Wie machen die GAFA(M) ihr Geld?

Auf der Website „Visual Capitalist“ habe ich eine spannende Infografik entdeckt. Diese zeigt wie die GAFA(M) (Apple, Google, Facebook, Amazon, Microsoft) ihr Einkommen erarbeiten. Die Unterschiede sind schon sehr frappant und erklären auch oftmals die unterschiedliche Vorgehensweisen.

Ganz extrem ist die Abhängigkeit von Facebook hinsichtlich der Werbeeinnahmen. Google hat sich immerhin etwas breiter diversifizieren können. Wenn der Chart vor 5 Jahren gemacht worden wäre, wäre die Verteilung wohl ähnlich wie bei Facebook gewesen. Das erklärt auch warum Facebook in andere Bereiche (z.B. durch den Kauf des Virtual Reality Hardware Hersteller Oculus Rift) eindringen möchte.

Handkehrum sieht man auch die starke Abhängigkeit von Apple zu ihren Geräten. In der Grafik werden zwar iPhone, iPad und Mac auseinandergenommen. Natürlich sind es aber „nur“ Produkte. Die gesundeste Verteilung hat aus meiner Sicht Microsoft. Sie haben einerseits physische Produkte (XBox, Surface), Software-Lizenzen (Office, Windows) aber auch Online-Dienste (Azure, Bing).

 

These five companies combined for $555 billion in revenues in 2016 – here’s a breakdown of each company’s revenue by product or service category.

Quelle: Chart: Here’s How 5 Tech Giants Make Their Billions

VZ Innovation Lab – Monatsbericht September 2017

Der neuste Monatsbericht des VZ Innovation Lab ist veröffentlicht. Folgende Themen sind drin:

  • Neue Fintech Regulationen in der Schweiz
  • Gartner Hype Cycle for Emerging Technologies
  • Kursexplosion der virtuellen Währungen und eine grosse Spaltung
  • Nennenswerte Marktentwicklungen
    • Versicherungsbroker ASSEPRO investiert in esurance.ch
    • Basler Kantonalbank (BKB) eröffnet digitale Filiale
    • Credit-Suisse plant den Start einer Blockchain-basierten Darlehens-Plattform
  • Spannende Lösungen
    • Credit Suisse bringt elektronisches Sparkässeli
    • Firstyou24.ch – digitale Versicherungsauktion
  • Weiterbildungsvideo des Monats
  • Gadget des Monats

Den vollständigen Bericht (inkl. PDF Downloadmöglichkeit) findet man hier: https://vzilab.ch/monatsbericht-vz-innovation-lab-september-2017/

Social Media Landkarte 2017

Soziale Medien/Netzwerke gehören im 2017 zum Alltag. Waren es anfangs noch eine überschaubare Zahl, so hat sich diese in der Zwischenzeit stark verändert. Heute gibt es wohl keinen Lebensbereich mehr ohne entsprechendes soziales Netzwerk. Natürlich gibt es ein paar wenige wie welche über allen thronen – namentlich Facebook.

Das Internet-Magazin Mashable hat eine spannende Infografik zu diesem Thema erstellt, welche jährlich aktualisiert wird. Es werden die einzelnen Lebensbereiche zusammen mit den relevanten sozialen Netwerken aufgezeigt. Ich denke da drauf gibt es auch einzelne Netzwerke welche auch Social Media Vielnutzern noch nicht bekannt sind.

Quelle: 2017’s social media landscape in one stunning infographic

Yes, Bitcoin Has No Intrinsic Value. Neither Does a $1 Bill | WIRED

In den letzten Tagen hat sich das Thema Bitcoin weiter aufgeheizt. Heftige Kursavancen haben dazu geführt, dass mittlerweile auch in der Boulevard Presse über das Phänomen berichtet wird (z.B. hier im Blick). Oft ein gutes Indiz dass eine Blase kurz bevorsteht.

Bitcoin ist jedoch etwas völlig neues und noch nie dagewesenes. Aus meiner Sicht können daher hier die klassischen Geldmarkttheorien nicht eins zu eins angewendet werden. Ich sage damit aber nicht, dass Bitcoin eine nachhaltige Daseinsberechtigung hat. Zumindest sollte man aber das Phänomen auch nicht vorschnell als reinen Hype und Betrugsmasche abtun.

