Monatsbericht VZ Innovation Lab – Februar 2018

Lieber als PDF lesen? https://vzilab.ch/wp-content/uploads/2018/02/Monatsbericht-2018-02_new.pdf

Payment Service Directive 2 (PSD)

Seit dem 13. Januar 2018 ist die Payment Service Directive 2 im Europäischen Raum Pflicht. Dies bedeutet unter anderem, dass die Banken die Konto- und Zahlungsdaten ihrer Kunden auch für Dritte öffnen müssen. Dies natürlich nur wenn diese durch den Kunden bevollmächtigt werden. Insbesondere Fintech rechnen sich durch diese Öffnung grosse Chancen aus.

Neben der Öffnung für Dritte reguliert PSD2 auch strengere Sicherheitsanforderungen im Zahlungsverkehr und erhöht den Konsumentenschutz durch die Verringerung der Haftung bei nicht autorisierten Zahlungen. Wer mehr zum Thema PSD2 wissen möchte, kann den entsprechenden Artikel auf dem VZ Innovation Blog lesen [1].

Was bedeutet dies nun aber für einen Finanzplatz wie Deutschland. Sind bereits erste Auswirkungen spürbar? Das IT Finanzmagazin hat fünf Experten dazu befragt [2]

Zusammenfassen kann man dies wie folgt:

  • Es gibt zwei Perspektiven PSD2 anzuschauen: als Chance oder als Notwendigkeit. Mit der Öffnung sind auch ganz neue Geschäftsmodell für Banken möglich.
  • Viel geändert hat sich noch nicht. Einige Banken (z.B. Deutsche Bank) haben bereits letztes Jahr erste Vorstösse im Rahmen des Open Banking gemacht. Andere werden folgen. Man geht davon aus, dass es mittelfristig grosse Auswirkungen haben wird, jedoch diese schleichend in den Markt kommen und sich über eine gewisse Dauer hinziehen werden.
  • Auch wenn es für Fintech eine Chance ist. Die strengeren Sicherheitsanforderungen können für diese gleichzeitig auch eine grosse Herausforderung sein. Etablierte Banken sind mit Sicherheitsanforderungen eher vertraut und besitzen das notwendige Kapital für die Investitionen. Die Experten sind sich einig, dass für junge Fintech die neue Regulierung auch ein Todesstoss sein kann.

Auch in der Schweiz wird PSD2 zu einem Thema. Aktuell gibt es zwar noch keine Regulierung und auch keine konkrete Absichtserklärung des Bundes respektive Finma. Die verschiedenen Interessensgruppen haben sich aber bereits positioniert. So hat sich die Schweizerische Bankiervereinigung Ende September mit einem Positionspapier in Stellung gebracht. Ich habe bereits im Monatsbericht November darüber geschrieben [3]. Sie sieht eine Regulierung in der Schweiz als unnötig an und stellt die Sicherheit der Kundendaten sowie Aufwände und Kosten welche den Finanzinstituten entstehen ins Zentrum. Zudem hat sie das Gefühl die Schweizer Banken seien bereits genug innovativ und müssten nicht durch regulatorische Vorgaben dazu gezwungen werden. Das Positionspapier findet man unter [4].

Neben der Bankiervereinigung hat sich im Januar nun auch der Swiss Finance Startup Verband mit einem Positionspapier zu Wort gemeldet [5]. Der Verband weist dabei auf das Potential hin welches sich durch Open Banking ergeben kann. Im gleichen Zug wird aber auch auf die Gefahr hingewiesen, dass der Finanzplatz Schweiz wie auch die Schweizer Wirtschaft bei einem beibehalten am Status Quo den Anschluss verpassen werde. Der Verband schlägt bei der Umsetzung jedoch nicht eine Regulation durch den Gesetzgeber vor, sondern eine Selbstregulierung mittels einer neu zu gründenden SRO „Open Banking“ welcher „alle relevanten Vertreter des Schweizer Finanzplatzes“ angehören sollen.

Ich finde den Ansatz mit einer Selbstregulierungsorganisation interessant, bezweifle jedoch dass sich die etablierten Institute darauf einlassen werden. Es gibt zwar vereinzelte Institute (u.a. Hypothekarbank Lenzburg und Postfinance) welche sich in der Vergangenheit schon für eine Öffnung ausgesprochen haben. Solange die zwei Schweizer Grossbanken hier jedoch nicht mitmachen, wird sich kaum etwas bewegen.

