Was sind eigentlich Smart Contracts? 

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Aber in meinem täglichen Doing erlebe ich immer wieder, dass nur die wenigsten effektiv verstehen was dahinter steht. Aus meiner Sicht ist es aber unerlässlich, dass man zumindest in den Grundzügen (ohne gleich eine Mathematik/Informatik-Ausbildung zu machen) versteht wie die Blockchain Technologie funktioniert. Zeit dies zu ändern :-).

Ein erste Begrifflichkeit welche man im Zusammenhang mit Blockchain immer wieder antrifft, sind die sogenannten Smart Contracts.

In meinem Webinar habe ich dieses Thema nur kurz angeschnitten. Smart Contracts haben aber mittelfristig viel das grössere Potential als die Blockchain Technologie nur für Kryptowährungen zu nutzen.

Das österreichische Zukunftsportal “futurezone.at” hat vor kurzem einen sehr guten Einführungsartikel zum Thema veröffentlicht.

Blockchain – Was sind eigentlich Smart Contracts?

https://futurezone.at/digital-life/blockchain-was-sind-eigentlich-smart-contracts/293.031.908

In diesem Artikel ist auch ein sehr informatives und gut erklärendes Video enthalten welches ich unbedingt empfehle.

Geografische Verteilung der Messenger-Plattformen

Die Messenger-Plattformen wurden in den letzten Jahren zu den dominanten Kommunikationsplattformen. Mittlerweile geht man davon aus, dass Email mengenmässig als zentrale digitale Kommunikationskanal durch Messenger abgelöst wurde.

In unseren Breitengraden ist hierbei vor allem Whatsapp die Nummer eins. Weltweit sieht das jedoch anders aus wie folgende Grafik zeigt.

So ist der Facebook Messenger v.a. in Nordamerika die dominante Plattform. Wenn wir den asiatischen Raum betrachten ist es die hierzulande kaum bekannte Plattform Wechat. Insbesondere Wechat hat mittlerweile ein umfangreiches Ökosystem in seine Plattform integriert (siehe dazu auch diesen Blogeintrag) und zeigt gut auf, wohin die Reise mit den Messenger-Plattformen gehen wird.

Ich bin überzeugt, dass mittelfristig viele alltägliche Dinge (Geld überweisen, einfache Dienstleistungen bestellen etc.) über Whatsapp & Co. gemacht werden. So hat Whatsapp (respektive Facebook) bereits angekündigt, dass es in Kürze für Unternehmen möglich sein wird, auf ihrer Plattform als Unternehmen erreichbar zu sein.

Quelle: Who is Winning the Global Instant Messaging Battle? – comScore, Inc

PSD2 und die Schweiz

Bei PSD2 handelt es sich um eine neue Richtlinie im EU-Raum welche die Banken zwingt ihre Kontodaten zu öffnen und Dritten zur Verfügung zu stellen. Ich habe in diesem Blog schon mehrfach darüber geschrieben (siehe z.B. hier: EU öffnet Bankkonti mit der Brechstange). Aktuell gibt es noch keine öffentlich Aussage von Finma & Co. ob diese Richtlinie in dieser oder ähnlicher Art auch in die Schweiz kommen soll.

Die Schweizerische Bankiervereinigung hat sich nun aber in einem Positionspapier schon mal vorsorglich gemeldet und ihre Überlegungen dargelegt. Kurz zusammengefasst lehnt die Bankiervereinigung eine Öffnung im Stile der PSD2 Regulierung ab. Ihre Argumente sind, dass es solche Schnittstellen schon heute gibt (“wenn dies in im beidseitigen Interesse von Bank und Kunde ist”) und weil in der Schweiz “der Wettbewerb funktioniert und Banken schon heute (unabhängig von PSD2) zahlreiche innovative Lösungen anbieten”. Ebenso werden die Sicherheit der Kundendaten sowie die zusätzlichen Aufwände und Kosten thematisiert. Das Positionspapier kann man hier einsehen: http://www.swissbanking.org/de/themen/aktuell/20170707-5000-all-positionspapier-psd2.pdf.

In der Schweiz gibt es einzelne Institute welche einer Öffnung aber positiv gesinnt sind und auch schon erste Initiativen ergriffen haben (z.B. Postfinance & Hypi Lenzburg). Finews.ch hat dem Thema einen ausführlichen Bericht gewidmet.