Wie gesagt gehen die Meinungen auseinander. Es ist schwierig sich in diesem erhitzten Umfeld eine fundierte Meinung zu bilden. Für mich stechen hier aber zwei Artikel aus der Masse heraus welche ich allen empfehle welche sich mit Bitcoin auseinandersetzen wollen.

Einerseits die Cash-Kolumne von Werner Vontobel auf Cash.ch
Bitcoin das Ende ist nah: https://www.cash.ch/news/politik/kryptowaehrungen-bitcoin-das-ende-ist-nah-1092681

Er beleuchtet die Probleme von Bitcoin auch aus einer praktischen Betrachtung, nämlich dem Stromverbrauch.

Anderseits das Wired-Magazin welches der oft geäusserten Aussage dass hinter Bitcoin kein realer Gegenwert stehe
Yes, Bitcoin Has No Intrinsic Value. Neither Does a $1 Bill: https://www.wired.com/story/bitcoin-has-no-intrinsic-value-neither-does-a-dollar1-bill

Hier wird beleuchtet was den der reale Gegenwert von einer Dollarnote oder Gold überhaupt ist. Physisch betrachtet nämlich genauso wenig. Gold und die Dollarnote hat für uns Menschen nur darum einen Wert weil wir an diesen glauben. Gold könnte genauso als einen Klumpen Stein betrachtet werden.

Frontalangriff von Amazon im Offline Payment

Amazon hat in den USA einen Frontalangriff im stationären „Point of Payment“ lanciert. Neu ist es möglich, in verschiedenen Geschäften (z.B. TGI Fridays Restaurants) mit den in Amazon hinterlegten Zahlungsinformationen zu bezahlen. Ablaufen tut dies über die Amazon App welche eine entsprechende Erweiterung erhalten hat.

Interessant ist, dass in den USA 75% der Smartphone Benutzer die Amazon App installiert haben. Dies ist eine eindrückliche Zahl – insbesondere wenn man weiss, dass die App in den offiziellen Stores (Google Play & Apple AppStore) nicht erhältlich ist, sondern über eine Umweg installiert werden muss.

Ein interessanter Artikel zu diesem Thema findet ma bei Forbes.

Amazon Pay Places Will Fundamentally Change Retail

Revolut – Beyond Banking

02.Wie angekündigt werde ich in diesem Blog regelmässig auch spannende Lösungen und Startups aus dem Fintech Bereich vorstellen.

Eine davon ist Revolut. Ihr Slogan lautet schlicht und einfach „Beyond Banking“ und wurde 2015 lanciert. Zielgruppe dahinter sind Leute welche urban und international unterwegs sind. Der USP von Revolut ist, dass alles über digital & mobile verfügbar ist sowie dass mit einer Prepaidkreditkarte verschiedene Währungen verwaltet und genutzt werden können. Die Umrechnungskurse sollen ebenfalls günstiger als bei der Banken-Konkurrenz sein. Das Verschieben von Geld zwischen den Währungen passiert in Echtzeit, ebenfalls sind Überweisungen an Dritte wesentlich schneller.

Revolut wurde von zwei Ex-Bankern gegründet (Credit Suisse & Deutsche Bank) und  hat rund 750’000 Kunden. In diesen Tagen haben sie eine zweite Finanzierungsrunde durchlaufen und 66 Million Dollar an Zusatzkapital erhalten.

Mittlerweile gibt es neben dem kostenlosten Standardangebot auch ein Premiumangebot sowie ein Angebot für Business Kunden. Das Premiumangebot enthält schnelleren Support, eine exklusivere Mastercard und weniger Einschränkungen/Kosten bei Geldbezügen. Revolut kann auch aus der Schweiz genutzt werden.

We’re building a 21st century banking alternative designed for your global lifestyle. It’s like having a local bank account wherever you are.

Quelle: Revolut – Beyond Banking

M-Pesa: So wurde Kenia zum internationalen Vorreiter beim Mobile Payment

Mobile Payment ist in vielen Ländern zwar möglich, aber der Durchbruch ist bei weitem noch nicht da. Vielmehr handelt es sich um Randerscheinungen. Kredit- und Debitkarten beherrschen nach wie vor das bargeldlose Zahlen.