[1] VZ Innovation Blog: EU öffnet Bankkonti mit der Brechstange
https://vzilab.ch/2017/03/29/eu-oeffnet-bankkonti-mit-der-brechstange

[2] IT Finanzmagazin: So war 2017; das wird 2018: Die FinTech-Welle ist vorbei – PSD2 trennt Spreu vom Weizen – fünf Experten
https://www.it-finanzmagazin.de/2017-2018-fintech-welle-vorbei-psd2-fuenf-experten-64654/

[3] VZ Innovation Blog: Monatsbericht November 2017
https://vzilab.ch/monatsbericht-vz-innovation-lab-november-2017/#Stellungnahme_Schweizer_Bankiervereinigung_zu_PSD2_Zahlungsdirektive_aus_dem_EU-Raum

[4] Schweizer Bankiervereinigung: Positionspapier zu PSD2
https://www.swissbanking.org/de/themen/aktuell/20170707-5000-all-positionspapier-psd2.pdf

[5] Swiss Finance Startups: Open Banking als Chance für den Finanzplatz Schweiz
http://swissfinancestartups.com/wp-content/uploads/2018/01/SFS-Stellungnahme-Open-Banking-final-16th-Jan-2018.pdf

Weitere Artikel

Paymentandbanking.com: PSD2 ist da – und nun
https://paymentandbanking.com/psd2-ist-da-und-nun/

Schweizer Bankiervereinigung: Insight #1.17 Magazin – PSD2: Revolution in der EU, Schreckensgespenst für die Schweiz
http://www.swissbanking.org/de/services/insight/insight-1.17/psd2-revolution-in-der-eu-schreckgespenst-fuer-die-schweiz

Nennenswerte Marktentwicklungen

Raiffeisen Genossenschaft wird Mitglied bei F10

Der Fintech Inkubator der SIX Gruppe „F10“ hat ein weiteres prominentes Mitglied gewonnen. So hat im Januar die Raiffeisen Genossenschaft bekanntgegeben, dass sie sich ebenfalls dem F10 anschliessen werde. Schon im Dezember hat die ZKB ihre Teilnahme kommuniziert.

Damit vergrössert sich die Gruppe auf neun Unternehmen (SIX, ZKB, Raiffeisen, Generali, Baloise, PWC, Julius Bär, ERI, Eny France). Der F10 Inkubator soll einerseits Startups eine Umgebung bieten um erfolgreich ihre Geschäftsideen zu entwickeln und an den Markt zu bringen. So werden halbjährlich Startups ausgewählt welche sich danach im F10 entwickeln können.  Anderseits sind auch Teams der teilnehmenden Unternehmen im F10 ansässig und entwickeln Ideen. Durch den Austausch mit anderen Teams und den Startups erhofft man sich mehr Innovation.

http://www.f10.ch/pressreleases/f10-announcement-raiffeisen-joins-as-latest-corporate-member/
https://www.finews.ch/news/banken/30378-f10-raiffeisen-partner-fintech

Kooperation zwischen esurance & Run my Accounts

Die beiden Startups esurance und Run my Accounts haben eine strategische Partnerschaft vereinbart um gemeinsam die Buchhaltung und Administration von Versicherungen für KMUs zu vereinfachen.

Esurance ist ein digitaler Versicherungsbroker für Privat- und Unternehmenskunden. Run my Account bietet für Schweizer KMU eine online Buchhaltung an.

https://www.startupticker.ch/en/news/december-2017/mehr-effizienz-in-der-administration

Helvetia investiert in Estnisches Insurtech

Der Helvetia Venture Fund hat einen einstelligen Millionenbetrag in das Estnische Insurtech „Inzmo“ investiert. Inzmo bietet einen durchgängig digitalisierten „B2B2C“ Versicherungsprozess. Dieser beinhaltet alle wesentlichen Schritte (Vertragsabschluss, Verwaltung, Schadensmeldungen). Durch die Durchgängigkeit und umfassende Digitalisierung des Prozesses sind Abschlüsse innert Kürze online möglich und dadurch wird es auch möglich neue Anwendungs- respektive Versicherungsbereiche abzudecken welche zuvor nicht gewinnbringend angeboten werden konnten. So soll es bald möglich sein, Versicherungen für Brillen, Uhren und Unterhaltungselektronik digital abzuschliessen.

https://www.finews.ch/news/versicherungen/29878-helvetia-venture-fund-inzmo-startup-insurtech
https://www.inzmo.com/ch-de

Bank Cler mit reiner digitalen, mobilen Banking-Lösung

Die Bank Cler bietet ab dem 8. Februar ein rein digitales, mobiles und kostenloses Bankkonto namens „Zak“ an. Gewisse Zusatzleistungen sind jedoch gebührenpflichtig (Sperrung von Karten, Geldbezüge im Ausland). In die App integriert ist eine Budgetplanung und Sparmöglichkeit sowie der Chatbot „Carl“ welcher als persönlicher Tippgeber zur Seite stehen soll.