Persönlich sehe ich die Argumente der Bankiervereinigung etwas kritisch. Die Schweizer Finanzindustrie im digitalen Kontext als innovativ anzuschauen finde ich doch eher spannend (es werden exemplarisch E-Banking und E-Rechnungen als Beispiele genannt….). Und ja, es gibt heute schon solche Schnittstellen, aber als Drittanbieter wie auch Kunde ist man immer auf das Wohlwollen der Bank angewiesen. Als Privatkunde hat man da kein Mitspracherecht – und genau das machen solche offenen Schnittstellen aber spannend. Ich halte es für gefährlich sich dem Fortschritt (und ja, Open API Schnittstellen sind in anderen Branchen schon lange gang und gäbe…) zu verweigern. Am Schluss des Tages könnte es auch kontraproduktiv sein, wenn dann nämlich die Politik eine “jetzt-erst-recht” Meinung fasst wenn sie merkt, dass es rein um Machterhaltung geht.

Disclaimer: Diese – wie auch die restlichen – Sichtweisen auf diesem Blog – sind persönlicher Natur und müssen nicht notwendigerweise die Sicht der VZ Gruppe und deren Entscheidungsträger repräsentieren.

Mythos Filterblase?

Immer wieder ist von der “Filterblase” die Rede welche zunehmend unseren geistigen Horizont einschränken soll. Bekannt wurde die Filterblase durch das gleichnamige Buch von Eli Pariser. In vielen Feuilletons wird deshalb beinahe schon der Untergang der aufgeklärten Gesellschaft verkündet. Im Zentrum der Kritik stehen natürlich die grossen Online-Giganten Google & Facebook welche mit ihren personalisierten Diensten der Filterblase die Grundlage stellen sollen.

Doch wie stark greift diese Filterblase effektiv? Google & Facebook publizieren natürlich keine Informationen zu ihren Personalisierungs-Algorithmen. Das NGO “Algorithm Watch” hat darum einen Versuch gestartet. Mittels Hilfe der Internet-Crowd wird periodisch von jedem Teilnehmer des Versuchs die ersten Suchresultate von Google zu 16 Suchbegriffen übermittelt. Die Suchbegriffe sind vor allem anhand des deutschen Wahlkampf ausgerichtet. Nach ein paar Wochen Durchführung der Datensammlung (doch 4000 Teilnehmer und über 3 Mio Datensätzen) können sie ein Zwischenfazit ziehen.

Entgegen den Befürchtungen ist die Personalisierung von Google mehr Schein denn Sein. Zu über 80-90 % der Fälle sind die Suchresultate identisch. Dies auch unabhängig ob ein Benutzer bei Google angemeldet ist oder nicht.

Weitere Informationen zum Projekt “Datenspende” sowie den Zwischenbericht findet man hier:
Filterblase geplatzt? Kaum Raum für Personalisierung bei Google-Suchen zur Bundestagswahl 2017 – AlgorithmWatch

 

Ebenfalls interessant ist die Beschreibung und das Tätigkeitsgebiet des NGO Algorithm Watch. Details dazu findet man hier:
https://algorithmwatch.org/de/mission-statement/

Jobverlust durch KI: Wirklich so schlimm?

Im deutschen Wired-Magazine ist ein sehr lesenswerter Artikel rund um die Diskussion der Jobverluste aufgrund der Digitalisierung erschienen.

Im Artikel machen sie ein Gedankenexperiment und zeigen Überlegungen auf was den mit dieser überschüssigen “Arbeitskraft” passieren würde. Ihre primäre Erkenntnis ist, dass damit auch wieder mehr Zeit in soziale Tätigkeiten fliessen werden. Zwangsweise kommt natürlich auch wieder das Thema bedingungsloses Grundeinkommen zur Sprache.

Wenn Maschinen Jobs übernehmen, können Menschen Besseres mit ihrem Leben anfangen. Nur die Gewinne der Automatisierung müssen gerechter verteilt werden.

Quelle: Jobverlust durch KI: Wirklich so schlimm?