Dass es aber auch anders geht beweist die Lösung M-Pesa in Kenia. M-Pesa des Telekomanbieters Safaricom ist das erfolgreichste Mobile-Payment System der Welt. Rund 43% (!) des kenianischen BIP flossen 2013 durch die App. Diese Zahl dürfte sich in der Zwischenzeit noch erhöht haben.

Der Artikel rund um M-Pesa des Management Circle erklärt wie es dazu kam, wie und warum es funktioniert sowie die weiteren Pläne von Safaricom.

Management Circle: M-Pesa: So wurde Kenia zum internationalen Vorreiter beim Mobile Payment – Management Circle Blog (ca. 10 Minuten Lesezeit)

 

Kurzzusammenfassung:

  • Kenia ist sehr ländlich und die Bevölkerung (auch über Familien hinweg) lebt sehr verteilt
  • Bankfilialen gibt es praktisch keine, nur 13% der Haushalte sind ans öffentliche Stromnetz angeschlossen
  • Grosse Teile der Bevölkerung besitzen ein Mobiltelefon (nicht mal zwingend Smartphones)
  • Im 2002 fand Safaricom & das britische Department for International Development heraus, dass die Bewohner „Airtime“ welches eine Art Handy-Prepaid ist, oft genutzt wurde um Geld an Verwandte und Bekannte zu senden. Diesem Benutzerverhalten hat man Rechnung getragen und ein entsprechendes Produkt „M-Pesa“ lanciert.
  • M-Pesa bedeutet auf Swahili „Bargeld“
  • Das Geld, das über M-Pesa fliesst liegt nicht bei Safaricom, sondern bei Geschäftsbanken welche reguliert sind
  • Überall im Land kann man an Kiosks Guthaben aufladen und mit M-Pesa bezahlen
  • Man geht davon aus, dass dank M-Pesa die Armenrate in Kenya wesentlich verringert werden konnte (Studie des MIT)
  • 19 Millionen Personen nutzen den Dienst in Kenya. Im Jahr 2013 wurden 237 Millionen Transaktionen abgewickelt. Weltweit nutzen 30 Millionen Nutzer M-Pesa.
  • Safaricom hat M-Pesa in andere Entwicklungsländer expandiert (Tansania, Bangladesch, Pakistan, Afghanistan). Ein Pilotversuch in Rumänien läuft ebenfalls.

Ergebnisse aus der Umfrage

Mitte Juni wurde auf diesem Blog eine Umfrage zu den Themen und deren Relevanz durchgeführt. Ich möchte hier kurz ein paar Erkenntnisse ausführen:

  • Die aktuellen Themenkategorien und deren Gewichtung stimmen mehrheitlich mit den Interessen der Leser überein. Einzige Ausnahme bildet die Kategorie „Lösungen aus der Finanzindustrie“ welche heute noch untervertreten ist. Ich werde deshalb zukünftig vermehrt Beispiele von innovativen und spannenden Lösungen/Produkten/Startups aus der Finanzindustrie hier präsentieren.
  • Nur für ca. die Hälfte der Leser bringt der Blog einen Mehrwert im geschäftlichen Alltag. Diese tiefe Zahl ist teilweise erklärbar, da viele Themen sehr stark auch auf die Zukunft ausgerichtet sind und heute noch keinen direkten Impact haben. Ziel müsste es aber schon sein, dass dieser Wert mittelfristig höher ist.
  • Rund 40% der Leser konsumieren den Blog über den Newsletter. Ebenfalls ca. 40 % über den RSS Feed in Outlook. Spannend hierbei ist, dass dies nicht der Realität entspricht. Meine Statistiken zeigen, dass der RSS Feed durch eine wesentlich höhere Zahl von Personen genutzt wird. Interpretieren kann man die Umfrageergebnisse aber insofern, dass die Email-Leser im Schnit ein höheres Engagement an den Tag legten beim Ausfüllen der Umfrage.
  • Sehr positiv ist, dass etwas mehr als 90% der Teilnehmer den Blog weiterempfehlen würden.
  • Erwähnt wurde, dass bei längeren Texten welche ich verlinke eine kurze Zusammenfassung nützlich wäre. Ich werde dies situativ wo sinnvoll zukünftig machen.

