Videobeweis via Bitcoin-Blockchain

Über den Wert und die Nachhaltigkeit von Bitcoin kursieren viele verschiedene Meinungen. Ich persönlich denke, dass es noch zu früh ist eine abschliessende Beurteilung vorzunehmen.

Unbestritten ist jedoch der Mehrwert der Blockchain Technologie auf welcher Bitcoin läuft. Mit Blockchains kann man unveränderbar digitale Bestandesaufnahmen ablegen. Das Justizministerium von England will sich diesen Umstand nun zu Hilfe machen.

Die Idee ist es, dass Videoaufnahmen der Polizeieinsätze auf der Bitcoin(!)-Blockchain manipulationsresistent protokolliert werden und so sichergestellt wird, dass in einer rechtlichen Auseinandersetzung festgestellt werden kann, dass die Videoaufnahmen nachträglich nicht verändert wurden.

Technisch funktioniert dies so, dass der Hashwert der Videoaufnahme (ein Hashwert ist eine einzigartige, minifizierte „Zusammenfassung“, welche sich bei jeglicher Änderung sofort fundamental verändert) auf der Bitcoin Blockchain mittels eines „Colored Coin“ gespeichert wird. Das bedeutet, es wird nicht eine eigentliche Währungstransaktion (Übertragung von Bitcoin Verkäufer zu Käufer) abgelegt, sondern nur eine Art Metadaten gespeichert. Die Bitcoin Blockchain wird somit etwas zweckentfremdet, aber technisch ist die Nutzung so erlaubt.

Ich finde den Ansatz sehr spannend. Die Bitcoin Blockchain wird zwar hier für etwas genutzt, was nicht unbedingt im primären Sinne der Erfinder war. Jedoch ist die Bitcoin Blockchain aktuell mehr oder weniger auch die einzige Blockchain (neben Ethereum) welche eine genug breite und neutrale Abstützung hat.

Quelle: Videobeweis via Bitcoin-Blockchain | BTC-ECHO

Was sind eigentlich Smart Contracts? 

geralt / Pixabay

Aber in meinem täglichen Doing erlebe ich immer wieder, dass nur die wenigsten effektiv verstehen was dahinter steht. Aus meiner Sicht ist es aber unerlässlich, dass man zumindest in den Grundzügen (ohne gleich eine Mathematik/Informatik-Ausbildung zu machen) versteht wie die Blockchain Technologie funktioniert. Zeit dies zu ändern :-).

Ein erste Begrifflichkeit welche man im Zusammenhang mit Blockchain immer wieder antrifft, sind die sogenannten Smart Contracts.

In meinem Webinar habe ich dieses Thema nur kurz angeschnitten. Smart Contracts haben aber mittelfristig viel das grössere Potential als die Blockchain Technologie nur für Kryptowährungen zu nutzen.

Das österreichische Zukunftsportal „futurezone.at“ hat vor kurzem einen sehr guten Einführungsartikel zum Thema veröffentlicht.

Blockchain – Was sind eigentlich Smart Contracts?

https://futurezone.at/digital-life/blockchain-was-sind-eigentlich-smart-contracts/293.031.908

In diesem Artikel ist auch ein sehr informatives und gut erklärendes Video enthalten welches ich unbedingt empfehle.

Webinar „Blockchain & virtuelle Währungen“

Ende August fand im VZ ein Webinar zum Thema „Blockchain & virtuelle Währungen“ statt.

Inhaltlich ging es dabei um folgende Themen:

  • Historische Betrachtung von Bitcoin & Blockchain
  • Funktionsweise der Blockchain anhand von Bitcoin
  • Spezielle Aspekte von Bitcoin
  • Anwendungsgebiete von Blockchains

Das Video findet man auf Youtube und kann man auch in Ruhe zu Hause (nochmals) anschauen (Dauer ca. 50 Minuten).

Ich habe eine Übersichtsseite zum Thema erstellt. Dort findet man Links zu Einführungsseiten, Plattformen und sonstige weitergehende Informationen. Bei Fragen zum Webinar hinterlasse eine Kommentar unten.

