Deposit Solutions – deutsches Wunder-Fintech?

Von Zeit zu Zeit stelle ich auf diesem Blog auch interessante Fintechs vor.

Eines davon ist das Unternehmen „Deposit Solutions“ aus Hamburg. Gemäss einem Artikel der deutschen Zeitung „Die Welt“ von Ende Juni ist es das am schnellsten wachsende Finanz-Start-up der Welt. So soll das Unternehmen in der Zwischenzweit zwei Milliarden Euro an Kundengeldern verwalten – dies 20 Monate nach Start.

Die Idee dahinter ist, dass in Deutschland (und auch der Schweiz) meist keine Zinsen mehr auf Guthaben bezahlt werden. Handkehrum gibt es in anderen europäischen Ländern Institute die Einlagen suchen und durchaus auch bereit sind einen Zins zu bezahlen. Diese Insititute haben aber in der Regel keinen Zugang zu Privatkunden. Diese Verbindung soll Deposit Solutions herstellen. Die Privatkunden müssen dafür jedoch nicht Kunde bei Deposit Solutions werden, sondern das Angebot wird über die bestehende Bank (ohne Bankwechsel oder Kontoeröffnung) genutzt und abgewickelt.

Weitere Informationen zu Deposit Solutions findet man in diesem Artikel der Welt, oder direkt auf der Homepage.

Die Welt: Start-up Deposit Solutions: Deutsches Fintech sticht internationale Konkurrenz aus – WELT

Homepage: http://www.deposit-solutions.com/ 

WeChat – die unbekannte Social Media Macht

–Update 23.08.2017– Das Magazin Technology Review hat noch einen spannenden Artikel zum Thema veröffentlicht.

Wenn wir in unseren Breitengraden von Messenger Plattformen reden, dann ist meist von Facebook und Whatsapp die Rede.

Was viele aber nicht wissen, im asiatischen Raum – primär China – gibt es eine Messenger-Plattform welche bezüglich Nutzerzahlen und Möglichkeiten in einer Liga wie die beiden obgenannten spielt respektive diese sogar übertrumpft.

Die Messenger-Plattform „WeChat“ hat knapp 1 Milliarde (!) Benutzer und ist die primäre soziale Plattform in Asien. WeChat ist nicht einfach nur ein Messenger wie Whatsapp, sondern bietet noch viel mehr Möglichkeiten. So ist es möglich darüber Käufe zu bezahlen, Geld an andere zu überweisen, Tickets für Flüge & Co. zu bestellen und noch vieles mehr. Natürlich können auch einfache Nachrichten versendet werden :-).

Wenn man mit Personen aus dem asiatischen Raum spricht, so merkt man wie ein integraler Bestandteil des Lebens WeChat ist. Jeder nutzt es und macht praktisch alles darüber. Ob WeChat in Europa und den USA irgendwann auch eine grosse Verbreitung findet, bezweifle ich. Ich bin jedoch überzeugt, dass die Möglichkeiten und Funktionen von WeChat (Dinge kaufen, Geld überweisen etc.) auch bald in den bei uns gebräulichen Messengern auftauchen werden. Hingegen wird schon jetzt angestrebt, dass asiatische Touristen in Europa und den USA mit WeChat bezahlen können. Erste Kooperationen in Deutschland laufen.

Für eine gute Übersicht zu WeChat generell und dem Bezahlsystem empfehle ich die folgenden Artikel aus dem Innvationsblog der DZ Bank in Deutschland.

Eine App für alles – das Ökosystem von WeChat

WeChat mit Bezahlsystem auf weltweite Expansionskurs

EU öffnet Bankkonti mit der Brechstange

Ab nächsten Januar müssen Banken im EU-Raum Drittfirmen Zugang zu den Bankkonten ihrer Kunden geben (sofern der Kunde das natürlich wünscht). Im Fachjargon nennt man das PSD 2 (Payment Services Directive 2) und war in diesem Blog auch schon Thema (z.B. Banken als Plattform: Wie PSD2 die Finanzwelt verändert).

Was dies für einen Einfluss auf die Banken haben wird ist umstritten. Es geht von praktisch null zu 30-40% Einbussen auf dem Ertrag.

Die NZZ am Sonntag vom 26.3.2017 hat hierzu einen interessanten Artikel veröffentlicht. EU öffnet Bankkonti mit der Brechstange | NZZ am Sonntag

Doch was steckt überhaupt hinter dem PSD 2? Das European Payments Council (EPC) hat versucht dies in einer Infografik aufzuzeigen.