Wenn ihr Wünsche, Anmerkungen oder Vorschläge zum Blog habt. Dann meldet euch doch bei mir, oder hinterlasst einen Kommentar.

Neue Fintech-Regeln in der Schweiz

Es war bereits länger absehbar – nun ist es definitiv. Die Schweiz respektive der Bundesrat hat neue Regeln rund um Fintechs erlassen. Diese treten durch eine Änderung der Bankenverordnung per 1. August 2017 in Kraft. Wichtig ist aber, dass diese Regeländerungen nicht nur für Fintechs gelten sondern genauso für etablierte Finanzdienstleister.

Folgende Änderungen sind Bestandteil:

  • Die Frist zur Entgegennahme von Geldern welche zu reinen Abwicklungszwecken entgegen genommen werden, wurde von 7 auf 60 Tage erweitert.
  • Bis zu einem Volumen von 1 Million CHF an Publikumseinlagen gilt dies nicht mehr als gewerbsmässig und es braucht keine Bewilligung mehr der Finma. Die Unternehmen sind aber verpflichtet ihre Kunden darauf hinzuweisen, dass die Einlagen nicht mehr der Einlagensicherung unterstehen.
  • Geplant wird eine neue „Bankenkategorie“ welche bei Publikumseinlagen bis 100 Millionen CHF ein erleichterte Bewilligungs- und Betriebsvoraussetzungen mit sich bringt. Dies tritt aber noch nicht per 1.8. in Kraft, sondern muss im Herbst noch im Nationalrat debattiert werden.

Ich denke diese neuen Regeln (insbesondere die neuen Bankenkategorie) dürften in der Schweiz dem Fintech Bereich einen Schub geben. Bisher standen Fintechs ziemlich schnell vor riesigen Hürden im regulatorischen Bereich. Dies dürfte sich entschärfen und die Fintechs können sich auf ihr eigentliches Vorhaben – die Innovation fokussieren. Spannend dürfte auch sein wie sich etablierte Finanzinstitute die neuen Regeln zu nutzen machen.

Quelle: Medienmitteilung des Bundesrates

Stimmenanalyse verrät das psychologische Profil

Im Beitrag „The End of Privacy – Dr. Michael Kosinski“ habe ich von einer Studie berichtet, welche aufgezeigt hat dass mit wenigen Datenpunkten (70 Facebook Likes) von einer Person ein psychologisches Profil erstellt werden kann. Die Firma „Precire“ aus Deutschland geht hier noch einen Schritt weiter. Die Software von Precire „nutzt Sprache und Text um ein valides Bild von Mitarbeitern, Kunden, Bewerbern und weiteren Gesprächspartnern zu zeichen“ und weiter „die in gesprochener und geschriebener Sprache mit künstlicher Intelligenz Muster identifiziert und daraus linguistische, psychologische und kommunikationsbezogene Merkmale ableitet“.

Die Einsatzzwecke so einer Software ist natürlich beinahe unbegrenzt und kann überall dort wo Kommunikation – schriftlich wie mündlich – stattfinden eingesetzt werden. Bereits gibt es erste Unternehmungen welche potentielle Kandidaten für Stellen ein Gespräch mit einem Computer vorgängig durchführen lassen. Dieser Artikel im Bund gibt Hintergrundinfos. Wenn man dies aber zu Ende denkt, so ergeben sich auch unheimlich Szenarien wie dieser Artikel des Beobachter aufzeigt.

Ich denke unsere Gesellschaft wird mittelfristig nicht drum herum kommen, dass Regeln rund um solche Analysewerkzeuge (sei es Facebook Likes, Stimmanalyse, whatever) aufgestellt werden müssen. Eine anderes Szenario ist, dass sich irgendwann herausstellt, dass diese Analysewerkzeuge – welche rein auf statistischen Grundlagen basieren – nicht korrekt funktionieren und Stereotypen Vorschub leisten. Oder wie Hernani Marques vom Chaos Computer Club im obigen Artikel des Beobachters zitiert wird: „Das ist Hokuspokus mit fatalen Folgen. Eine Software kann nicht in die Gefühlswelt eindringen.“.

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