Die Idee hinter Zak ist dass man damit sehr schnell eine grössere Kundenzahl anziehen und danach weitere Dienstleistungen anbieten kann – der klassische Plattformgedanke. So ist schon jetzt bekannt, dass man über die App eine Reiseversicherung abschliessen (Baloise) und auf der Online-Shopping Plattform Siroop (Coop & Swisscom) einfach bezahlen kann.

Der Retailbanking Blog des Instituts für Finanzdienstleistungen in Zug hatte bereits in der Testphase Einblick und hat einen übersichtlichen Beitrag dazu geschrieben.

https://blog.hslu.ch/retailbanking/2018/02/05/die-erste-schweizer-mobile-bank-zak-im-test/
https://www.cler.ch/de/sites/app-public-beta/
https://www.fuw.ch/article/erste-rein-digitale-bank-der-schweiz-geht-an-den-start/

Postfinance erneuert gesamte E-Banking Plattform

Die Postfinance wird über Ostern ihre gesamte E-Banking Plattform auf eine neue technische Lösung migrieren. Die Lösung stammt dabei vom indischen Produzenten „Tata Consultancy Services“. Das Projekt dauert seit dem Jahr 2011.

Während mehreren Tagen werden einzelne Dienstleistungen dabei nicht verfügbar sein. Am Funktionsumfang der Plattform wird sich gemäss Aussage von Postfinance noch nichts ändern, soll aber die Grundlage bieten für künftige Weiterentwicklungen.

https://www.finews.ch/news/banken/30463-hansruedi-koeng-postfinance-it-migration-ostern-tata-finma-accenture

Erster Krypto-Fonds lanciert in der Schweiz

Die Gesellschaft „Crypto Finance“ aus Zug wird in diesen Tagen den ersten Fonds basierend auf Digitalwährungen lancieren. Es handelt sich dabei um einen passiven Fonds welcher die Digitalwährungen Bitcoin, Bitcoin Cash, Ether und Litecoin abdeckt. Der Fonds soll mittelfristig bis auf zehn Kryptowährungen ausgebaut werden und richtet sich vorderhand ausschliesslich an institutionelle Investoren. Der unterliegende Index wird von der SIX berechnet.

https://www.cryptofinance.ch/
https://www.finews.ch/news/banken/30386-zuger-crypto-finance-bitcoin-brzezek-bernegger
https://www.bloomberg.com/news/articles/2018-01-22/former-ubs-banker-launches-crypto-fund-seeks-swiss-approval

PayPal beteiligt sich an deutschem Fintech Raisin

Der internationale Finanzdienstleister PayPal hat einen zweistelligen Millionenbetrag in das deutsche Fintech Raisin investiert. In Deutschland ist das Fintech unter dem Namen „WeltSparen“ bekannt welches Festgelder zu sehr attraktiven Konditionen anbietet. Die attraktiven Konditionen erreicht Raisin durch Investments im Ausland. Diese Investments werden jedoch nicht von Raisin selber getätigt, sondern Raisin arbeitet hier mit Partnerbanken zusammen. Der ganze Prozess ist dabei digitalisiert.

Es darf davon ausgegangen werden, dass mittelfristig die Dienstleistung von WeltSparen auch dem immens grösseren Kundenkreis von PayPal Kunden angeboten wird.

https://techcrunch.com/2017/12/19/paypal-backs-raisin/
https://www.gruenderszene.de/allgemein/paypal-raisin
https://www.weltsparen.de/

Interessante Lösungen

Handyfoto App der BKB für Schätzung der Liegenschaft

Die Basler Kantonalbank hat eine mobile App namens „Homescan“ lanciert mit welcher jedermann den Wert einer Liegenschaft mittels Handyfoto ermitteln kann.

Dabei werden nicht die Fotos selber für die Einschätzung genutzt, sondern im Hintergrund die GPS Daten mit welcher danach das Objekt lokalisiert werden kann. Ebenfalls müssen danach noch gewisse Eigenschaften des Objekts präzisiert werden. Die App wurde dabei nicht von der BKB selber entwickelt sondern von der Immobilienberatungsunternehmung IAZI.

