstange). Aktuell gibt es noch keine öffentlich Aussage von Finma & Co. ob diese Richtlinie in dieser oder ähnlicher Art auch in die Schweiz kommen soll.

Die Schweizerische Bankiervereinigung hat sich nun aber in einem Positionspapier schon mal vorsorglich gemeldet und ihre Überlegungen dargelegt. Kurz zusammengefasst lehnt die Bankiervereinigung eine Öffnung im Stile der PSD2 Regulierung ab. Ihre Argumente sind, dass es solche Schnittstellen schon heute gibt („wenn dies in im beidseitigen Interesse von Bank und Kunde ist“) und weil in der Schweiz „der Wettbewerb funktioniert und Banken schon heute (unabhängig von PSD2) zahlreiche innovative Lösungen anbieten“. Ebenso werden die Sicherheit der Kundendaten sowie die zusätzlichen Aufwände und Kosten thematisiert. Das Positionspapier kann man hier einsehen: http://www.swissbanking.org/de/themen/aktuell/20170707-5000-all-positionspapier-psd2.pdf.

In der Schweiz gibt es einzelne Institute welche einer Öffnung aber positiv gesinnt sind und auch schon erste Initiativen ergriffen haben (z.B. Postfinance & Hypi Lenzburg). Finews.ch hat dem Thema einen ausführlichen Bericht gewidmet.

Persönlich sehe ich die Argumente der Bankiervereinigung etwas kritisch. Die Schweizer Finanzindustrie im digitalen Kontext als innovativ anzuschauen finde ich doch eher spannend (es werden exemplarisch E-Banking und E-Rechnungen als Beispiele genannt….). Und ja, es gibt heute schon solche Schnittstellen, aber als Drittanbieter wie auch Kunde ist man immer auf das Wohlwollen der Bank angewiesen. Als Privatkunde hat man da kein Mitspracherecht – und genau das machen solche offenen Schnittstellen aber spannend. Ich halte es für gefährlich sich dem Fortschritt (und ja, Open API Schnittstellen sind in anderen Branchen schon lange gang und gäbe…) zu verweigern. Am Schluss des Tages könnte es auch kontraproduktiv sein, wenn dann nämlich die Politik eine „jetzt-erst-recht“ Meinung fasst wenn sie merkt, dass es rein um Machterhaltung geht.

Disclaimer: Diese – wie auch die restlichen – Sichtweisen auf diesem Blog – sind persönlicher Natur und müssen nicht notwendigerweise die Sicht der VZ Gruppe und deren Entscheidungsträger repräsentieren.

Ich werde digital – Später Lesen Dienst Pocket

Ich starte auf dem VZ Innovation Blog eine neue Artikelreihe. Der Inhalt wird sich dabei darum drehen wie man sich selber „digitalisiert“. Es werden Dienste und Plattformen vorgestellt, welche einem im digitalen Alltag unterstützen können. Eine Liste mit allen Artikeln welche auch immer aktuell ist, findet man hier.

Den Auftakt macht die Weblösung „Pocket„.

Bei Pocket handelt es sich um einen sogenannten „Später Lesen“ Dienst. Pocket bietet mir die Möglichkeit Artikel, Webvideos und weitere Webseiten für später zu speichern. Habe ich genügend Zeit kann ich über die Apps & Webseite von Pocket auf diese gespeicherten Inhalte wieder zugreifen und sie lesen/anschauen. Habe ich die Inhalte gelesen kann ich sie archivieren und in spezielle Ordner ablegen. Inhalte kann ich über viele Möglichkeiten hinzfügen  (Bookmarklet, Teilen Funktion in Smartphones, auf vielen Websites als Button integriert  – ähnlich wie bei Facebook, als Email an eine bestimmte Adresse senden, oder ganz einfach Copy-Paste).

Neben dem Speichern der Inhalte bietet Pocket noch ein paar Funktionen mehr.

  • Die Artikel werden in einer lesefreundlichen Ansicht dargestellt. So werden die ganzen Navigationselemente und Werbung ausgeblendet und nur der reine Text sowie die Artikelbilder werden angezeigt.
  • Pocket merkt sich bei längeren Texten geräteübergreifend wo man stehen geblieben ist. Ich kann also unterwegs mit dem Smartphone einen Text beginnen zu lesen und ihn zu Hause auf dem Tablet fertig lesen.
  • Dadurch dass viele Benutzer Pocket nutzen, weiss der Dienst auch welche Artikel viel gelesen werden und um was es in diesen geht (über die Tags). So können Empfehlungen für Artikel welche interessant sein könnten gemacht werden.
  • Pocket hat auch eine Art soziales Netzwerk integriert. So kann ich beim Lesen Empfehlungen machen (Textpassagen, ganze Artikel). Ich habe die Möglichkeit anderen Personen zu folgen (z.B. Facebook/Twitter Kontakte) und sehe was sie am Lesen sind sowie deren Empfehlungen.
  • In den kostenpflichtigen Abos macht Pocket eine Kopie des Originalartikel (Webansicht wie auch Artikelansicht) und archiviert diese. Das bedeutet, wenn die Originalseite nicht mehr abrufbar ist, kann man trotzdem noch auf den Inhalt zugreifen.

