Schweiz – das Drohnenland

Die Schweiz ist in vielen Wirtschaftsbereichen weltweit an der Spitze mit dabei und dafür bekannt. Sei es Banking, Uhren, Pharma, Schokolade etc. Es gibt aber auch Bereiche welche nicht so bekannt sind, aber sich sehr erfreulich entwickeln und die Schweiz weltweit führend ist. Zum Thema Blockchain & Cryptovalley Zug habe ich schon diverse Male geschrieben. Die Drohnentechnologie gehört aber hier ebenfalls dazu. Die Schweizer Hochschulen sowie Spin-offs der Hochschulen sind führend in der Drohnentechnologie. Verschiedene Stakeholer (Hochschulen, Wirtschaft, Behörden, Politik) arbeitet hier gemeinsam sehr erfolgreich.

Powie / Pixabay

Ein Blogartikel der ETH beschreibt hier die Zusammenhänge und zeigt prominente Beispiele auf:

https://www.ethz.ch/de/news-und-veranstaltungen/eth-news/news/2018/06/heimat-der-drohnen.html

Die Drohnentechnologie kann in vielen Anwendungsbereichen gewinnbringend eingesetzt werden (Landwirtschaft, Transport, Wartungsarbeiten an gefährlichen/schlecht zugänglichen Orten). Ein Bereich welcher aber an Fahrt aufnimmt und auch optisch sehr viel hergibt ist die Unterhaltungsindustrie. Mein persönlicher Favorit ist hier die Untermalung von Musik bei Konzerten mit Drohnen. Dieses Video und Bilder eines Metallica Konzerts muss man sich unbedingt anschauen.

https://veritystudios.com/project/metallica/

Verblüffende Robotik

Boston Dynamics – ehemalige Google-Tochterunternehmung – beschäftigt sich schon länger mit der Robotik und konnte dabei schon diverse, aufsehenerregende Beispiele zeigen.

Der neuste Roboter zeigt auch auf wie weit die Wissenschaft/Technik hier schon ist.

Ebenfalls sehr interessant ist die neuste Vorstellung der australischen Firma Fastbrick Robotics. Sie haben einen Roboter für den Hausbau erstellt. Wer also noch immer der Meinung ist, dass die traditionelle Baubranche noch lange nicht von der Digitalisierung betroffen sein wird, sollte sich das Video anschauen.

Quellen:

https://www.engadget.com/2018/05/10/boston-dynamics-atlas-run-jump/

https://futurezone.at/b2b/roboter-maurer-legt-mehr-als-1000-ziegel-pro-stunde/400034764

Webinar “Big Data und künstliche Intelligenz”

Anfang Mai fand im VZ ein Webinar zum Thema “Big Data & künstliche Intelligenz” statt.

Inhaltlich ging es um folgende Themen:

  • Was versteht man unter Big Data & künstliche Intelligenz
  • Was haben die beiden Themen miteinander zu tun
  • Beispiele welche heute bereits im Einsatz sind – generell und dediziert in der Finanzbranche
  • Ausblick und Einschätzung wohin die Reise mit den beiden Themen gehen wird

Bei Fragen zum Webinar können diese hier im Kommentarfeld hinterlassen werden, oder direkt auf Youtube.

Firmengründung via Blockchain – auch das VZ war dabei!

Die Standort-Initiative “Digital Switzerland” hat sich auf die Fahne geschrieben die (digitale) Innnovation in der Schweiz zu fördern. Ein Mittel dabei ist, dass sie regelmässig sogenannte “Challenges” ausruft und Mitglieder der Initiative versuchen Anwendungsfälle mit digitalen Mitteln besser, einfacher und schneller zu lösen. Bei “Digital Switzerland” handelt es sich um eine “branchenübergreifende Zusammenarbeit mit gemischten Teams aus Grossfirmen, Startups und Wissenschaft”. Dazu gehören Unternehmen wie die SBB, Ringier, ABB und diverse andere. Mehr Informationen zur Initiative “Digital Switzerland” findet man auf dieser Webseite: https://digitalswitzerland.com/

Firmengründungen sind eine zähe Sache und bedingen je nach Land oft viele (schriftliche) Formalitäten und dauern entsprechend. In der Schweiz dauert dieser Prozess im Schnitt bis zu sechs Wochen

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Eine dieser Challenges von “Digital Switzerland” beinhaltete darum die Firmengründung innerhalb von 48h über eine Blockchain zu lösen. Dieses Vorhaben konnte nun erfolgreich umgesetzt werden. Neben dem VZ Vermögenszentrum waren eine Reihe von anderen Unternehmen/Institutionen beteiligt – dabei handelt es sich um Proxeus (Blockchain Startup), IBM, Swisscom, Stadt Zug sowie mehrere Anwaltskanzleien.