Zug führt Blockchain-ID für seine Einwohner ein

Die Schweiz und insbesondere Zug gilt in Fachkreisen als die weltweite Hochburg rund um Blockchain. Diverse Unternehmen und Startups welche im Bereich der Blockchain forschen und Produkte entwickeln sind im „Crypto Valley“ ansässig. Die Stadt Zug unterstützt dieses Ökosystem sehr aktiv und ermöglicht beispielsweise schon seit Sommer 2016, dass gewisse Dienstleistungen der öffentlichen Hand mit Bitcoin bezahlt werden können. Das wird auch sehr rege genutzt – von 12 Personen :-). Das Ganze hat natürlich auch einen Bezug zum Standortmarketing.

Ab Herbst 2017 ermöglich Zug nun seinen Bürger eine digitale Identität auf Basis der Blockchain zu erhalten. Damit können sie alle Tätigkeiten mit der öffentlichen Hand digital erledigen ohne dass ein sonstiger Nachweis nötig ist. Im Frühling 2018 soll auch erstmalig mit dieser Identität online abgestimmt werden können.

Eine digitale Identität ist in dieser Form nichts Neues und wurde in diesem Blog auch schon thematisiert (siehe auch Monatsbericht Juni 2017). Neu ist aber das digitale Identität mit der Blockchain-Technologie verbunden wird. Es gibt bereits diverse Forschungspapiere zu diesem Thema, aber eine konkrete, produktive Umsetzung gibt es noch keine. Hiermit ist Zug weltweit in einer Pionierrolle unterwegs und ich bin sehr gespannt auf die Umsetzung und wie die Lösung genutzt werden kann.

Quellen:

BTC-ECHO | Zug führt Blockchain-ID für seine Einwohner ein

Präsentation der Projektverantwortlichen der Stadt Zug (die Lösung wird auch live gezeigt)

USA: Kryptowährungen sollen bei Einreise kontrolliert werden | BTC-ECHO

Ich habe spasseshalber immer gesagt, dass mit es mit Cryptocurrencies am einfachsten ist zum Geld schmugglen. USB Stick rein, Wallet übertragen, über Grenze und gut ist. Witz am ganzen ist jedoch, dass es bei den Cryptocurrencies im Endeffekt eigentlich keine Grenzen mehr gibt.

Eine Gruppe von US-Abgeordnete verlangt nun aber nach einer Regelung, dass bei der Einreise Bitcoin-Bestände über USD 10’000 deklariert werden müssen. Macht zwar in einer „alten“ Denkweise Sinn, jedoch kann ich mir keinen realistischen Weg vorstellen wie man das kontrollieren und durchsetzen will.

Quelle: USA: Kryptowährungen sollen bei Einreise kontrolliert werden | BTC-ECHO

Grundbuchamt über Blockchain – Schweden macht es vor!

 

Die Blockchain Technologie bietet viele Möglichkeiten und Potential. Aus meiner Sicht gilt es zu unterscheiden zwischen den Ansätzen welche disruptiven Charakter haben (z.B. Bitcoin) und dadurch Bestehendes umkrempeln und durch etwas Neuartiges ersetzen. Anderseits kann man mit der Blockchain auch bestehende Systeme effizienter machen und dadurch Kosten sparen. Nachvollziehbar ist, dass die zweite Kategorie sehr viel rascher sich durchsetzen und durch etablierte Branchen übernommen wird.

Die Grundbuchämter in Schweden gehen nun diesen Schritt und digitalisieren das Grundbuchamt durch eine Blockchain. Seit 2016 wurde bereits geforscht; Ende Mai wurde nun die letzte Testphase abgeschlossen.

Spannend ist, dass in der Testphase auch zwei Banken involviert waren. Denkbar ist es natürlich, dass auch Banken und ihre Prozesse sich mittelfristig in die Blockchain der Grundbuchämter integrieren. Die Effizienzgewinne und dadurch Aufwandreduktionen dürften relativ gross sein.

Quelle: Schweden nutzt jetzt offiziell die Blockchain für Grundbucheintragungen | BTC-ECHO

Artikel „Wie Blockchain das Leben ändert“

In der Handelszeitung ist ein interessanter Artikel zum Thema Blockchain erschienen.

