Deposit Solutions – deutsches Wunder-Fintech?

Von Zeit zu Zeit stelle ich auf diesem Blog auch interessante Fintechs vor.

Eines davon ist das Unternehmen „Deposit Solutions“ aus Hamburg. Gemäss einem Artikel der deutschen Zeitung „Die Welt“ von Ende Juni ist es das am schnellsten wachsende Finanz-Start-up der Welt. So soll das Unternehmen in der Zwischenzweit zwei Milliarden Euro an Kundengeldern verwalten – dies 20 Monate nach Start.

Die Idee dahinter ist, dass in Deutschland (und auch der Schweiz) meist keine Zinsen mehr auf Guthaben bezahlt werden. Handkehrum gibt es in anderen europäischen Ländern Institute die Einlagen suchen und durchaus auch bereit sind einen Zins zu bezahlen. Diese Insititute haben aber in der Regel keinen Zugang zu Privatkunden. Diese Verbindung soll Deposit Solutions herstellen. Die Privatkunden müssen dafür jedoch nicht Kunde bei Deposit Solutions werden, sondern das Angebot wird über die bestehende Bank (ohne Bankwechsel oder Kontoeröffnung) genutzt und abgewickelt.

Weitere Informationen zu Deposit Solutions findet man in diesem Artikel der Welt, oder direkt auf der Homepage.

Die Welt: Start-up Deposit Solutions: Deutsches Fintech sticht internationale Konkurrenz aus – WELT

Homepage: http://www.deposit-solutions.com/ 

Wenn Computer selber programmieren

Die digitale Transformation schreitet unweigerlich voran. Es gibt Experten welche voraussagen dass es nicht mehr lange dauern dürfte, bis Roboter die Menschen mehr oder weniger ablösen (es gibt aber auch viele die das Gegenteil behaupten…). Aus der ersten Denkperspektive ist es daher nichts als konsequent, wenn irgendwann der Zeitpunkt kommen muss, wenn Computer auch (sich) selber programmieren und dadurch Software-Entwickler überflüssig machen.

Die ETH Zürich um Professor Martin Vechev forscht in diesem Feld und hat erste Gehversuche entwickelt. Er sieht in der Anfangsphase die Anwendungsfälle aber nicht in der Ablösung der Software-Entwickler, sondern in deren Unterstützung (z.B. durch eine Art Qualitätskontrolle). So könnten auch Programmieranfänger hochwertigen Programmcode schreiben und die Lernkurve wäre entsprechend hoch. Das ganze funktioniert durch die Anwendung von Machine Learning und dem Rückgriff auf bereits existierenden Software-Code (z.B. Open-Source Anwendungen und Programmier-Communities).

Details zu den Forschungsarbeiten findet man im folgenden Artikel welcher aus der ETH Hauszeitschrift „Globe“ stammt.

Vom Computer programmiert | ETH Zürich

 

 

WeChat – die unbekannte Social Media Macht

–Update 23.08.2017– Das Magazin Technology Review hat noch einen spannenden Artikel zum Thema veröffentlicht.

Wenn wir in unseren Breitengraden von Messenger Plattformen reden, dann ist meist von Facebook und Whatsapp die Rede.

Was viele aber nicht wissen, im asiatischen Raum – primär China – gibt es eine Messenger-Plattform welche bezüglich Nutzerzahlen und Möglichkeiten in einer Liga wie die beiden obgenannten spielt respektive diese sogar übertrumpft.

Die Messenger-Plattform „WeChat“ hat knapp 1 Milliarde (!) Benutzer und ist die primäre soziale Plattform in Asien. WeChat ist nicht einfach nur ein Messenger wie Whatsapp, sondern bietet noch viel mehr Möglichkeiten. So ist es möglich darüber Käufe zu bezahlen, Geld an andere zu überweisen, Tickets für Flüge & Co. zu bestellen und noch vieles mehr. Natürlich können auch einfache Nachrichten versendet werden :-).

Wenn man mit Personen aus dem asiatischen Raum spricht, so merkt man wie ein integraler Bestandteil des Lebens WeChat ist. Jeder nutzt es und macht praktisch alles darüber. Ob WeChat in Europa und den USA irgendwann auch eine grosse Verbreitung findet, bezweifle ich. Ich bin jedoch überzeugt, dass die Möglichkeiten und Funktionen von WeChat (Dinge kaufen, Geld überweisen etc.) auch bald in den bei uns gebräulichen Messengern auftauchen werden. Hingegen wird schon jetzt angestrebt, dass asiatische Touristen in Europa und den USA mit WeChat bezahlen können. Erste Kooperationen in Deutschland laufen.