Eine tolle Sache und beweist einmal mehr, dass mit der sinnvollen Anwendung von innovativen und digitalen Technologien viel möglich ist.

Auch in den Medien war der Case ein Thema.

 

 

 

E-Estonia

In vielen Ländern gibt es Initiativen und Programme um ihr Land “digitaler” zu machen. Was das genau bedeutet ist dann meist eine andere Sache. In einzelnen Ländern bedeutet es dass man zum Beispiel den Stand des Wasserzähler online melden kann….

Eine Vorreiter-Rolle in der Digitalisierung der öffentlichen Infrastruktur spielt Estland und gilt als das digitalste Land der Welt. Jeder Mensch besitzt dort bereits eine Digitale Identität (man kommt mit dieser auf die Welt), die ganzen Behördenprozesse sind digitalisiert (inkl. Abstimmung) und viele privatrechtliche Vorgänge sind an der digitalen Infrastruktur aufgehängt. So muss man sich bei der Eröffnung eines Bankkontos beispielsweise nur über die digitale Identität ausweisen. Keine Ausweiskopie, Adressen und weiterführende Infos sind notwendig, da diese alle hinter der digitalen Identität hinterlegt sind. Die digitale Identität wird übrigens von einer Schweizer Firma bereitgestellt (Trüb in Aarau).

Estland geht sogar so weit und bietet mittlerweile eine “E-Staatsbürgerschaft” an. Das bedeutet, dass jedermann (aus der ganzen Welt) auf dem digitalen Weg Staatsbürger von Estland werden kann. Warum es dafür eine Nachfrage gibt? Estland gehört zur EU und mit einer Staatsbürgeschaft erhält man Zugriff auf den EU-Markt.

Sehr spannend finde ich auch einzelne Grundsätze welche sie ihren Initiativen vorangestellt haben

  • Rechtlich gilt, wenn ein schriftliches Dokument und ein digitales Dokument verschiedene Aussagen treffen, so gilt das digitale Dokument (!)
  • Keinerlei Daten einer Person dürfen innerhalb der Behörden doppelt gespeichert werden. Beim Aufsetzen einer neuen Dienstleistung & Co. muss geprüft werden ob Daten (oder Teile davon) schon bei einer anderen Behörde vorhanden sind. Wenn ja, müssen diese genutzt werden. Der Benutzer muss diese Nutzung auch aktiv bestätigen und freigeben.
  • Jegliche Lese- und Schreibvorgänge an den Daten einer Person werden protokolliert und ich als Privatperson kann diese nachvollziehen.

Auch in der Ausbildung der Kinder und Jugendlichen ist Estland im digitalen Bereich führend. Schon kleine Kinder werden an die Digitalisierung herangeführt. Das ist übrigens nicht gleichbedeutend wie programmieren.

Das Thema in einem Blogeintrag zu erschlagen wäre etwas vermessen. Ich habe darum ein paar spannende Artikel und Videos zusammengetragen.

  • Die offizielle Seite von Estland zum Thema “E-Estonia”: https://e-estonia.com/ (insbesondere die “Sucess Stories” welche nach einmaligem Scrollen folgen sind interessant)
  • Ein ausführlicher Bericht zu Estland in der NZZ: https://www.nzz.ch/international/europa/zu-besuch-in-der-zukunft-1.18491451
  • Eine Zusammenfassung von DW.com (inkl. Video): http://www.dw.com/de/e-estonia-europas-digitaler-vorreiter/a-40735765
  • Ein TED-Video von Kristjan Kuurme (Botschafter Estland in den USA) über das E-Residency Program: https://www.youtube.com/watch?v=QY_BArNLASY
  • Eine ausführliche Präsentation (30 Minuten) von Aet Rahe zum Thema E-Estonia. Die Qualität des Videos ist leider etwas schlecht, der Inhalt aber sehr gut. Habe diese Präsentation schon live gesehen und war sehr beeindruckt. https://youtu.be/qYsrbgRnaH0

Künstliche Intelligenz erschafft neuen Einstein

Die Technologien rund um künstliche Intelligenz respektive Machine Learning machen aktuell riesige Fortschritte. Als “Normalsterblicher” hat man fast keine Chance hier Schritt zu halten.

Auch in diesem Blog habe ich schon über diverse, spannende Anwendungen geschrieben welche ungeahnte Möglichkeiten eröffnen (z.B. Schmerzerkennung bei Schafen oder
Google’s new AI algorithm predicts heart disease by looking at your eyes).