Blockchain ist derzeit im Stadium wie das Internet etwa Anfang der 1990er Jahre. Und hat ähnliches Potenzial. Fünf Lebensbereiche, welche die Technik bald beeinflussen kann.

http://www.handelszeitung.ch/unternehmen/technologie/jenseits-von-bitcoin-wie-blockchain-das-leben-aendert-1423036

Es werden verschiedene Bereiche aufgezeigt wo die Blockchain mittel- bis langfristig einen Einfluss auf unser Leben haben könnte. Nicht jedes der Beispiele finde ich gelungen. Die beiden Bereiche „digitale Identität“ und „Demokratie“ finde ich aber sinnvoll und sind für mich durchaus realistisch.

Studie zeigt zunehmende Bedeutung von virtuellen Währungen auf

Eine Studie der University of Cambridge zeigt auf, dass eine wesentlich grössere Anzahl von Personen virtuelle Währungen sogenannte Cryptocurrencies aktiv nutzt. So geht die Studie von mindestens 3 Millionen Personen aus – dies im Gegensatz zu den bisherig vermuteten 1 Million.

Die „Global Cryptocurrency Benchmarking Studie“ hat Daten von über 100 Unternehmungen aus 38 Ländern welche im Bereich der Cryptocurrencies unterwegs sind zusammengefasst. Es ist die erste solch umfassende Studie überhaupt.

Quelle: Study highlights growing significance of cryptocurrencies | University of Cambridge

Buchempfehlung: Blockchain Basics

In den letzten Tagen habe ich ein empfehlenswertes Buch zum Thema Blockchain gelesen.

Es handelt sich dabei um das Buch „Blockchain Basics“ von Daniel Drescher.

In 25 concise steps, you will learn the basics of blockchain technology. No mathematical formulas, program code, or computer science jargon are used. No previous knowledge in computer science, mathematics, programming, or cryptography is required. Terminology is explained through pictures, analogies, and metaphors.

Das Buch erklärt in 25 Schritten wie die Blockchain funktioniert und warum diese nicht veränderbar ist. Das Buch ist sehr verständlich geschrieben und auch ohne mathematische oder technische Kenntnisse kann man den Ausführungen gut folgen. Gutes Englisch ist jedoch Vorraussetzung – eine deutsche Überssetzung ist aktuell noch nicht vorhanden.

Das Buch ist im gut sortierten Buchhandel erhältlich (ich habe es im Orell Füssli Zürich gekauft). Kann aber auch als Ebook auf den einschlägigen Plattformen oder direkt beim Springer Verlag gekauft werden.

Blockchain in der Schweiz – aktuelle Umfrage von IBM

IBM hat eine Umfrage unter mehr als 50 Entscheidungsträgern von Unternehmen unterschiedlichster Branchen in der Schweiz zum Thema „Adaption der Blockchain“ durchgeführt.

Allgemein kann man sagen, dass Blockchain als Thema mittlerweile auch in den Führungsetagen angekommen ist. Jedoch weiss man vielerorts noch nicht wie man damit umgehen soll. Als Vorreiter bei der Auseinandersetzung mit der Blockchain setzen sich vor allem die Distributions- sowie Finanzbranche in Szene. Das macht natürlich Sinn, da in diesen Branchen ein grosses Potential an Effizienzgewinn vorhanden ist (gleichzeitig auch ein grosses Disruptionspotential…). Als grösste Hürden bei der Adaption der Blockchain werden die mangelnde Reife der Technologie/Ökosysteme, Zeitdruck aufgrund das Daily Business sowie das Fehlen von Knowhow(-Träger) angegeben.

Bedenklich stimmt aber auch die Zahl von knapp 30% welche sich für die Blockchain nicht interessieren und aktuell das Thema nicht einmal adressieren.

Ich empfehle die Studie sehr zur Lektüre.

Studie (PDF – 36 Seiten Präsentation) : Blockchain Adoption in Switzerland

Quelle: https://www.ibm.com/de-de/blogs/think/2017/03/30/blockchain-effizienz/

© 2017 VZ Holding AG und/oder mit ihr verbundene Unternehmen. Alle Rechte vorbehalten.