Persönlich bin ich überzeugt, dass die ganze Diskussion zu heiss gekocht wird. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass in den nächsten Jahren die 50% prognostizierten Jobverluste eintreffen werden. Zu langsam ist die Menschheit im Übernehmen von neuen Innovationen. Handkehrum wird es aber sicher auch nicht so sein, dass alles gewohnt weitergehen wird. Es ist aber auch anzunehmen, dass es aufgrund der neuen Gegebenheiten auch viele neue Jobs(-Profile) geben wird. Oder wer hätte vor rund 10 Jahren gedacht, dass es heute notwendig ist in grösseren Unternehmungen einen Social Media Manager zu haben?

 

Who Will Pay for the Future if Not the Robots? | WIRED

Roboter und allgemein die digitale Automatisierung bietet das Potential dass viele Tätigkeiten – insbesondere Routinetätigkeiten – nicht mehr durch Menschen gemacht werden müssen. Viele Menschen dürften dadurch ihren Job verlieren. Doch wie soll die Gesellschaft damit umgehen. Verschiedene Vorschläge wurden in die Debatte eingebracht, so zum Beispiel auch das bedingungslose Grundeinkommen.

Eine andere Möglichkeit hat vor wenigen Jahren Bill Gates in Spiel gebracht. So sollen Firmen welche Roboter einsetzen um damit Menschen und deren Jobs ersetzen, eine Steuer dafür zahlen.

Aus meiner Sicht zielt das in die falsche Richtung und würde den Fortschritt verhindern. Wenn man dies konsequent zu Ende denken würde, so müsste man neben Roboter auch ganz viele andere Automatisierungsbestrebungen besteuern (z.B. die Self-Scanning Systeme in den Supermärkten, und ja da gibt es tatsächlich sogar einen politischen Vorstoss dafür).

Dennoch gibt es neben Bill Gates prominente Befürworter einer solchen Überlegung. Aber eine Umsetzung dieser Idee dürfte alleine schon an einem kleinen Detail scheitern – was ist überhaupt ein Roboter?

Der folgende Artikel des Wired Magazine nimmt diese Thematik auseinander und beleuchtet die Fragestellung mit dem Hintergrund einer Besteuerung von Roboter.
Who Will Pay for the Future if Not the Robots? | WIRED

Die Mär vom rasenden Fortschritt

Wenn man sich in den Medien rumhört, könnte man meinen jede Woche werde sich zukünftig die Welt umkrempeln und neue Technologien und Geschäftsmodelle werden alles bisherige ablösen.

Aber ist das wirklich so? Das deutsche Technology Review Magazin hat den Sachverhalt untersucht und ist zu interessanten Ergebnissen gekommen.

Als Beispiel wird oft die Verbreitungsgeschwindigkeit von Technologien gemessen (bis 50% der Haushalte im Besitze dieser sind). Mobiltelefone brauchten 15 Jahre bis diese etabliert waren, Computer gar 17 Jahre. Fernseher hingegen braucht 9 Jahre, das Radio gar nur 8 Jahre. Der Artikel zeigt anhand von vielen anderen Belegen und Beispielen gut auf, dass der Fortschritt schon immer rasant war, früher oft sogar noch schneller. Die Wahrnehmung war jedoch eine andere als heute. Oft ist es auch so – heute nicht anders – dass neue Technologien sich lange schon angekündet haben und verfügbar waren, jedoch erst relativ spät den Durchbruch geschafft haben.

Ich bin überzeugt, dass ein wesentlicher Teil welcher verantwortlich ist dass wir heute Fortschritt anders wahrnehmen primär auf die breiter vorhandene Medienlandschaft und den veränderten Medienkonsum zurück zu führen ist.

Jedoch beleuchtet der Artikel aus meiner Sicht auch etwas einseitig. Es gibt durchaus Beispiele welche auch aufzeigen, dass Technologien heute sehr rasant den Weg in den Alltag von Menschen finden – man denke nur an Smartphone oder Social Media welche ziemlich schnell eine hohe Durchdringung geschafft haben. Die Wahrheit wird wohl irgendwo in der Mitte liegen.

Ich empfehle den Artikeln unbedingt zu lesen. Man sieht danach die Medienberichterstattung & Co. mit anderen Augen.

Quelle: Die Mär vom rasenden Fortschritt | Technology Review

Weltrekord – 1069 tanzende Roboter

Hier noch etwas lustiges zum Wochenende.

Beim folgenden Video hat die chinesische Firma WLtoys ganze 1069 Roboter versammelt fürs gemeinsame Tanzen.