EPC Infographics PSD2

Quelle: http://www.europeanpaymentscouncil.eu/

 

Banking on Bitcoin (2016) – IMDb

Bist Du interessiert an den Hintergründen von Bitcoin? Nicht unbedingt an der technischen Funktionsweise im Detail, sondern mehr der Geschichte und Entstehung? Der Film „Banking on Bitcoin“ erfüllt genau das. In rund 90 Minuten wird alles Wichtige rund um Bitcoin erklärt und aufgezeigt wie es dazu kam, wer dahintersteht (oder eben nicht), was die rechtlichen und regulatorischen Probleme waren und immer noch sind.

Ich empfehle den Film ohne Vorbehalte. Er ist einerseits sehr spannend und kurzweilig, anderseits zeigt er auch die Probleme und Vorbehalte gegenüber einer digitalen Währung gut auf. Gleichzeitig wird aber auch aufgezeigt wir das Establishment allzuweil etwas hilflos reagiert wenn etwas Neues und Unbekanntes an Bestehendem rüttelt.

Quelle: Banking on Bitcoin (2016) – IMDb

Geld senden und empfangen mit Gmail

Neu ist es möglich über Gmail auf dem Smartphone (Android) Geld an Andere zu senden und zu empfangen (aktuell nur UK). Ich bin überzeugt, dass in naher Zukunft es nicht mehr notwendig sein wird, dass Zahlungen in einem EBanking erfasst und freigegeben werden müssen. Mit Lösungen wie hier vorgestellt oder auch der geplanten Integration von Rechnungen für Twint (angekündigt an der http://finance20.ch, soll im Herbst kommen) kommt der Zahlungsprozess immer näher an die Kunde/Lieferant Schnittstelle und der – eigentlich unnötige – Umweg über eine dritte Plattform (=EBanking) wird wegfallen.

Quelle: https://techcrunch.com/2017/03/14/you-can-now-send-and-request-money-in-gmail-on-android/?ncid=rss

Anwendungsmöglichkeiten von künstlicher Intelligenz im Finanzbereich

Die Website „Let’s talk Payments“ hat eine Aufstellung erstellt mit potentiellen Anwendungsgebieten der künstlichen Intelligenz im Finance. Wie bereits in diesem Beitrag erwähnt gilt es zu differenzieren zwischen künstlicher Intelligenz und Machine Learning. Im Artikel erwähnt sind hierbei Anwendungen im Gebiet des Risk Profiling, Datenextraktion & -aufbereitung sowie Betrugserkennung.

Ich denke es gibt noch weitere Anwendungsgebiete, aber die vorgestellten machen für mich viel Sinn und dürften in den nächsten Monaten und Jahren auch bei vielen Firmen umgesetzt werden.

Quelle: Applications of Machine Learning in FinTech | Let’s Talk Payments

Science-Fiction in der Finanzwelt?

Wird der Bankberater der Zukunft eine Maschine sein? Dirk Elsner ist in der deutschen DZ Bank verantwortlich für die Innovation und Digitalisierung und kommentiert im Magazin „Capital“ das Thema künstliche Intelligenz und Banken.

Ich finde den Kommentar sehr gut. Die Bezeichnung künstliche Intelligenz geht völlig in die falsche Richtung. Bis wir eine richtige künstliche Intelligenz haben werden – respektive es ist sogar fraglich ob das jemals möglich sein wird – wird es noch eine Weile dauern. Was jedoch aktuell unter dem Thema „maschinelles Lernen“ schon alles möglich ist und in naher Zukunft möglich sein wird, ist erstaunlich und wird unterschätzt. In diesem Zusammenhang nimmt vor allem das Thema Big Data eine wichtige Rolle ein. Mit vielen Daten kann man Maschinen trainieren und dadurch bessere Entscheidungen, Simulationen etc. erhalten. Dirk Elsner beschreibt im Kommentar auch mögliche Anwendungsgebiete dieser neuen Technologien.

Quelle: SCIENCE-FICTION IN DER FINANZWELT?

 

Die unterschätzte Gefahr der Angriff der Plattformen auf Banken

Ein sehr lesenswerter Artikel rund um die Thematik von Plattformen. Ich bin überzeugt, dass die Konkurrenz der Banken mittelfristig nicht aus der Finanzbranche selber kommen wird – oder auch Fintechs – sondern die grossen Player wie Google, Apple & Co sein werden. Insbesondere Amazon traue ich hier viel zu und wenn man den Gerüchten einer allfälligen Übernahme von Capital One traut, dann kann das sogar ein mittleres Erdbeben (zumindest in den USA) auslösen.

Die unterschätzte Gefahr der Angriff der Plattformen auf Banken

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