Für eine gute Übersicht zu WeChat generell und dem Bezahlsystem empfehle ich die folgenden Artikel aus dem Innvationsblog der DZ Bank in Deutschland.

Eine App für alles – das Ökosystem von WeChat

WeChat mit Bezahlsystem auf weltweite Expansionskurs

Wie Drohnen die Wirtschaft erobern 

Viele wissen es kaum. Die Schweiz gehört in der Forschung und Nutzung von Drohnentechnologe weltweit zu den führenden Nationen. Insbesondere die ETH und EPFL sind ganz vorne dabei in diesen Gebieten und diverse Spinoffs sind bereits aus diesen Forschungsarbeiten resultiert.

Die Netzwoche hat einen sehr guten Artikel zum Thema welche einem eine Übersicht über die Technologie gibt, potentielle Anwendungszwecke und die Rolle der Schweiz.

Ich empfehle den Artikel allen. Die Lesezeit beträgt ungefährt 10 Minuten. Könnte auch sein, dass die eine oder andere Firma mittelfristig als Investitionsmöglichkeit gentutz werden könnte.

Der Markt für kommerzielle Drohnen floriert. Hiesige Hersteller und Entwickler bringen die fliegenden Helfer weltweit zum Abheben. Sie machen den Standort Schweiz zum Vorreiter auf dem Gebiet der Drohnentechnologien.

Quelle: Wie Drohnen die Wirtschaft erobern | Netzwoche

Zug führt Blockchain-ID für seine Einwohner ein

Die Schweiz und insbesondere Zug gilt in Fachkreisen als die weltweite Hochburg rund um Blockchain. Diverse Unternehmen und Startups welche im Bereich der Blockchain forschen und Produkte entwickeln sind im „Crypto Valley“ ansässig. Die Stadt Zug unterstützt dieses Ökosystem sehr aktiv und ermöglicht beispielsweise schon seit Sommer 2016, dass gewisse Dienstleistungen der öffentlichen Hand mit Bitcoin bezahlt werden können. Das wird auch sehr rege genutzt – von 12 Personen :-). Das Ganze hat natürlich auch einen Bezug zum Standortmarketing.

Ab Herbst 2017 ermöglich Zug nun seinen Bürger eine digitale Identität auf Basis der Blockchain zu erhalten. Damit können sie alle Tätigkeiten mit der öffentlichen Hand digital erledigen ohne dass ein sonstiger Nachweis nötig ist. Im Frühling 2018 soll auch erstmalig mit dieser Identität online abgestimmt werden können.

Eine digitale Identität ist in dieser Form nichts Neues und wurde in diesem Blog auch schon thematisiert (siehe auch Monatsbericht Juni 2017). Neu ist aber das digitale Identität mit der Blockchain-Technologie verbunden wird. Es gibt bereits diverse Forschungspapiere zu diesem Thema, aber eine konkrete, produktive Umsetzung gibt es noch keine. Hiermit ist Zug weltweit in einer Pionierrolle unterwegs und ich bin sehr gespannt auf die Umsetzung und wie die Lösung genutzt werden kann.

Quellen:

BTC-ECHO | Zug führt Blockchain-ID für seine Einwohner ein

Präsentation der Projektverantwortlichen der Stadt Zug (die Lösung wird auch live gezeigt)

Grundbuchamt über Blockchain – Schweden macht es vor!

 

Die Blockchain Technologie bietet viele Möglichkeiten und Potential. Aus meiner Sicht gilt es zu unterscheiden zwischen den Ansätzen welche disruptiven Charakter haben (z.B. Bitcoin) und dadurch Bestehendes umkrempeln und durch etwas Neuartiges ersetzen. Anderseits kann man mit der Blockchain auch bestehende Systeme effizienter machen und dadurch Kosten sparen. Nachvollziehbar ist, dass die zweite Kategorie sehr viel rascher sich durchsetzen und durch etablierte Branchen übernommen wird.

Die Grundbuchämter in Schweden gehen nun diesen Schritt und digitalisieren das Grundbuchamt durch eine Blockchain. Seit 2016 wurde bereits geforscht; Ende Mai wurde nun die letzte Testphase abgeschlossen.

Spannend ist, dass in der Testphase auch zwei Banken involviert waren. Denkbar ist es natürlich, dass auch Banken und ihre Prozesse sich mittelfristig in die Blockchain der Grundbuchämter integrieren. Die Effizienzgewinne und dadurch Aufwandreduktionen dürften relativ gross sein.