Hier ein paar Screenshots:

Pocket ist für mich ein alltäglicher Begleiter und ich nutze den Dienst sehr intensiv. Oft sehe ich im Laufe des (Arbeits-)Tages interessante Artikel oder Videos wo mir die Zeit fehlt diese sofort zu lesen. Wenn ich abends auf den Zug warte nutze ich dann die Gelegenheit und lese diese in Ruhe.

Der Dienst ist in einer Grundversion kostenlos. Die Premiumversion bietet verschiedene Zusatzfunktionen (wie z.B. das oben erwähnte Archivieren).

Pocket findet man unter dem Link „http://getpocket.com„. Die Apps sind auch in den verschiedenen Smartphones Stores (Android, Apple) zu finden.

VZ Innovation Lab – Monatsbericht Oktober 2017

Der neuste Monatsbericht des VZ Innovation Lab ist veröffentlicht. Folgende Themen sind drin:

  • Chatbots und digitale Assistenten bei Banken
  • ICO – Initial Coin Offerings
  • Nennenswerte Marktentwicklungen
    • Loanboox
    • Swisscom steigt ins Blockchain Geschäft ein
    • Krankenversicherungen digital abschliessen
    • Ambivalentes Verhältnis von JPMorgan zu Bitcoin
    • Schweiz und Israel bündeln Kräfte im Fintech-Bereich
    • Paypal lanciert eigene Kreditkarte
  • Spannende Lösungen & Studien
    • Axa startet Versicherungspolice auf Basis der Blockchain-Technologie
    • Eblocker: Banken tracken Kunden systematisch
    • Medien der Zukunft 2020
  • Weiterbildungsvideo des Monats
  • Gadget des Monats

Den vollständigen Bericht (inkl. PDF Downloadmöglichkeit) findet man hier: https://vzilab.ch/monatsbericht-vz-innovation-lab-oktober-2017/

Innovation & Ideen: von ausserhalb oder innerhalb

Im Innovationsmanagement gibt es verschiedene Ansätze wie man Innovationen ankurbeln kann. Eine Fragestellung dabei ist ob Innovation vor allem unternehmensintern oder durch Austausch mit externen Stakeholdern (Kunden, Konkurrenten, Lieferanten etc.) angestrebt werden soll. In letzter Zeit hat vor allem der zweite Ansatz mit dem externen Austausch grossen Zuspruch erhalten. Meist lief das unter dem Begriff „Open Innovation“ ab. Lange ging man davon aus, dass dies zielführender sei.

Eine Studie räumt mit dieser Annahme nun aber auf und zeigt, dass es sehr stark von der Unternehmenskultur, Umständen und vor allem der einzelnen Person abhängt.

Der verlinkte Artikel ist eine Zusammenfassung der Studie und wurde im Harvard Business Review Magazine veröffentlicht. Er ist eher kurz und man hat ihn schnell gelesen.

Talking to fellow employees can be as valuable as talking to customers.

A Study Shows How to Find New Ideas Inside and Outside the Company

Wie machen die GAFA(M) ihr Geld?

Auf der Website „Visual Capitalist“ habe ich eine spannende Infografik entdeckt. Diese zeigt wie die GAFA(M) (Apple, Google, Facebook, Amazon, Microsoft) ihr Einkommen erarbeiten. Die Unterschiede sind schon sehr frappant und erklären auch oftmals die unterschiedliche Vorgehensweisen.

Ganz extrem ist die Abhängigkeit von Facebook hinsichtlich der Werbeeinnahmen. Google hat sich immerhin etwas breiter diversifizieren können. Wenn der Chart vor 5 Jahren gemacht worden wäre, wäre die Verteilung wohl ähnlich wie bei Facebook gewesen. Das erklärt auch warum Facebook in andere Bereiche (z.B. durch den Kauf des Virtual Reality Hardware Hersteller Oculus Rift) eindringen möchte.

Handkehrum sieht man auch die starke Abhängigkeit von Apple zu ihren Geräten. In der Grafik werden zwar iPhone, iPad und Mac auseinandergenommen. Natürlich sind es aber „nur“ Produkte. Die gesundeste Verteilung hat aus meiner Sicht Microsoft. Sie haben einerseits physische Produkte (XBox, Surface), Software-Lizenzen (Office, Windows) aber auch Online-Dienste (Azure, Bing).

 

These five companies combined for $555 billion in revenues in 2016 – here’s a breakdown of each company’s revenue by product or service category.

Quelle: Chart: Here’s How 5 Tech Giants Make Their Billions

Mythos Filterblase?

