Banken als Plattformen

Der Plattform-Gedanke ist nichts Neues. Vorallem in der E-Commerce Welt geben mittlerweile grosse Player wie Amazon, Zalando und Alibaba (Aliexpress) den Ton an und diktieren die Spielregeln.

In der Finanzwelt sieht das noch anders aus. Mit der zunehmenen Öffnung (auch wegen der neuen Zahlungsdirektive PSD2) versuchen aber auch vermehrt Finanzinstitute diesen Weg zu gehen. So haben in den letzten zwei Tagen zwei bekannte Unternehmen Vorstösse in diesem Bereich angekündigt.

Einerseits wird die Deutsche Bank ab Mitte 2018 Sachversicherungen über ihr Online-Portal anbieten. Es handelt sich dabei nicht um ein reines Abschlussgeschäft sondern um eine umfassende Dienstleistung (“Sachversicherungsverträge dort in einem „VersicherungsManager“ verwalten, optimieren und Neuverträge schnell und sicher abschließen.”). Die Deutsche Bank arbeitet hierbei mit dem digitalen Versicherungsmakler “Friendsurance” zusammen. Die Medienmitteilung findet man hier: Deutsche Bank stärkt das Geschäft mit Sachversicherungen – Newsroom

Das UK-Fintech Revolut hat in diesen Tagen ebenfalls angekündet Versicherungsangebote in ihre Apps aufzunehmen. Es handelt sich hierbei um einen sehr spezifischen Anwendungsfall. So kann man – ab sofort – zeitlich limitierte Reiseversicherungen abschliessen. Diese stützen sich auch gleich auf die GEO-Location Daten des Smartphones. Den Ansatz der Verwendung der Smartphone Sensoren in Kombination mit Finanzdienstleistungen finde ich persönlich sehr interessant. Hier den Blogartikel von Techcrunch dazu: https://techcrunch.com/2018/01/16/revolut-launches-geolocation-powered-travel-insurance/

Revolut entwickelt sich – technisch -sich sehr schnell und auch mit innovativen Ideen. So kann man seit Anfang Dezember auch Kryptowährungen direkt in der App kaufen und verkaufen.

 

Neue Compliance Platform auf Blockchain Basis

Die Grossbanken UBS und CS sowie der Infrastrukturanbieter SIX und weitere Partner (Barclays, KBC und Thomson Reuters) werden in wenigen Wochen eine übergreifende Compliance Platform starten.

Grundidee dahinter ist, dass die Identifizierung von Gegenpartner gemeinsam gemacht werden kann und nicht durch jeden Teilnehmer selber. Hintergrund sind auch die verschärfenden regulatorischen Vorschriften im EU Raum welche auf Anfang 2018 in Kraft treten (MiFID II). Das Projekt wird (intern) als “Massive Autonomous Distributed Reconciliation platform” (Madrec) benennt.

Technisch wird die Lösung auf einer Ethereum Blockchain beruhen. Ethereum ermöglicht das Erstellen von sogenannten Smart Contracts. Smart Contracts sind “Computerprotokolle, die Verträge abbilden oder überprüfen oder die Verhandlung oder Abwicklung eines Vertrags technisch unterstützen” (Wikipedia). Gemäss Aussagen von UBS Projektbeteiligten wird diese Lösung die erste go-live Blockchain Umsetzung der UBS sein.

Der Anwendungsfall macht sehr viel Sinn und ist aus meiner Sicht hervorragend geeignet für eine Blockchain Umsetzung. Die Aufwand-/Ertragsfrage dürfte ein “no-Brainer” sein.

Weitere Informationen findet man im Artikel von Coindesk

https://www.coindesk.com/ubs-launch-live-ethereum-platform-barclays-credit-suisse/

Fintech @ Switzerland

Die Swisscom (respektive ihr Banken Think Tank e-foresight) veröffentlicht jeden Monat eine Übersicht über die Schweizer Fintech Landschaft. Mittlerweile sind wir bei 209 Fintechs angekommen. Dazu gehört ein breites Sammelsurium aus verschiedenen Bereichen – von Robo-Advisor, über Blockchain/Crypto wie aber auch Insurance und Comparison Startups.

Die Übersicht kann bei der Swisscom nach Registrierung heruntergeladen werden:
https://www.swisscom.ch/de/business/enterprise/downloads/banking/monthly-fintech-startup-market-map.html

Die Zahl der Fintech hat sich in den letzten 3 Jahren mehr als verdoppelt. Doch wie nachhaltig ist der Bereich Fintech? Die Meinungen gehen da weit auseinander. Einig ist man sich wohl darin, dass der Aufbau eines Geschäftsmodells über B2C (Business to Customer) in der Schweiz nur sehr schwer möglich ist. Dies einerseits weil der typische Schweizer Bankkunde kaum zu einem Wechsel motiviert werden kann, anderseits ist der Markt in der Schweiz auch nicht gross genug, dass sich riesige Investments rechnen. So sind die meisten erfolgreichen Fintechs entweder im B2B Bereich (z.B. Loanboox, Advanon) tätig, oder bieten ihre Lösungen anderen Banken an damit diese sie für ihre Kunden einsetzen (True Wealth mit BLKB, Contovista bei diversen Kantonalbanken).