Quelle: Schweden nutzt jetzt offiziell die Blockchain für Grundbucheintragungen | BTC-ECHO

Innovative technologieorientierte digitale Video-Bankfiliale

In Vietnam eröffnet die TPBank neue Art von Filialen. Ist dem Pop-Up Store sehr ähnlich und macht auf mich den Eindruck eines „pimped up“ Bancomaten.

Technologieorientierte, digitale Video-Bankfilialen ermöglichen Finanzgeschäfte rund um die Uhr mit hoher Customer Experience

Quelle: Innovative technologieorientierte digitale Video-Bankfiliale

Danke @Christian für den Tipp.

Wenn Computer selbständig programmieren

Heute ist es ja so, dass alle Programme und Algorithmen von einem Entwickler aus Fleisch und Blut geschrieben werden muss. Mit den laufenden Fortschritten im Bereich der künstlichen Intelligenz, wäre es aber auch denkbar, dass Computer selber programmieren.

Genau dies erforschen Wissenschaftler der ETH Zürich. Aber auch hier gilt, dass ein Umschalten von 0 auf 100 nicht realistisch ist. In der ersten Phase ihrer Forschungsarbeiten ist daher nicht das Ziel, dass Computer vollkommen selbständig entwicklen, sondern dass sie Entwickler helfen besser zu werden (z.B. mit Empfehlungen und Assistenten). In dieser ersten Unterstützungsphase können die Algorithmen aber nicht nur helfend wirken, sondern lernen gleichzeitg auch dazu und optimieren sich. Mittelfristig dürfte es dann Folge sein, dass Computer selbständig programmieren. ETH-Professor Martin Vechev prophezeit „In zehn Jahren wird die Automatisierung so weit fortgeschritten sein, dass Computer autonom kurze Programme schreiben können

Quelle: Vom Computer programmiert | ETH Zürich

Stimmenanalyse verrät das psychologische Profil

Im Beitrag „The End of Privacy – Dr. Michael Kosinski“ habe ich von einer Studie berichtet, welche aufgezeigt hat dass mit wenigen Datenpunkten (70 Facebook Likes) von einer Person ein psychologisches Profil erstellt werden kann. Die Firma „Precire“ aus Deutschland geht hier noch einen Schritt weiter. Die Software von Precire „nutzt Sprache und Text um ein valides Bild von Mitarbeitern, Kunden, Bewerbern und weiteren Gesprächspartnern zu zeichen“ und weiter „die in gesprochener und geschriebener Sprache mit künstlicher Intelligenz Muster identifiziert und daraus linguistische, psychologische und kommunikationsbezogene Merkmale ableitet“.

Die Einsatzzwecke so einer Software ist natürlich beinahe unbegrenzt und kann überall dort wo Kommunikation – schriftlich wie mündlich – stattfinden eingesetzt werden. Bereits gibt es erste Unternehmungen welche potentielle Kandidaten für Stellen ein Gespräch mit einem Computer vorgängig durchführen lassen. Dieser Artikel im Bund gibt Hintergrundinfos. Wenn man dies aber zu Ende denkt, so ergeben sich auch unheimlich Szenarien wie dieser Artikel des Beobachter aufzeigt.

Ich denke unsere Gesellschaft wird mittelfristig nicht drum herum kommen, dass Regeln rund um solche Analysewerkzeuge (sei es Facebook Likes, Stimmanalyse, whatever) aufgestellt werden müssen. Eine anderes Szenario ist, dass sich irgendwann herausstellt, dass diese Analysewerkzeuge – welche rein auf statistischen Grundlagen basieren – nicht korrekt funktionieren und Stereotypen Vorschub leisten. Oder wie Hernani Marques vom Chaos Computer Club im obigen Artikel des Beobachters zitiert wird: „Das ist Hokuspokus mit fatalen Folgen. Eine Software kann nicht in die Gefühlswelt eindringen.“.

Bilderkennung mit KI: Automatisierung bei Schadenregulierung

Wenn man die Kostenstrukturen einer durchschnittlichen Versicherungsgesellschaft betrachtet, so entfällt ein wesentlicher Block auf das Schadenhandling und die Schadenbeurteilung. Viele Versicherungen haben in den letzten Jahren deshalbt Projekte zur Automatisierung im Bereich des Handling gestartet und eingeführt. Die Schadenbeurteilung muss aber immer noch durch einen Menschen erfolgen.

Mit Technologien wie dem Machine Learning könnte es in Zukunft jedoch möglich sein, einen beträchtlichen Teil der Beurteilungsarbeiten ebenfalls zu automatisieren. Die Firma Control Expert arbeitet hier bereits an Verfahren mit welchen es in Zukunft möglich sein soll, die zu erwartende Schadenssumme durch Bilderkennung zu bestimmen.

Quellen:

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