Die App ist mittlerweile auch unter dem Namen „Quanto“ von der Bank Cler erhältlich. Das ist naheliegend, da die Bank Cler ein Tochterunternehmen der Basler Kantonalbank ist, welche eine Beteiligung von rund 75 % besitzt.

Bilder stammen aus dem Google Play Store der jeweiligen Apps.

https://www.bkb.ch/de/Privatkunden/Finanzieren/Hypotheken/App-BKB-HomeScan/
https://blog.hslu.ch/retailbanking/2017/12/12/per-handyfoto-die-immobilie-bewerten-die-neue-app-der-basler-kantonalbank-im-test/

Advertima

Der Begriff „ROPO“ dürfte mittlerweile geläufig sein, steht er doch für „Research Online – Purchase Offline“. Dies entspricht heute üblicherweise auch der Customer Journey im Finanzsektor. Der Kunde sucht online nach möglichen Produkten und Dienstleistungen und erwirbt/schliesst diese danach offline in einer Filiale ab.

Einen spannenden, komplementären Ansatz bietet das Schweizer Startup „Advertima“ aus St. Gallen an. Es bietet Displays und Anzeigen für Läden und Geschäfte an welche die Person welche auf das Display schaut analysiert und individuell danach Botschaften und Werbung ausspielen kann. So werden neben demographischen Eigenschaften (Alter, Geschlecht) auch situative Eigenschaften analysiert. So wird beispielsweise analysiert ob jemand auf das Display hin- oder wegschaut, wie die Stimmung ist sowie die Haltung. Die Eigenschaften werden mittels maschineller Intelligenz bestimmt.

Mit diesen Daten können sehr spannende Anwendungsfälle geschaffen werden. Mittelfristig bin ich überzeugt wird auch die Person selber erkennt werden können (beispielsweise über Handy/Bluetooth & Co.).

Das Startup wurde letztes Jahr anlässlich des Wordwebforum in Zürich als „coolstes“ Startup ausgezeichnet.

https://www.advertima.com/
https://blog.namics.com/2017/12/experience-management-mit-advertima.html
https://www.startupticker.ch/en/news/january-2017/advertima-ist-das-coolste-startup

Revolut – breiterer Schweizer Markteintritt & standortbasierte On-Demand Versicherung

Über das UK-Fintech Revolut habe ich in der Vergangenheit schon mehrfach geschrieben. Das Startup legt eine beeindruckende Geschwindigkeit vor und bringt laufend neue Dienstleistungen und Funktionen für seine App.

Das Ziel von Revolut ist eine Plattform für Finanzdienstleistungen zu werden. So können mittlerweile auch Kryptowährungen und Kredite über die App erworben/abgeschlossen werden. Revolut arbeitet hier mit Drittpartnern zusammen. Momentan hat Revolut noch nicht den Status eines Bankinstituts in UK (respektive im europäischen Raum), jedoch ist der Lizenzantrag hängig.

Gemäss einem Medienbericht der Finanz und Wirtschaft plant Revolut auch in der Schweiz einen breiteren Marktauftritt. Weltweit nutzen über 1 Mio. Kunden Revolut und täglich kommen 5‘000 hinzu. In der Schweiz nutzen 50‘000 Kunden Revolut (Eigenaussage). Es sei geplant mit einer Schweizer Partnerbank zusammenzuarbeiten.

Die neuste Dienstleistung ist, dass in der App direkt auch Versicherungen abgeschlossen werden können. Einerseits kann man sein mobiles Gerät direkt versichern lassen, und anderseits neu auch eine Reiseversicherung abschliessen. Der Clou an der Reiseversicherung ist, dass sich diese an den GPS Daten des Smartphones orientiert. Sobald man den Ort für welchen die Reiseversicherung gilt, verlässt wird automatisch die Versicherung gekündet. Aus meiner Sicht ein echter Mehrwert für den Kunden.