Beängstigend und gleichzeitig beeindruckend für mich sind aber nun neue Methoden in der künstliche Erschaffung von digitalen Inhalten mittels KI. So hat die Filmakademie Baden-Württemberg Albert Einstein wieder zum Leben erweckt.

Das gesamte Video ist täuschend echt – zumindest ich kann nicht feststellen dass es künstlich erstellt worden ist. Erstellt wurde es mittels Algorithmen aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz. Dies wurde gemacht indem die die Algorithmen alte Aufnahmen von Bildern und Videos sowie Ton von Albert Einstein analysiert haben und die künstliche Intelligenz damit trainiert wurde. Mehr Hintergrundinfos gibt es hier: https://animationsinstitut.de/de/forschung-rd/projects/digital-actors-in-documentary/digital-actors-in-documentary/

Man kann sich vorstellen, dass man mit der Anwendung solcher Technologien auch Böses tun kann. Fake News wird damit eine völlig neue Bedeutung erhalten. Der Artikel “Fake Porn: KI-generierte Pornos werden ein Riesenproblem” bei MobileGeeks nimmt das Thema auf und zeigt Beispiele.

Für mich aber noch viel bedrohlicher ist dieses Video der University of Washington welches anschaulich zeigt, was heute schon möglich ist. Man stelle sich vor, ein so täuschend echtes Video wird benutzt um Kriege oder ähnliches zu verkünden. Auch wenn es sich schon bald als Fake herausstellt, in solchen Situationen reagieren sehr schnell Panik und unüberlegte Reaktionen.

Privacy Paradox

Das Thema Datenschutz ist aktueller denn je. Kaum eine Woche vergeht ohne dass nicht eine Nachricht die Runde macht wo ein Datenklau/-missbrauch stattgefunden hat. Aber was ist die Lösung für das Problem? Es gibt verschiedene Ansätze.

Ganz radikal ist der Ansatz von Michal Kosinski, Professor an der Stanford University. Er sagt “the End of Privacy” voraus und ist überzeugt, dass der Datenschutz an sich ausgedient hat. Er hat die Studie begründet bei welcher nur 75 Likes auf einer sozialen Plattform wie Facebook & Co. reichen, um ein umfassendes psychologisches Profil zu erstellen. Ich habe in diesem Blog auch schon darüber geschrieben.

Andere Ansätze gehen eine andere Richtung. So beispielsweise das neue EU-Recht “GDPR” (General Data Protection Regulation). Diese neue Datenschutzverordnung zwingt den im EU-Raum tätigen Unternehmen harte Vorgaben rund um den Datenschutz auf und bestraft drakonisch bei Zuwiderhandlung (Bussen bis zu 20 Mio EUR oder 4% des weltweiten Umsatzes). Die Netzwoche hat ein gutes Dossier darüber zusammengestellt. Für viele Unternehmen gehen die Vorgaben aber zu weit und sind auch kaum praktikabel umsetzbar. Rechtsexperten gehen davon aus, dass vor allem erste Rechtsurteile den Umfang von GDPR klarer definieren werden. Für Unternehmen natürlich eine schwierige Ausgangslage.

Hinzu kommt das sogenannte Privacy Paradox. Wenn man auf der Strasse Leute fragen würden, ob sie einem Fremden Zugriff auf all ihre Daten (z.B. Kalender, Emails etc.) geben würden, würde wohl jeder dies verneinen. Anderseits stellt es für viele kein Problem dar, Google, Facebook & Co. kompletten Zugriff auf ihr digitales Leben zu geben. Sind denn diese Leute alle naiv?

Nein, sind sie nicht. Florent Thouvenin – Rechtsprofessor an der Uni Zürich – forscht in diesem Bereich und im UZH Magazin 01/18 hat es einen sehr interessanten Artikel zum Thema.

Privat im Netz  (PDF)

Moderne Technologien sind gefährlich, muss das Individuum deshalb vor ihnen
möglichst lückenlos geschützt werden? UZH­ Rechtsprofessor Florent Thouvenin
hält diesen Ansatz des heutigen Datenschutzes für verfehlt.

Eine seiner Grundthesen besagt, dass Personen keine Probleme damit haben wenn fremde Personen welche sie nicht kennen auf ihre Daten Zugriff haben. Sobald aber jedoch potentiell ihnen bekannte Personen Zugriff haben könnten, dann greift das Thema Privatsphäre. Ebenfalls wird aufgeführt, dass solange transparent ist was mit den Daten passiert und dies für einen Benutzer selber nachvollziehbar ist, das Thema ganz anders eingeordnet wird. Der Artikel ist sehr interessant und empfehle ich allen. Florent Thouvenin beschreibt auch Ansätze wie man das Problem lösen könnte.

