„The End of Privacy“, Dr. Michal Kosinski – YouTube

Im Dezember 2016 ging ein Artikel des „Magazin“ des Tagesanzeigers um die Welt. Darin wird erklärt, wie Donald Trump zu seinem Sieg bei den Präsidentschaftswahlen in den USA gekommen sein soll. Unter anderem wird aufgezeigt wie mittels Big Data Algorithmen, dem Sammeln von Daten sowie Profilerstellung die Wähler zielgenau angesprochen werden konnten. Auch wenn vieles was im Artikel ausgeführt wurde, nicht ganz stimmt (siehe auch Gegendarstellung des WDR https://blog.wdr.de/digitalistan/hat-wirklich-der-grosse-big-data-zauber-trump-zum-praesidenten-gemacht/), so macht es schon nachdenklich.

Etwas was aber nicht erfunden wurde, sind die Studien von Dr. Michal Kosinksi der Cambridge University. So haben diese schon im 2014 aufgezeigt, dass mittels einer recht überschaubaren Anzahl von Datenpunkten (z.B. Facebook Likes) das psychologische Profil eines Menschen sehr genau bestimmt werden kann. Darüber gibt es bereits einen Artikel auf diesem Blog (70 Facebook Likes = Umfassendes Persönlichkeitsprofil).

Mittlerweile ist Kosinski und seine Kollegen an weitergehenden Studien dran. So erforschen sie aktuell ob aufgrund von Fotos und dem Verknüpfen von Big Data ebenfalls die Bestimmung von psychologischen Profilen möglich ist. Und ja, ist es. Scary….

Das folgende Youtube-Video zeigt eine Präsentation von Michal Kosinski wo er seine Studien erläutert und auch herleitet warum aus seiner Sicht „The End of Privacy“ eintreffen wird respektive schon eingetroffen ist.

Ich empfehle das Video unbeschränkt allen. Es zeigt einerseits auf, was heute schon möglich ist (und daher wohl auch von einzelnen Staaten/Unternehmungen genutzt wird) und wohin die Zukunft gehen wird.

Fünf Beispiele für den Einsatz von Chatbots im Banking

Chatbots werden als eines der the next big things der Zukunft angeschaut. Ich bin auch überzeugt, dass insbesondere an der Kundenschnittstelle mit Chatbots grosses Potential besteht. Primär sehe ich hier – zumindest anfangs – nicht eine Ablösung der traditionellen Servicekanäle, sondern eine Erweiterung dieser. Funktionen welche heute in Apps vorhanden sind, werden mittelfristig in Chatbots ausgelagert. Es geht hierbei um die einfachen, standardisierten Anwendungsfälle. Im Banking sind das so Dinge wie Kontostand abfragen, Zahlung auslösen etc. Wichtig erscheint mir auch, dass wenn man von Chatbots redet es sich nicht zwingend nur um Chats auf Textbasis handelt, sondern dass auch sprachliche Assistenten mitberücksichtigt werden (z.B. Apple Siri, Amazon Alexa, Microsoft Cortana).

Im folgenden Artikel werden fünf Lösungen vorgestellt welche bei Banken weltweit schon im Einsatz sind respektive als Pilotanwendungen genutzt werden können.

Der Bank-Blog.de Fünf Beispiele für den Einsatz von Chatbots im Banking

Fünf Beispiele für den Einsatz von Chatbots im Banking zeigen die Möglichkeiten Künstlicher Intelligenz als digitale Zukunftstechnologie

 

Global Digital Report 2017: So digital ist die Welt

Die Digital-Agentur „We are social“ veröffentlicht jährlich einen Report über Nutzungszahlen zum Internet generell, verschiedenen Plattformen und sozialen Netzwerke. Der Report ist sehr umfassend, richtig überraschendes ist aber nicht zu finden.

Neue Zahlen zum Stand der Digitalisierung: Die globale Digital-Agentur We Are Social hat ihren Digital Report 2017 veröffentlicht.