Das Finanzmagazin “Bilanz” hat darüber einen lesenswerten Artikel geschrieben, welcher das Thema aus verschiedenen Blickwinkel beleuchtet, aber auch kritisch hinterfragt ob da auch Übertreibungen dahinter stehen.

Bilanz: Fintech – ein Hype stösst an Grenzen
https://www.bilanz.ch/invest/finanzindustrie-fintech-ein-hype-stosst-grenzen

 

Infografik – Challenger Banks

Die Website “PaymentandBanking.com” veröffentlicht regelmässig eine Übersicht wo sie versucht alle Challenger Banken zu erfassen. Denke das ist auch sehr gut gelungen.

Persönlich finde ich Revolut und Monzo sehr spannend. Insbesondere Revolut traue ich viel zu. Sie legen ein hohes Tempo und coole Innovationen an den Tag. N26 ist auch spannend, dort wird es interessant werden wie sie sich in UK schlagen wo sie ihren Markteintritt angekündet haben.

Quelle: Infografik – Überblick der Challenger Banken auf dem Markt

Siri, Alexa, Cortana und Google Assistant im Notfall-Test – SPIEGEL ONLINE

Sprachassistenten wie Amazon Alexa/Echo, Google Home oder auch Apple Siri stehen vermehrt bei Menschen in den vier Wänden. Man geht davon aus, dass in den USA (wo solche Devices immer als erstes veröffentlich werden) schon über 60 Millionen Geräte vorhanden sind. Wenn man diese Geräte einsetzt, hat man in der Regel auch mehr als ein Gerät im Haushalt stehen.

Wer schon mal andere Personen – insbesondere Kinder – bei der Interaktion mit diesen Sprachassistenten beobachtet hat, merkt schnell dass da eine andere Art der Kommunikation stattfindet. Diese ist viel persönlicher als über eine Computer/Smartphone Oberfläche. Das wird auch bewusst so von den Herstellern instrumentalisiert. So können alle Assistenten Witze erzählen, Lieder singen oder auch einfach nur einen schönen Tag wünschen.

Durch diese persönlichere Interaktion, liegt es auch nahe dass persönlichere Themen angesprochen werden. Spiegel Online hat ihr ein paar interessante Experimente gemacht und geschaut, was die gängigen Assistenten antworten bei “heiklen” Fragen/Aussagen. So wurde zum Beispiel gesagt “Mit geht es schlecht” oder “ich blute” und die Antwort verglichen. Im Falle von ich blute wird beispielsweise von Apple Siri die nächstgelegenen Krankhäuser aufgezählt und ein Besuch empfohlen.

Wenn an diese Überlegungen weiterführt, so wäre es mittelfristig auch denkbar, dass diese Assistenten auch direkt Aktionen ergreifen und Notärzte etc. aufbieten. Vor allem wenn kein Telefon in der Griffnähe ist nach einem Sturz, merkt man schnell was für ein Potential hier auch vorhanden sein kann.

Quelle: Siri, Alexa, Cortana und Google Assistant im Notfall-Test – SPIEGEL ONLINE

Swiss Innovation Forum – zwei ausgewählte Präsentationen

Ich durfte letzten Donnerstag am Swiss Innovation Forum teilnehmen. Ein einzigartiger Anlass – auch wenn die letztjährige Tagung für mich persönlich spannender war.

Zwei Beiträge haben mich dieses Jahr sehr beeindruckt und empfehle ich als Video zu schauen.

Einerseits Aubrey de Grey der über die Abschaffung des Alterns spricht.
SIF 2017 – Aubrey de Grey – Wake up Call

Sehr kontrovers und auch etwas freaky. Aber wurde nicht viele bahnbrechenden Innovatoren anfangs mit grosses Skepsis betrachtet?
Ganz ohne Grundlage erscheinen mir die Gedanken von de Grey aber nicht.

Fast noch mehr beeindruckt war ich von der Präsentation von Hugh Herr – Head of Biomechatronics Group am MIT Media Lab.
SIF 2017 – Hugh Herr – Dream as a Human Power

Hugh Herr musste nach einem Unfall beide Beine amputieren, hat danach aber eine eindrückliche Karriere in der Forschung und Entwicklung von Prothesen und Exoskeletons hingelegt. Es ist sehr interessant wie weit die Forschung in diesem Bereich bereits ist. Die Lösungen helfen nicht nur Leute mit Handicap, sondern dürfte auch bei vielen Menschen ohne Behinderung in den nächsten Jahren einen Einfluss haben.

Videobeweis via Bitcoin-Blockchain

Über den Wert und die Nachhaltigkeit von Bitcoin kursieren viele verschiedene Meinungen. Ich persönlich denke, dass es noch zu früh ist eine abschliessende Beurteilung vorzunehmen.