Google’s new AI algorithm predicts heart disease by looking at your eyes – The Verge

Die Themen Big Data in Kombination mit Machine Learning werden in den nächsten Jahren einen grossen Einfluss auf unser Leben übernehmen. Es erstaunt mich immer wieder, was für neue Möglichkeiten sich durch eine geschickte Anwendung dieser Technologien sich ergeben.

Google hat nun einen Algorithmus auf Basis von künstlicher Intelligenz entwickelt, welcher verspricht dass durch ein Scan der Augen eine Vorhersage über die Risikoanfälligkeit auf Herzerkrankungen abgegeben werden kann. Dies wird gemacht indem durch den Scan des Auges analysiert wird wie alt jemand ist, was für ein Blutdruck vorhanden ist sowie ob die Person raucht. Durch diese drei Parameter soll es möglich sein, eine verlässliche Prognose abzugeben.

Details dazu findet man im Artikel “Google’s new AI algorithm predicts heart disease by looking at your eyes” des Verge Online Magazin.

Google’s new AI algorithm predicts heart disease by looking at your eyes – The Verge

Buchempfehlung: Das Digital

Die Digitalisierung hat schon vieles in unserem Alltag verändert. Es wird in Zukunft aber noch einiges mehr verändert werden. Auch grundlegende Wirtschaftsmechanismen dürften tangiert werden. Die Autoren Viktor Mayer-Schönberger und Thomas Ramge haben dazu ein sehr lesenswertes Buch geschrieben.

Ein Auszug aus der Buchbeschreibung:

Wie entsteht ökonomischer Mehrwert im Kapitalismus? Und wie sollte er umverteilt werden? Das waren die zentralen Fragen, die Karl Marx am Übergang zum Industrie-Kapitalismus in „Das Kapital“ auf radikale Weise beantwortete. Viktor Mayer-Schönberger und Thomas Ramge beantworten die gleichen Fragen am Übergang zum globalen Datenkapitalismus neu.

Wir können mit Daten den Markt neu erfinden – und Wohlstand für alle schaffen. Dazu müssen Big Data, Automatisierung und Künstliche Intelligenz ihr Potenzial voll entfalten können. Den Effizienzgewinn dürfen nicht allein die großen Datenmonopolisten einstreichen. Nur wenn dieser allen zugute kommt, schaffen wir eine digitale soziale Marktwirtschaft. In der aber werden Geld und Banken eine untergeordnete Rolle spielen. Ein Meilenstein der Wirtschaftsliteratur.

Der deutschsprachige Titel ist aus meiner Sicht schlecht gewählt. Der englischsprachige “Reinventing Capitalism in the Age of Big Data” trifft es viel besser auf den Punkt. Grundaussage des Buch ist es, dass wir uns aktuell an einem Übergang von geldbasierten zu datenbasierten Märkten befinden. Bis heute spielt der Preis die Hauptrolle bei Transaktionen. In Zukunft wird der Preis nur noch ein Faktor under anderen sein. Andere Eigenschaften werden eine höhere Wichtigkeit erhalten. Durch neue Mechanismen (z.B. Big Data und Machine Learning) welche durch die Digitalisierung erstmals überhaut möglich sind, werden sich das Prinzip von Angebot und Nachfrage über den Preis hinaus bewegen. Diese neuen Marktmöglichkeiten werden zu einer höheren Transparenz und besserer Effizienz von Märkten führen.

Das Buch liest sich sehr flüssig und anhand von vielen Beispielen werden die Überlegungen praktisch erläutert. Ich empfehle das Buch ungeschränkt.

Buchseite bei Ullstein Verlag
Ullstein Buchverlage: Buch Detailansicht

GetAbstract Zusammenfassung
https://www.getabstract.com/de/zusammenfassung/wirtschaft-und-politik/das-digital/30230

Wie funktionieren Kryptowährungen – sehr einfach erklärt durch BBC

Die BBC hat immer mal wieder gute Videos welche Technologien und Themen auf sehr einfache und verständliche Art und Weise erklären.

Ein neues Video nimmt sich dem Thema Kryptowährungen an. Nach Schauen des Videos sollte auch der Letzte das Prinzip von Kryptowährungen (und schlussendlich dem Potential dahinter) verstanden habe. Die grundlegende Funktionsweise welche im Video erklärt wird, kann man übrigens mehr oder weniger eins-zu-eins auf die Blockchain übertragen.

Source: Bitcoin explained: How do crypto-currencies work? – BBC News

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