Natürlich handelt es sich hier eher um “dumme” Roboter welche einfach ihr vordefiniertes Programm abspielen. Jedoch gibt es bereits Roboter welche auch eine Schwarmintelligenz besitzen und gegenseitig kommunizieren.

Einen etwas älteren aber trotzdem interessanten Artikel zum Thema findet bei Spiegel Online.

Wenn Computer selber programmieren

Die digitale Transformation schreitet unweigerlich voran. Es gibt Experten welche voraussagen dass es nicht mehr lange dauern dürfte, bis Roboter die Menschen mehr oder weniger ablösen (es gibt aber auch viele die das Gegenteil behaupten…). Aus der ersten Denkperspektive ist es daher nichts als konsequent, wenn irgendwann der Zeitpunkt kommen muss, wenn Computer auch (sich) selber programmieren und dadurch Software-Entwickler überflüssig machen.

Die ETH Zürich um Professor Martin Vechev forscht in diesem Feld und hat erste Gehversuche entwickelt. Er sieht in der Anfangsphase die Anwendungsfälle aber nicht in der Ablösung der Software-Entwickler, sondern in deren Unterstützung (z.B. durch eine Art Qualitätskontrolle). So könnten auch Programmieranfänger hochwertigen Programmcode schreiben und die Lernkurve wäre entsprechend hoch. Das ganze funktioniert durch die Anwendung von Machine Learning und dem Rückgriff auf bereits existierenden Software-Code (z.B. Open-Source Anwendungen und Programmier-Communities).

Details zu den Forschungsarbeiten findet man im folgenden Artikel welcher aus der ETH Hauszeitschrift “Globe” stammt.

Vom Computer programmiert | ETH Zürich

 

 

Künstliche Intelligenz – echt jetzt?

In aller Munde und Medien ist aktuell die Rede von künstlicher Intelligenz und wie diese in Kürze alles übernehmen wird und überspitzt gesagt die Menschheit so mehr oder weniger überflüssig macht. Bereits gibt es auch erste Warner wie Elon Musk von Tesla welche sagen, dass die Entwicklung von künstlicher Intelligenz eines der grössen Risiken der Menscheit darstellt und man diese regulieren müsse (lesenswerter Artikel dazu hier: https://www.theverge.com/2017/7/17/15980954/elon-musk-ai-regulation-existential-threat ).

Aber was ist überhaupt künstliche Intelligenz? Ist diese gleichwertig wie die Menschliche? Ich denke es ist wichtig, dass man in diesem Kontext genauer betrachtet und zwei Dinge auseinander hält. Die Anwendungen welche heute unter dem Schlagwort künstliche Intelligenz laufen, haben genau betrachtet ziemlich gar nichts mit Intelligenz zu tun. Der Begriff “Machine Learning” ist hier eher korrekt und aussagekräftig. Das was die AGFA’s (Apple, Google, Facebook, Amazon) heute machen ist nichts anderes als mit statistischen Werkzeugen und immensen Datenbeständen Muster und Vorhersagen zu errechnen. Die Datenbestände bilden natürlich historische Aktionen und Entscheidungen von Menschen ab, was wiederum dazu führt dass die Muster und Vorhersagen des Machine Learning intelligent und menschlich erscheinen (sollten…). Das Ganze hat aber nichts mit einer richtigen Intelligenz zu tun.

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Ein Vorreiter dieses Thema und der Wissenschaft um die “richtige” künstliche Intelligenz ist der Schweizer Neurowissenschaftler Pascal Kaufmann. Er ist weltweit einer der Vorreiter dieses Forschungsgebiets und hat nebenbei auch eine Firma in der Schweiz gegründet wo er Erkenntnisse aus seiner Forschung in eine Software für’s Wissensmanagement einfliessen lässt.

Auf der IT-Branchenplattform ZDNet.com ist ein lesenswerter Artikel über Kaufmann und das obige Missverständnis erschienen welche ich allen empfehle.

True AI cannot be developed until the ‘brain code’ has been cracked: Starmind | ZDNet

Wer sich weiter fürs Thema interessiert, dem empfehle ich ein Artikel auf der Webseite Netzwoche wo noch näher aufs Thema eingegangen wird.

http://www.netzwoche.ch/news/2017-03-15/warum-kuenstliche-intelligenz-nicht-intelligent-ist

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