Unbestritten ist jedoch der Mehrwert der Blockchain Technologie auf welcher Bitcoin läuft. Mit Blockchains kann man unveränderbar digitale Bestandesaufnahmen ablegen. Das Justizministerium von England will sich diesen Umstand nun zu Hilfe machen.

Die Idee ist es, dass Videoaufnahmen der Polizeieinsätze auf der Bitcoin(!)-Blockchain manipulationsresistent protokolliert werden und so sichergestellt wird, dass in einer rechtlichen Auseinandersetzung festgestellt werden kann, dass die Videoaufnahmen nachträglich nicht verändert wurden.

Technisch funktioniert dies so, dass der Hashwert der Videoaufnahme (ein Hashwert ist eine einzigartige, minifizierte “Zusammenfassung”, welche sich bei jeglicher Änderung sofort fundamental verändert) auf der Bitcoin Blockchain mittels eines “Colored Coin” gespeichert wird. Das bedeutet, es wird nicht eine eigentliche Währungstransaktion (Übertragung von Bitcoin Verkäufer zu Käufer) abgelegt, sondern nur eine Art Metadaten gespeichert. Die Bitcoin Blockchain wird somit etwas zweckentfremdet, aber technisch ist die Nutzung so erlaubt.

Ich finde den Ansatz sehr spannend. Die Bitcoin Blockchain wird zwar hier für etwas genutzt, was nicht unbedingt im primären Sinne der Erfinder war. Jedoch ist die Bitcoin Blockchain aktuell mehr oder weniger auch die einzige Blockchain (neben Ethereum) welche eine genug breite und neutrale Abstützung hat.

Quelle: Videobeweis via Bitcoin-Blockchain | BTC-ECHO

Fortschritte in der Robotik

Die Robotik entwickelt sich momentan sehr schnell weiter. Gepaart mit den neuen Forschungsergebnissen der künstlichen Intelligenz werden aus meiner Sicht hier in naher Zukunft völlig neue Anwendungsszenarien möglich und in Gebieten welche zuvor nicht vorstellbar waren.

Beeindruckend ist das neuste Video der Firma Boston Dynamics (ehemals eine Google Tochter).

Aus meiner Sicht braucht es nicht viele Worte….Auf mich wirkt es fast schon beängstigend. Unbedingt anschauen.

Quelle: Don’t flip out, but even the robots are more athletic than you — watch the latest from Boston Dynamics – GeekWire

Ich werde digital – IFTTT: meine persönliche Automatisierungsmaschine 

Heute gibt es immer mehr digitale Dienste. Meist führen diese ein einsames Leben und reden nicht mit anderen Diensten. Teilweise gibt es aber die Möglichkeit Dienst miteinander zu verbinden. So kann man beispielsweise Twitter instruieren, dass Tweets mit dem Hashtag #fb automatisch auch auf Facebook veröffentlicht werden sollen.

Wie schön wäre es jedoch, wenn ich selber solche Dinge miteinander reden lassen könnte? Genau hierfür gibt es den Dienst IFTTT. IFTTT steht für “if this, then that”. Mit diesem Dienst ist es einfach möglich, jegliche Dienste miteinander zu verbinden.

So können mittels sogenannter Applets solche Aktionen gemacht werden. Sende mir ein Email morgens, wenn es heute regnen sollte? Archiviere alle meine Fitbit-Aktivitäten auf Google Drive? Sende meinem Lebenspartner ein SMS wenn ich bald zu Hause bin? Alles kein Problem mit IFTTT.

Es sind nicht nur Online-Dienst in der Anbindung möglich, sondern es besteht auch die Möglichkeit sogenannten Smart Home Dienste (wie Philipps Hue) einzubinden. So kann ich das Licht automatisch anmachen lassen wenn ich nach Hause komme.

Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt und der Dienst ist kostenlos. Die Erstellung solcher Aktionen ist auch für Nicht-ITler problemlos möglich.

IFTTT Homepage: https://ifttt.com/

Anfängerguide: Lifehacker – The Beginner’s Guide to IFTTT

 

VZ Innovation Lab – Monatsbericht Oktober 2017

Der neuste Monatsbericht des VZ Innovation Lab ist veröffentlicht. Folgende Themen sind drin:

  • Chatbots und digitale Assistenten bei Banken
  • ICO – Initial Coin Offerings
  • Nennenswerte Marktentwicklungen
    • Loanboox
    • Swisscom steigt ins Blockchain Geschäft ein
    • Krankenversicherungen digital abschliessen
    • Ambivalentes Verhältnis von JPMorgan zu Bitcoin
    • Schweiz und Israel bündeln Kräfte im Fintech-Bereich
    • Paypal lanciert eigene Kreditkarte
  • Spannende Lösungen & Studien
    • Axa startet Versicherungspolice auf Basis der Blockchain-Technologie
    • Eblocker: Banken tracken Kunden systematisch
    • Medien der Zukunft 2020
  • Weiterbildungsvideo des Monats
  • Gadget des Monats

Den vollständigen Bericht (inkl. PDF Downloadmöglichkeit) findet man hier: https://vzilab.ch/monatsbericht-vz-innovation-lab-oktober-2017/

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