Persönlich denke ich, dass solche „usage/sensor-based“ Produkte und Dienstleistungen immer mehr kommen werden. Hier wird der Gedanke des Internet of Things richtig durchstarten.

https://www.fuw.ch/article/revolut-greift-banken-mit-ultratiefen-gebuehren-an/
https://techcrunch.com/2018/01/16/revolut-launches-geolocation-powered-travel-insurance
https://www.revolut.com/travel-insurance

Ausbildungsartikel des Monats – Algorithmen und Ethik

Schon heute haben automatisierte Lösungen einen grossen Einfluss auf unser tägliches Handeln. Das geht von sehr einfachen Fällen wie den Strassenampeln zu komplexen Prozessen wie Bonitätsbeurteilungen. Überall dahinter stehen Algorithmen. Oft geht man davon aus, dass Algorithmen neutral und emotionslos handeln. Dies ist jedoch nicht korrekt. Auch Algorithmen werden (zumindest heute noch) von Menschen programmiert. Und auch diese Menschen haben Wertvorstellungen und Präferenzen. Dadurch sind auch die Algorithmen durch Wertvorstellungen geprägt. In den meisten Fällen sind jedoch die unterliegenden Algorithmen nicht öffentlich einsehbar und so ist es unmöglich zu beurteilen ob diese fair und neutral sind.

Durch die zunehmende Digitalisierung werden aber immer mehr Dinge an solche Automatiken delegiert, welche teilweise massgeblich auf Leben von Menschen Einfluss haben. So wird beispielsweise in China ein allumfassendes Scoring-Modell der Menschen erstellt, oder in den USA werden Lehrpersonen anhand von Algorithmen beurteilt. Wenn man an zukünftige Anwendungsfelder wie autonome Autos denkt geht es dabei sogar um Leben und Tod.

Darum ist es wichtig, dass dieses Thema auch umfassend angegangen wird. Immer mehr Forschungsinstitute setzen sich darum mit dem Thema „Algorithmen und Ethik“ auseinander und erforschen die Möglichkeiten für wertneutrale und nicht diskriminierende Algorithmen. Auch die Politik wird vermehrt auf das Spannungsfeld aufmerksam.

Einen interessanten Artikel liefert hier die NZZ. Sie erläutert anhand des Beispiels des autonomen Fahrzeugs den „Value-of-Life“ Gedanke.

Autonome Fahrzeuge brauchen keine Ethik-Software
https://www.nzz.ch/meinung/autonome-fahrzeuge-brauchen-keine-ethik-software-ld.1308201

Das Online Magazin „Merton“ nimmt sich dem Thema ganz generell an im Artikel „Auch Algorithmen können diskriminieren“ und zeigt anhand von verschiedenen Beispielen die Problematik sehr anschaulich auf.

https://merton-magazin.de/auch-algorithmen-koennen-diskriminieren

Die „Netzpolitik-Konferenz“ setzt sich schon seit Jahren rund um das Internet und deren faire und sinnvolle, gesellschaftliche Rolle auseinander. Am letzten Treffen hat Konrad Lischka der Bertelsmann Stiftung eine sehr spannende Präsentation zum Thema gehalten.

Wenn Maschinen Menschen bewerten (24 Min)

https://media.ccc.de/v/13np-22-politischer_handlungsbedarf_bei_algorithmischen_entscheidungssystemen#t=3

Wer sich noch vertiefter mit dem Thema auseinander setzen will, empfehle ich das Buch „Angriff der Algorithmen: Wie sie Wahlen manipulieren, Berufschancen zerstören und unsere Gesundheit gefährden“ von Cathy O’Neil

ISBN: 978-3446256682

https://www.amazon.de/Angriff-Algorithmen-manipulieren-Berufschancen-Gesundheit/dp/3446256687/ref=asap_bc?ie=UTF8

Gadget des Monats – Powerdolphin

Das Gadget des Monats ist diesmal aus der Kategorie „Absurdes und trotzdem irgendwie cool“ J. An der CES Konferenz in Las Vegas Anfang Januar wurde eine intelligente Unterwasserdrohne namens „Powerdolphin“ vorgestellt.

Die Drohne hat einerseits eine 4K-Kamera eingebaut mit welcher Videos aufgenommen werden können. Anderseits kann sie Fischschwärme lokalisieren und anlocken. Es ist nämlich möglich den Powerdolphin mit Köder zu bestücken. Auch kann die Drohne als Rettungsring genutzt werden (man kann diesen anhängen).

Die Drohne ist dabei noch sehr zügig unterwegs und hat eine Geschwindigkeit von 5 Meter pro Sekunde und eine Reichweite von bis zu 1000 Meter. Gesteuert wird sie über eine App und dem Smartphone.

Wer sich das Teil etwas genauer anschauen will, soll sich mal das zugehörige YouTube Video zu Gemüte führen.
https://www.youtube.com/watch?v=LaMs9cdBCcg

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