Hier die wichtigsten Fakten aus dem Report aus meiner Sicht:

  • 2017 wurde erstmals die Marke von 50% der Internetnutzer in Prozent der weltweiten Bevölkerung geknackt.
    -> Eigentlich eine sehr bedenkliche Zahl dass erst die Hälfte der Bevölkerung Zugang zum Internet hat. Trotzdem zeigt sie auch wie schnell die Digitalisierung voranschreitet und welches Potential noch vorhanden ist.
  • Über 2.5 Mia Menschen (34%) nutzen soziale Netzwerke mobil (gesamthaft nutzen 2.8 Mia Menschen soziale Netzwerke).
    -> Was beweist, dass soziale Netzwerke eigentlich eine primär mobile Geschichte sind.
  • Die meistgenutzte Plattform weltweit bleibt Facebook (1.8 Mia), danach folgen Whatsapp & Youtube (1.0 Mia)
  • Nur 20% nutzen Streamingdienste zum Fernsehen
    -> diese Zahl wird sich aus meiner Sicht rapide verändern. Insbesondere wenn man die Vorhaben von Facebook, Snapchat & Twitter betrachtet welche genau in diesen Markt einsteigen wollen/werden.

Eine Kurzzusammenfassung findet man hier: Global Digital Report 2017: So digital ist Deutschland – We Are Social Deutschland

Der ausführliche Report (in Powerpoint Format – kann als PDF heruntergeladen werden) hier: https://www.slideshare.net/wearesocialsg/digital-in-2017-global-overview

 

Mehrheit erlebt Digitalisierung positiv

Das Institut für angewandte Psychologie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaft hat eine Studie zur Digitalisierung der Arbeitswelt und deren Auswirkungen erstellt. Die Forscher haben über 600 Personen in der Schweiz aus verschiedenen Unternehmensgrössen dazu befragt.

In der Mehrzahlt wird dabei die Digitalisierung positiv bewertet. Die Arbeit wird als vielfältiger und autonomer wahrgenommen. Jedoch wird auch die zunehmende Automatisierung als Bedrohung für die Sicherheit des Arbeitsplatzes eingeschätzt. Es wird dabei jedoch nicht ausgegangen, dass der Job vollends von Maschinen ersetzt wird.

Die Studie beleuchtet sehr gut die verschiedenen Aspekte der Digitalisierung. Inklusive des Begriffes der Digitalisierung selber – welcher jedoch unterschiedlich eingeordnet wird.

Details und eine grobe Übersicht zur Studie findet man auf der Website der ZHAW:

https://www.zhaw.ch/de/ueber-uns/aktuell/news/detailansicht-news/news-single/mehrheit-erlebt-digitalisierung-positiv/

Die ausführliche Studie sollte in den nächsten Tagen erscheinen. Hier kann man sich einschreiben für die Benachrichtigung.

 

Wie hacke ich eine Bank?

Viele Prozesse und Tätigkeiten verlagern sich in den digitalen Raum. E-Banking Systeme sind darum heute nicht mehr wegzudenken. Das Internet bringt aber nicht nur Chancen sondern auch neue Gefahren mit sich.

Kein Wunder, dass sich auch Verbrecher vermehrt im digitalen Raum breit machen. Doch wie hacke ich eine ganze Bank – nicht nur einen einzelnen E-Banking Benutzer? Forscher der Kaspersky Labs (Hersteller der gleichnamigen Anti-Viren Software) haben einen beispiellosen Fall einer brasilianischen Bank nachvollzogen welche im eigentlichen Sinne gekidnapped wurde.

Researchers at Kaspersky say a Brazilian bank’s entire online footprint was commandeered in a five-hour heist.

Quelle: An Unprecedented Heist Hijacked a Brazilian Bank’s Entire Online Operation | WIRED

Ich empfehle den Artikeln unbeschränkt. Er zeigt auf wie einfach es theoretisch sein kann, dass man als Unternehmen gehacked wird. Das wichtigste Instrument gegen Kriminalität bleibt auch im Internetzeitalter der Mitarbeiter und dass er seinen Kopf einschaltet.

Geräusche als Passwortersatz

Passwörter sind eine mühsame Sache und vergessen tut man diese auch regelmässig. Ein Startup Spin-off der ETH Zürich namens „Futurae hat eine spannende Technologie erfunden mit welcher potentiell irgendwann Passwörter der Vergangenheit angehören und durch Geräusche (ja, Geräusche!) ersetzt werden können.

Stellen wir uns das Szenario eines E-Banking Loginverfahren vor. Im Normalfall muss ich Benutzername & Passwort eingeben und in einem zweiten Schritt ein weiteres Sicherheitsmerkmal (SMS, Phototan oder so). Mit der Technologie von Futurae kann beides wegfallen. Grundidee dahinter ist, dass der Desktop-Computer wie auch ein zweites Gerät – in der Regel Mobilephone – die Umgebungsgeräusche aufnehmen und die beiden Tonspuren danach vergleicht. Falls dieser Vergleich ungenügend ist weil beispielsweise totale Stille ist, so kann der Desktop-Computer über Ultraschall für „Geräusche“ sorgen welche danach das Mobile aufnehmen kann.