Immer wieder ist von der „Filterblase“ die Rede welche zunehmend unseren geistigen Horizont einschränken soll. Bekannt wurde die Filterblase durch das gleichnamige Buch von Eli Pariser. In vielen Feuilletons wird deshalb beinahe schon der Untergang der aufgeklärten Gesellschaft verkündet. Im Zentrum der Kritik stehen natürlich die grossen Online-Giganten Google & Facebook welche mit ihren personalisierten Diensten der Filterblase die Grundlage stellen sollen.

Doch wie stark greift diese Filterblase effektiv? Google & Facebook publizieren natürlich keine Informationen zu ihren Personalisierungs-Algorithmen. Das NGO „Algorithm Watch“ hat darum einen Versuch gestartet. Mittels Hilfe der Internet-Crowd wird periodisch von jedem Teilnehmer des Versuchs die ersten Suchresultate von Google zu 16 Suchbegriffen übermittelt. Die Suchbegriffe sind vor allem anhand des deutschen Wahlkampf ausgerichtet. Nach ein paar Wochen Durchführung der Datensammlung (doch 4000 Teilnehmer und über 3 Mio Datensätzen) können sie ein Zwischenfazit ziehen.

Entgegen den Befürchtungen ist die Personalisierung von Google mehr Schein denn Sein. Zu über 80-90 % der Fälle sind die Suchresultate identisch. Dies auch unabhängig ob ein Benutzer bei Google angemeldet ist oder nicht.

Weitere Informationen zum Projekt „Datenspende“ sowie den Zwischenbericht findet man hier:
Filterblase geplatzt? Kaum Raum für Personalisierung bei Google-Suchen zur Bundestagswahl 2017 – AlgorithmWatch

 

Ebenfalls interessant ist die Beschreibung und das Tätigkeitsgebiet des NGO Algorithm Watch. Details dazu findet man hier:
https://algorithmwatch.org/de/mission-statement/

Deposit Solutions – deutsches Wunder-Fintech?

Von Zeit zu Zeit stelle ich auf diesem Blog auch interessante Fintechs vor.

Eines davon ist das Unternehmen „Deposit Solutions“ aus Hamburg. Gemäss einem Artikel der deutschen Zeitung „Die Welt“ von Ende Juni ist es das am schnellsten wachsende Finanz-Start-up der Welt. So soll das Unternehmen in der Zwischenzweit zwei Milliarden Euro an Kundengeldern verwalten – dies 20 Monate nach Start.

Die Idee dahinter ist, dass in Deutschland (und auch der Schweiz) meist keine Zinsen mehr auf Guthaben bezahlt werden. Handkehrum gibt es in anderen europäischen Ländern Institute die Einlagen suchen und durchaus auch bereit sind einen Zins zu bezahlen. Diese Insititute haben aber in der Regel keinen Zugang zu Privatkunden. Diese Verbindung soll Deposit Solutions herstellen. Die Privatkunden müssen dafür jedoch nicht Kunde bei Deposit Solutions werden, sondern das Angebot wird über die bestehende Bank (ohne Bankwechsel oder Kontoeröffnung) genutzt und abgewickelt.

Weitere Informationen zu Deposit Solutions findet man in diesem Artikel der Welt, oder direkt auf der Homepage.

Die Welt: Start-up Deposit Solutions: Deutsches Fintech sticht internationale Konkurrenz aus – WELT

Homepage: http://www.deposit-solutions.com/ 

Jobverlust durch KI: Wirklich so schlimm?

Im deutschen Wired-Magazine ist ein sehr lesenswerter Artikel rund um die Diskussion der Jobverluste aufgrund der Digitalisierung erschienen.

Im Artikel machen sie ein Gedankenexperiment und zeigen Überlegungen auf was den mit dieser überschüssigen „Arbeitskraft“ passieren würde. Ihre primäre Erkenntnis ist, dass damit auch wieder mehr Zeit in soziale Tätigkeiten fliessen werden. Zwangsweise kommt natürlich auch wieder das Thema bedingungsloses Grundeinkommen zur Sprache.

Wenn Maschinen Jobs übernehmen, können Menschen Besseres mit ihrem Leben anfangen. Nur die Gewinne der Automatisierung müssen gerechter verteilt werden.

Quelle: Jobverlust durch KI: Wirklich so schlimm?

Persönlich bin ich überzeugt, dass die ganze Diskussion zu heiss gekocht wird. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass in den nächsten Jahren die 50% prognostizierten Jobverluste eintreffen werden. Zu langsam ist die Menschheit im Übernehmen von neuen Innovationen. Handkehrum wird es aber sicher auch nicht so sein, dass alles gewohnt weitergehen wird. Es ist aber auch anzunehmen, dass es aufgrund der neuen Gegebenheiten auch viele neue Jobs(-Profile) geben wird. Oder wer hätte vor rund 10 Jahren gedacht, dass es heute notwendig ist in grösseren Unternehmungen einen Social Media Manager zu haben?

 

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