Quelle: Wired Magazin Deutschland – Geräusche machen das Log-In sicherer

Informatiktage Zürich

Die digitale Transformation ist in aller Munde und keine Firma welche sich nicht damit befasst. Aber was bedeutet überhaupt digital? Wer versteht effektiv was in einem digitalen Device abläuft? Wohl die wenigsten.

Die Informatik-Tage bieten hier Anschauungsuntericht. An zwei Tagen führen Unternehmen aus dem digitalen Sektor sowie Organisationen und Forschungsanstalten spannende Veranstaltungen durch (Workshops, Rundgänge, Vorführungen. Dies nicht nur für Erwachsene sondern auch Kinder.

Informatiktage Zürich

Die Informatiktage gehen in die nächste Runde: am 16. und 17. Juni 2017 öffnen Unternehmen, Organisationen und Bildungsinstitutionen im Grossraum Zürich erneut ihre Türen und machen die vielseitige Welt der Informatik für alle zugänglich und erlebbar.

Ich finde die Idee dahinter sehr gut und werde garantiert auch die eine oder anderen Veranstaltung besuchen (mein persönlicher Favorit ist hier die ETH Zürich, haben immer wieder unabhängig von diesen zwei Tagen gute Veranstaltungen fürs breite Publikum wo man sich aktuelle Forschungen zeigen lassen kann.

Was ist die digitale Transformation?

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Ulrich Spiesshofer (CEO von ABB) hat in einem NZZ Gastkommentar das Thema digitale Transformation sehr prägnant auf den Punkt gebracht.

Artikel: Was einen CEO um den Schlaf bringt (Printausgabe vom 07.04.2017)

Insbesondere das Zitat von McKinsey trifft den Nagel auf den Kopf.

«Das Digitale ist nicht irgendein Ding – es ist eine neue Art, Dinge zu tun. Viele Unternehmen bemühen sich um die Entwicklung einer digitalen Strategie. Stattdessen sollten sie sich vielmehr bemühen, das Digitale in alle Aspekte ihrer Geschäftstätigkeit zu integrieren – von Vertriebskanälen, Prozessen und Daten bis zu Geschäftsmodellen, Incentives und zur Unternehmenskultur. …»

 

Die Selbstbestätigungs-Falle

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In letzter Zeit ist vermehrt von der sagenumwobenen „Filterblase“ die Rede in welcher wir uns im digitalen Alltag bewegen. Doch was steckt dahinter?

Einerseits kann man sich das sehr lesenswerte Buch von Eli Pariser zu Gemüte führen. Anderseits hat das Online Magazin des ORF „Futurezone“ und dessen Autor Florian Aigner einen kurzen und prägnanten Artikel über das Thema verfasst. Darin wird eine Studie eines englischen Psychologen vor über fünfzig Jahren (!) referenziert.

Ich finde den Artikel äussert lesenswert und empfehlen ihn allen (Lesezeit 5 Minuten)

 

Was haben die Zahlen 2-4-6 mit unserer politischen Einstellung zu tun? Ein psychologisches Experiment zeigt, wieso wir so oft an dummen Ideen festhalten.

Quelle: Die Selbstbestätigungs-Falle – futurezone.at (4 Minuten geschätzte Lesezeit)

70 Facebook Likes = Umfassendes Persönlichkeitsprofil

Man kann es sich kaum vorstellen – ist aber wissenschaftlich unterlegt (und das schon seit 2012). Anhand von 70 Facebook Likes kann ein Algorithmus ein umfassendes Persönlichkeitsprofils eines Menschen anlegen welches genauere Zukunftseinschätzungen machen kann als Freunde. Das geht soweit dass ab 150 Likes eine bessere Einschätzung als die der Eltern und bei 300 Likes als der Partner gemacht werden kann.

Es braucht kein Big Data Studium zum Erahnen was alles damit machbar ist. In Fachkreisen redet man hier von „Microtargeting“.

Wer es selber mal ausprobieren will kann auf die Seite der Cambridge University gehen und kann es dort anhand seines eigenen Profils ausprobieren. Voraussetzung sind aber mindestens 70 Likes :-). https://applymagicsauce.com/demo_likes.html

Via: http://www.notch-interactive.com/de/blog/2017/03/17/psychometrie-als-grundlage-von-microtargeting/

Studie (PDF): http://www.pnas.org/content/110/15/5802.full.pdf

 

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